Umweltschanhollen für eine bessere Zukunft

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Christian Reppel, Erich Mürmann, Peter Christian Schröder und Claudia Maiwurm präsentieren hier am Fritz-Linde-Stein die Anwort auf die Ablehnung des Umweltbeauftragten durch die Ratsmehrheit: Die neue Internetseite der Umweltschanhollen. ▪

KIERSPE ▪ Ab sofort kann jeder Bürger selbst Umweltbeauftragter sein. „Auf der aktuell freigeschalteten neuen Internetseite besteht die Möglichkeit, auf Umweltverstöße in Kierspe hinzuweisen und Verbesserungsvorschläge zu machen.

Außerdem können dort Vorschläge für den städtischen Umweltpreis 'Umweltrauk', mit dem jedes Jahr das Engagement und die Leistungen von Menschen im Bereich Umwelt- und Naturschutz gewürdigt werden, genannt werden“, so informieren der Kiersper Umwelt- und Bauausschussvorsitzende Christian Reppel, Erich Mürmann, Peter Christian Schröder und Claudia Maiwurm. Durch die Seite http://www.umweltschanhollen.de erhalten die Kiersper einerseits ein Forum für Umweltthemen, andererseits sollen sie animiert werden, sensibel mit Umwelt und Natur umzugehen.

Einen Umweltbeauftragten soll es in persona in der Stadt nicht geben, das hat kürzlich der Hauptausschuss in einem mehrheitlichen Votum mit den Stimmen des Bürgermeisters, der CDU, der UWG und der FDP beschlossen. Stattdessen gibt es nun aber die neue Homepage, die die Funktion eines virtuellen Umweltbeauftragten in Kierspe übernimmt. Dafür engagiert haben sich die Ratsfraktionen von SPD und Pro Kierspe, weil sie sich sagten, dass der Aufgabenbereich, den ein Umweltbeauftragter wahrzunehmen hätte, viel zu wichtig für die Zukunft der Menschen in Kierspe ist, als dass darauf so einfach verzichtet werden dürfte.

„Kierspe hat eine besonders schützenswerte Natur. Wir haben ausgedehnte Wälder, zahlreiche Talsperren, eine besonders reine Luft und eine gute Wasserqualität. Und damit das auch in Zukunft so bleibt, brauchen wir in der Stadtverwaltung eigentlich einen Umweltbeauftragten“, heißt es auf der neuen Seite zur Begründung. Die Umweltschanhollen als momentane Alternative fordern die User auf der Seite auf, dass diese dabei helfen sollten, das Ziel einer intakten Umwelt und damit besseren Zukunft zu erreichen, indem diese in ihrem Wohnumfeld aufpassen, ob Natur und Umwelt in Ordnung sind.

Wenn Missstände gemeldet werden, werden diese gesammelt oder natürlich bei Bedarf auch sofort die zuständigen Stellen eingeschaltet, um schnellstmöglich für Abhilfe zu sorgen. Gegebenenfalls kann ebenfalls der Bau- und Umweltausschuss mit dem Thema befasst werden. Als Kontaktpersonen bei den Umweltschanhollen fungieren Christian Reppel für die SPD und Claudia Maiwurm für die Wählergemeinschaft Pro Kierspe.

„Die User können aber auch Verbesserungsvorschläge machen, um die Kiersper Umwelt optimaler zu gestalten, oder vielleicht kennen sie jemanden, der sich in außergewöhnlichem Maße für den Umweltschutz einsetzt? Dann können sie ihn für den Umweltrauk vorschlagen“, erläutern Reppel, Mürmann, Schröder und Maiwurm. Für Eingaben steht auf der übersichtlich und funktionell gestalteten Seite ein Kontaktformular zur Verfügung. Besonders Positiv fällt zudem die optisch attraktive Präsentation auf. Dafür wurde MZ-Karikaturist Arnd Hawlina gewonnen, der die Umweltschanhollen in Aktion gezeichnet hat: Den Fritz-Linde-Stein säubernd, ein Ölfass sichernd und eine Baumfällaktion verhindernd. „Dass uns Arnd Hawlina bei dieser Aktion unterstützt hat, dies auch so schnell, dafür gebührt ihm unser Dank“, so die vier.

Auf der Homepage findet sich ein kurzer historischer Abriss: „Anfang der 1990er Jahre gab es in der Stadtverwaltung Kierspe eine feste Institution: Den Umweltbeauftragten. Martin Gebhardt, vielen Kierspern gut bekannt, führte dieses Amt jahrelang und voller Hingabe aus. Viel Positives hat er bewegt und viel Lob hat er aus den Reihen der Politik geerntet. Auch einen jährlichen Umweltbericht gab es damals. Doch leider wurde das Amt des Umweltbeauftragten nach seinem Wechsel auf eine andere Funktion nicht wiederbesetzt“, ist da nachzulesen.

In größeren Unternehmen sei es heute Pflicht, einen Umweltbeauftragen zu benennen. Schon mehrmals sei der Antrag gestellt worden, wieder einen zu berufen. Der Rat sollte den Beschluss fassen, der Bürgermeister ihn benennen. Jedoch habe sich die Mehrheit geweigert. Deswegen hätten die Ratsfraktionen von SPD und Pro Kierspe sich zusammengeschlossen, um wenigstens auf diese Weise die Notwendigkeit eines Umweltbeauftragten in Kierspe zu betonen.

Auch Informationen zu den vielfältigen Aufgaben eines städtischen Umweltbeauftragten finden sich: Unter anderem sei dieser mit sämtlichen Themenbereichen des kommunalen Umweltschutzes befasst, er koordiniere ämterübergreifend umweltrelevante Projekte, nehme in der Bauleitplanung die Umweltprüfung vor oder er pflege Kontakte zu den Umwelt- und Naturschutzverbänden.

„Schon oft hätte ein Kiersper Umweltbeauftragter Grund gehabt, sich einzumischen. Hier nur ein paar Beispiele: Abholzung von Bäumen am Zentralen Omnibusbahnhof, die Luiseneiche, die Kastanienallee bei Haus Isenburg, Fällung des Baumbestandes um das abgerissene Haus Wernscheid am Wildenkuhlen oder auch Überwachung von Ausgleichsmaßnahmen bei Bauprojekten/Bebauungsplänen“, heißt es dazu konkret auf http://www.umweltschanhollen.de.

Christian Reppel, Erich Mürmann, Peter Christian Schröder und Claudia Maiwurm hoffen jetzt natürlich, dass auch durch die neue Seite viele Menschen erkennen, wie sinnvoll und damit wichtig ein Umweltbeauftragter wäre. Alle Bürger sind eingeladen, die Homepage zu besuchen. ▪ Rolf Haase

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