Schützenswerte Bäume an 87 Standorten

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Als Naturdenkmäler brauchen die Thingslinde (links) und die Kaiser-Wilhelm-Linde nicht in die Baumschutzsatzung eingetragen zu werden, da sie ohnehin Schutz genießen.

Kierspe - Denkt man an schützenswerte Bäume, dann fallen als erste die Thingslinde und die Kaiser-Wilhelm-Linde ein – und ausgerechnet diese finden sich nicht in der Baumschutzsatzung der Stadt Kierspe. Müssen sie auch nicht, denn als Naturdenkmal genießen sie einen besonderen Schutz, der über den einer Baumschutzsatzung weit hinaus geht.

Insgesamt finden sich in Kierspe mehr als 30 Naturdenkmäler, von denen 27 einzelstehende Bäume sind. Die Liste der Bäume, die durch die Baumschutzsatzung geschützt werden, ist ungleich länger. Allein für Kierspe sind 87 Standorte aufgelistet, an denen schützenswerte Bäume stehen, dazu kommen noch einmal 34 Standorte in Rönsahl.

Wie viele Bäume dadurch letztlich geschützt werden, ist nicht ganz klar zu erkennen. Denn mal ist an einem Standort nur ein Baum zu finden, manchmal werden gleich mehrere bezeichnet. An einigen Standorten werden gleich ganze Baumreihen ab einem bestimmten Stammdurchmesser unter Schutz gestellt.

Satzung ständig im Wandel

Doch die Satzung ist einem steten Wandel unterworfen. Denn immer wieder müssen Bäume aus der Satzung entlassen werden, beispielsweise weil der Eigentümer sie aus nachvollziehbaren Gründen fällen muss oder weil die Bäume krank werden und eine Verkehrsgefährdung darstellen.

Auf der anderen Seite werden auch immer wieder Bäume in die Satzung aufgenommen. Ein genaues Bild von den Bäumen, die entlassen oder neu aufgenommen werden, macht sich die Arbeitsgruppe Baumkataster, die seit dem Sommer des vergangenen Jahres zwei Mal getagt hat.

Bäume, die an der Danziger Straße stehen, wurden in die Baumschutzsatzung aufgenommen.

Die Mitglieder dieser Gruppe haben auch die Empfehlungen erarbeitet, die gestern im Rahmen der Neufassung der Baumschutzsatzung von den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Bauen beschlossen wurden. Dadurch wurden unter anderem zwei Eichen, sechs Eschen, eine Kastanie und fünf nicht weiter bezeichnete Laubbäume aus der Satzung entlassen. Aufgenommen wurden gleichzeitig sechs Ahornbäume und eine Linde, die an der Danziger Straße stehen.

Gliederung des Landschaftsbilds

Doch warum gibt es überhaupt in einer der waldreichsten Gegenden Deutschlands eine Baumschutzsatzung? Die Antwort liefert die Satzung gleich mit. So geht es bereits in Paragraf 1 der Satzung um den Sinn derselben. Dort ist zu lesen, dass es um die Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, die Gestaltung, Gliederung und Pflege des Orts- und Landschaftsbildes sowie die Sicherung des Landschaftsbildes geht. Darüber hinaus soll das Stadtklima genauso erhalten und verbessert werden wie ein artenreicher Baumbestand.

Baumschutzsatzung gilt nicht im Wald

Allerdings kann die Satzung natürlich nicht für das gesamte Stadtgebiet gelten, da sie dann ja auch den Wald einbeziehen würde. Deshalb regelt die Satzung den Baumbestand innerhalb „der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und im Geltungsbereich der Bebauungspläne“. Verboten ist es, Bäume, die in der Satzung aufgeführt sind, zu entfernen, zu zerstören, zu schädigen oder in ihrem Aufbau wesentlich zu verändern.

Einer der markantesten Bäume, der sich die in der Baumschutzsatzung befindet, ist die Dorfeiche neben dem Netto.

Natürlich gibt es auch – wie schon erwähnt – Ausnahmen. So dürfen oder müssen Bäume entfernt werden, von denen eine Gefahr ausgeht. Auch wenn die Pflege und Erhaltung eines erkrankten Baumes mit zumutbarem Aufwand nicht möglich ist, darf der Baum gefällt werden. Natürlich darf die Säge auch angesetzt werden, wenn von der Erhaltung „nicht beabsichtigte Härte“ für den Eigentümer des Baumes ausgeht.

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