Kiersper Ordnungsamt will keine Fahrschule für Anwohner spielen

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Vor der eigentlichen Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses trafen sich die Mitglieder zu einem Ortstermin an der Straße Füllenfeld, um sich ein Bild von der Parksituation zu machen.

Kierspe - Aufgrund des Schnees mussten die Ausschussmitglieder an manchen Stellen der Straße Füllenfeld erraten, wo sich Parkbuchten und wo sich Bürgersteige befinden. Trotzdem gelang es den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Bauen, sich ein Bild von der Situation in der Wohnstraße zu machen.

Oliver Knuf, der als Sachgebietsleiter Ordnung für den ruhenden Verkehr zuständig ist, und Klaus Müller vom Sachgebiet Ordnung, in dessen Zuständigkeit auch die Straßen fallen, erkundeten gemeinsam mit den Ausschussmitgliedern im Rahmen eines Ortstermins die Gegebenheiten vor Ort. Stattgefunden hatte das Treffen im Vorfeld der eigentlichen Ausschuss-Sitzung auf Anregung der Freien Wähler.

Doch die Geschichte, die zu der Beschäftigung mit der Parksituation im Ausschuss gesorgt hatte, waren Beschwerden von Anwohnern über das Parkverhalten von Nachbarn. Anschließend hatte es ein Schreiben der Stadtverwaltung an die Anwohner gegeben, das jedoch zu Missverständnissen geführt hatte. Danach hatten sich dann die Freien Wähler dahingehend geäußert, dass man nicht nur diese eine Straße, sondern gleich das gesamte Umfeld einmal in Augenschein nehmen sollte, um ein Verkehrskonzept zu erarbeiten.

Davon blieb am Dienstag nicht viel übrig. Das FWG- und stellvertretende Bauausschuss-Mitglied Wolfgang Sikora wiederholte vor Ort zwar noch einmal die Idee einer Einbahnstraße, vertrat aber im Ausschuss die Ansicht, dass es für die Verwaltung und Politik nicht leicht sei, eine Lösung zu finden, die allen Bürgern gerecht werde.

Parkbuchten nicht nur für Anwohner

Gleich zu Anfang der Sitzung stellte Knuf die Situation der Straße mit Hilfe von Luftbildern noch einmal dar. Er zeigte, dass die Fahrbahn nirgendwo so breit ist, dass ein Parken auf dieser erlaubt werden könne. Und er stellte auch noch einmal klar, dass es sich bei den vorhandenen Parkbuchten um öffentlichen Parkraum handele, der nicht nur den Anwohnern zur Verfügung stehe.

„Wir kontrollieren die Parksituation in unregelmäßigen Abständen, manchmal bekommen wir auch Fotos mit Falschparkern übermittelt. Ist uns der Absender bekannt, führt das zu einem Verwarngeld. Gibt es keinen Absender, dann unternehmen wir auch nichts, da wir anonymen Anzeigen in diesem Bereich nicht nachgehen“, beschrieb der Ordnungsamtsleiter die derzeitige Vorgehensweise. Dafür gab es Unterstützung von Marie-Luise Linde: „Wir sind nicht dazu da, Nachbarschaftsstreitigkeiten beizulegen. Wenn es Verstöße gibt, sollte auch mit harter Hand reagiert werden.“ Eine ganz andere Sicht nahm da Carsten Möller von der SPD ein, der eine Bürgerversammlung anregte, um sich Anwohnern und Thema in Ruhe zu nähern.

Sonderfahrzeuge dürfen nicht behindert werden

Ein Standpunkt, den auch Hermann Reyher von den Grünen vertrat: „Wir müssen den Leuten vor allem klar machen, dass ihr Parkverhalten nicht dazu führen darf, dass Sonderfahrzeuge wie Feuerwehrautos und Entsorgungsfahrzeuge die Straße nicht befahren können.“

Armin Jung, FDP, sah keine Notwendigkeit für eine Bürgerversammlung, seiner Meinung nach sollte es reichen, die verblassten Markierungen an den Parkbuchten nachzuzeichnen. Eine Ansicht, die auch Linde unterstrich: „Eine Versammlung ist sicher nicht nötig. Wer es bis jetzt nicht verstanden hat, der versteht es auch nach einer solchen Versammlung nicht.“

Markierungen sollen erneuert werden

Da stimmte auch Oliver Knuf zu: „Wenn wir für die Anwohner der Straße Füllenfeld eine Bürgerversammlung machen, müssen wir das im Grund für die Anwohner jeder zweiten Straße in Kierspe ebenfalls machen. Denn an vielen Stellen im Stadtgebiet sieht es bei der Parksituation ähnlich aus. Außerdem bin ich nicht dafür da, mit den Anwohnern Fahrschule zu spielen.“ Dem schlossen sich letztlich die Ausschussmitglieder an. Allerdings erst, nachdem die Vertreter der Stadtverwaltung zugesagt hatten, die Markierungen in der Straße wieder deutlich hervorzuheben.

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