Im Rockmobil die eigene Musikalität kennenlernen

+
Versunken, nur ihr eigenes Spiel hörend, schlugen die Jungen auf der Gitarre die Töne an. ▪

KIERSPE ▪ Aus der elektrischen Gitarre stöhnten die Töne, das Wum-Wum des Schlagzeuges kämpfte um die akustische Vorherrschaft und der Klang der Percussioninstrumente ging bei dieser Musik fast völlig unter: Das Jugendzentrum hatte das Rockmobil eingeladen, um den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, die Musik für sich zu entdecken.

17 Meter lang ist der umgebaute Omnibus, der erstmalig 1990 auf Tour durch die Bundesrepublik ging. Mobilen Musiktreff (MOMU) bietet er an, zu dem die Jugendlichen aufgefordert sind, kreativ tätig zu werden. So steht auf dem Programm von MOMU Gitarren- oder Geigenunterricht, Trommelkurse und vieles andere mehr, dabei immer mobil vor Ort und für die Kinder gut zu erreichen. Freitagnachmittag war MOMU in Kierspe und nicht lange blieb der Omnibus von den Kindern unentdeckt.

Caner spielt seit einem Jahr das türkische Saiteninstrument Saz, Elif und Elisa haben zu Hause eine Gitarre, mit der sie spielen, die anderen Kinder jedoch sind bislang mit Musikinstrumenten noch nicht in Berührung gekommen.

So schauten sich alle neugierig in dem Bus um und hatten schon bald die Instrumente in Beschlag genommen.

Während sich im Raum hinter dem Fahrer gleich eine Girlsband formierte, griffen die Jungens erst einmal in die Tasteninstrumente. Über den Kopfhörer konnten sie nun hören, was sie spielten und die anderen in dem langen Bus wurden vom eigenen Spiel nicht gestört. Ein Schlagzeug, welches nur leise klack, klack machte, das wünscht sich bestimmt so manch lärmgeplagte Mitbewohner eines Mietshauses. Auch solch ein Instrument war in dem Rockmobil zu finden. Nur kurz stand es unbenutzt im Bus und schon bald hatten die Jungen und die Mädchen ein Schlagzeugsolo für sich gespielt. Wer mit der Technik nicht so ganz zu recht kam, dem halfen Susanne Sattler vom Jugendzentrum oder Diplom-Pädagoge Hans-Dieter Klug vom MOMU.

„Vor sechs Jahren hatten wir das letzte Mal das Rockmobil hier bei uns in Kierspe“, verriet Susanne Sattler. „Mit diesem Mobil können die Jugendlichen auch eigene CD’s aufnehmen, wenn sie es möchten.“

Obwohl Susanne Sattler mit dem Besuch des Rockmobils zufrieden war, hätte sie trotz alledem gerne noch mehr Jugendliche hier gesehen. Leider standen am Freitag an der Gesamtschule nur zwei Stunden auf dem Unterrichtsplan und drei Jahrgänge waren auf Klassenfahrt. Wären alles normal gelaufen, hätte es bestimmt lange Schlangen vor den einzelnen Instrumenten gegeben, doch so konnten sich die Jugendlichen, die gekommen waren, ausgiebig mit den Instrumenten vertraut machen und ihre Fähigkeiten erproben. ▪ Gertrud Goldbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare