Umdenken bei Sanierung der L 528 eingesetzt

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Der Regionalratspolitiker Horst Becker begrüßt die flankierende Unterstützung seiner langjährigen Bemühungen zur dringend notwendigen Sanierung der Septentinen der Landstraße 528 durch die aktuelle Ratsresolution. ▪

KIERSPE ▪ Die Ratsresolution an die Landesregierung, in der nochmals die katastrophale Situation der Landstraße 528 im Bereich der Serpentinen geschildert und dringend Abhilfe gefordert wurde, begrüßt der Kiersper Regionalratspolitiker Horst Becker ausdrücklich.

Er sieht darin in erster Linie aber eine flankierende Unterstützung seiner langjährigen Bemühungen in diesem Gremium, das auf Bezirksregierungsebene den Regierungspräsidenten fachlich berät. Immerhin ist die Fahrbahn schon seit geraumer Zeit in einem extrem maroden Zustand, wenn sich die Oberfläche in den vergangenen Jahren besonders durch mehrere harte Winter und den dramatisch zugenommenen Schwerlastverkehr auch noch immer weiter verschlechtert hat.

Bereits 2006 war die Sanierungs- und Ausbauplanung planfestgestellt worden und Bestandteil fünf größerer vom Regionalrat beschlossener Maßnahmen, wie Becker informiert. Unklar war damals nur, nach welcher Priorität vorgegangen werden sollte. Im Vordergrund stand die Sicherstellung der Finanzierung. Problematisch war dabei hohe Kostenaufwand von 4,8 Millionen Euro, der dafür sorgte, dass die Maßnahme in keinen Reparaturkatalog passt, wo etwa bei zwei Millionen Euro die Obergrenze erreicht ist. Aber dieses Volumen entstand wegen der hohen Anforderungen für den Gewässerschutz der Kerspe-Trinkwassertalsperre, wo teilweise große Regenrückhaltebauwerke geplant sind. Aus Sicht von Becker handelt es sich dabei jedoch um absolut überzogene Standards, die bisher letztlich auch der Anlass waren, dass gar nichts passiert ist.

Der Regionalratspolitiker berichtet, dass es auch von seiner Seite aus zwischenzeitlich ständig Anfragen nach dem aktuellen Planungsstand für das Projekt gegeben habe. Dies habe zuletzt dafür gesorgt, dass sich die Verkehrskommission des Regionalrats in ihrer nächsten Sitzung dieses Themas annehmen und sich die Strecke vor Ort ansehen will. „Das wird binnen der nächsten zwei, drei Monate passieren“, ist Becker überzeugt.

Wie dringend eine Instandsetzung der Fahrbahn ist, daran lässt auch er keinen Zweifel. Hier reiche es nicht aus, das Tempo noch weiter auf vielleicht 20 Stundenkilometer zu reduzieren, wird er für einen Moment polemisch. Allerdings plädiert er eher für eine reine Oberflächensanierung, die kostengünstiger als der extrem teurer Um- und Ausbau mit dem Gewässerschutz wäre und die Strecke für die nächsten Jahre genauso wieder befahrbar machen würde.

Horst Becker lenkt die Aufmerksamkeit an dieser Stelle zudem auf die parallel bestehenden Planungen für die Nordumgehung mit dem Lausebergaufstieg, die Kierspe endlich die so dringend notwendige Entlastung von dem starken Durchgangsverkehr, besonders Schwerlastverkehr, bringen soll und zu diesem Zweck am besten nicht im Bereich Hedberg, sondern am Handweiser unter Umgehung der verkehrstechnisch äußerst problematischen Serpentinen angebunden würde. In dem Fall wäre eine vorherige aufwändige Instandsetzung dieses Bereichs natürlich mehr als fragwürdig.

„Wir bekämen bei einer reinen Oberflächensanierung Luft für diese Erweiterung der Umgehungsstraßenplanungen“, betont Becker und informiert, dass auch bei der Bezirksregierung diese Gedankenspiele schon ersten Beifall gefunden hätten. Denkbar sei später eine Umwidmung der Trasse zur Bundes- oder Landstraße.

Interessant sei dies vielleicht ebenfalls vor dem Hintergrund, dass die derzeit im Bundesverkehrswegeplan als mit vordringlichem Bedarf eingestufte Kiersper Südumgehung womöglich nicht komm, weil sie keine ausreichende Entlastung bringe – die dagegen für die Nordumgehung längst nachgewiesen sei. Ohnehin wendet Horst Becker als Ortsbürgermeister von Rönsahl sich strikt gegen die Südumgehung, da sie deutlich mehr Verkehr, vor allem Lastwagen, nach Rönsahl ziehen würde. Denn die zahlreichen Mautflüchtlinge aus dem Remscheider Raum würden dann verstärkt durch den kleinen Ortsteil donnern.

Auch beim Landesbetrieb Straßenbau NRW scheint ein Umdenken eingesetzt zu haben, da die Sanierungskosten mittlerweile auf zwei Millionen Euro gesenkt wurden. Für eine Oberflächenerneuerung müsste Becker zufolge aber sogar ein Viertel davon ausreichen – und das ist genau das, was er sich wünschen würde. ▪ rh

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