Tschernobyl: Verein sucht Gasteltern

Der Verein Kinder von Tschernobyl bietet auch Ausflüge an, mit deren Organisation die Gasteltern nichts zu tun haben.

Kierspe - Viele Ukrainer sind sicher mit sehr gemischten Gefühlen und sorgenvoll in das neue Jahr gestartet. Das hängt zum einen natürlich mit der kriegsähnlichen Lage im Osten des Landes zusammen, zum anderen aber auch mit der Reaktorkatastrophe, die mittlerweile 29 Jahre zurückliegt und die immer noch ihre Auswirkungen auf die Menschen in der ehemaligen Sowjetrepublik hat.

Immer noch treten Erbschäden und Erkrankungen bei den Menschen rund um den Reaktor von Tschernobyl auf. Besonders der kindliche Organismus ist der ständigen Strahlenbelastung nicht gewachsen, so dass vor allem junge Menschen sehr stark erkranken. Allerdings spricht ihr Organismus auch besonders gut auf Erholungsphasen in unbelasteten Gebieten mit nicht kontaminierter Nahrung an. Das ist der Grund, warum der Verein Kinder von Tschernobyl jedes Jahr aufs neue Gastfamilien sucht, die ein oder auch zwei Kindern diesen so nötigen Erholungsaufenthalt bieten wollen.

Es geht also nicht darum, den Ferienkindern einen touristischen Urlaub zu bieten, sondern ihrem Körper eine Erholung zu gewähren von der allgegenwärtigen Strahlung in ihrer Heimat. Es geht auch nicht darum, ihnen die Errungenschaften der westlichen Welt mit ihrem Konsumrausch nahe zu bringen. Die Kinder sollen als „Familienmitglieder auf Zeit“ einfach in den deutschen Familien mitlaufen.

Die Gastelternbetreuer des Vereins stehen den gastgebenden Familien während der Aufenthaltsdauer der Gäste mit Rat und Tat zur Seite. Es sind auch genügend Dolmetscher vorhanden, um die Sprachbarriere zu überwinden.

Um die Gastfamilien zu entlasten, wird in Kierspe eine Betreuung der Kinder an jedem Werktag in den Vormittagsstunden angeboten. Die Kindergruppe bringt zwei Betreuerinnen – davon eine Dolmetscherin – von Zuhause mit. Die Mitarbeiter des Vereins beteiligen sich ebenfalls an der Betreuung der Kinder. Die örtlichen Vereine sind sehr kooperativ und helfen dabei, ein abwechslungsreiches Beschäftigungs- und Ausflugsprogramm für die kleinen Gäste zu gestalten. Das freut die Kinder und entlastet die Gastfamilien.

Auch in diesem Jahr werden die Gäste mit einem deutschen Busunternehmen geholt. Es bietet günstige Konditionen – allerdings nur, wenn der Bus nahezu gefüllt ist mit Passagieren für den Märkischen- und den Oberbergischen Kreis. Dazu muss eine Gruppenstärke von mindestens 42 Personen erreicht werden.

Deshalb wendet sich der Verein an alle Kiersper mit der Bitte, zu prüfen, ob sie einen oder auch zwei Gäste aufnehmen können.

Der Bus wird am Freitag, 19. Juni, abends in Kierspe ankommen und holt die Gruppe am Samstag, 11. Juli, morgens wieder ab. Es sind also 21 Tage, an denen ein Kind einen Platz in der Familie benötigt.

Wer mehr dazu wissen möchte, kann die Vorsitzende des Vereins Gisela Steinbach unter der Rufnummer 0 23 59 / 90 31 73 anrufen. Eine spezielle Info-Veranstaltung wird es auch noch geben, zu der dann alle Gasteltern einladen werden. Auch auf der Homepage des Vereins mit der Adresse: www.kvt-kierspe.de gibt es weitere Informationen über die Erholungsaufenthalte der Kindergruppen in den vergangenen Jahren. Dort ist auch aufgeführt, welche weiteren Aufgaben der Verein wahrnimmt.

Da für die Kinder Pässe, notarielle Erklärungen und Visa beschafft werden müssen, braucht der Verein einige Monate Vorlauf und bittet daher um möglichst rasche Meldung der Familien, die sich für diese Arbeit interessieren.

Natürlich stehen auch die Gasteltern-Betreuer zum Gespräch mit Gasteltern bereit. So ist Elfi Glörfeld unter der Rufnummer 0 23 59 / 34 82 zu erreichen. Menschen außerhalb von Kierspe können sich unter der Rufnummer 0 23 51/ 91 91 09 auch an Günther Fresen in Lüdenscheid wenden.

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