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Überwiegender Teil der Pflegekräfte ist geimpft

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Von: Johannes Becker

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In der Pflege – ob stationär oder ambulant – kommen sich Pflegende und Gepflegte sehr nahe. Die Meinerzhagener Zeitung hat nachgefragt, wie viele Einrichtungsmitarbeiter geimpft sind und wie oft diese getestet werden.
In der Pflege – ob stationär oder ambulant – kommen sich Pflegende und Gepflegte sehr nahe. Die Meinerzhagener Zeitung hat nachgefragt, wie viele Einrichtungsmitarbeiter geimpft sind und wie oft diese getestet werden. © Sina Schuldt

Seitdem die Zahlen bei den Inzidenzen wieder steigen, werden neue Maßnahmen diskutiert, um der Pandemie entgegenzuwirken. Dabei ist auch eine Impfpflicht für Pflegekräfte im Gespräch, um vor allem die Älteren zu schützen, deren Impfschutz am schnellsten wieder nachlässt.

Kierspe/Meinerzhagen - Die Meinerzhagener Zeitung hat nachgefragt, wie es in den heimischen Seniorenheimen und bei Pflegediensten in Kierspe und Meinerzhagen aussieht.

Awo-Seniorenzentrum

Michael Borchert, Leiter des Awo-Seniorenzentrums in Kierspe, hat die Zahlen griffbereit. Demnach sind 86,5 Prozent der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Pflege (inklusive Auszubildende und Aushilfen) vollständig geimpft. In absoluten Zahlen heißt das, dass von 67 Mitarbeitern in der Pflege neun keinen Impfschutz nachweisen können.

Mitarbeiter, die über den Schutzstatus 2G (geimpft, genesen) verfügen, müssen nach Aussage von Borchert einen negativen Test – nicht älter als 72 Stunden – vorweisen, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die keinen Impfschutz haben, müssen sich seit der vergangenen Woche jeden Tag testen lassen. Dabei sind ausschließlich PoC-Tests erlaubt, die durch ärztlich eingewiesenes Personal erhoben werden. Außerdem müssen die Ungeimpften während der Arbeit eine FFP-2-Maske tragen.

Awo-Sozialstation

Im gleichen Gebäudekomplex an der Straße Haunerbusch befindet sich die Awo-Sozialstation, die allerdings vollkommen unabhängig vom Seniorenzentrum ist. Dort arbeiten, so teilt es die Pflegedienstleiterin Melanie Barwanitz mit, zehn der 14 Mitarbeiter in der Pflege. Dazu kommen derzeit noch vier Auszubildende aus anderen Einrichtungen. „Von den 14 Mitarbeitern sind meines Wissens 12 vollständig geimpft, bei einigen steht derzeit schon die Booster-Impfung an“, so Barwanitz.

Die vollständig geimpften Mitarbeiterinnern würden ein bis zwei Mal die Woche getestet. Bei einer Abwesenheit von mehr als drei Tagen finde ein Test vor Arbeitsaufnahme statt. Die nicht geimpften Mitarbeiterinnen und die Azubis müssten sich jeden zweiten Tag einem Test in der Sozialstation unterziehen.

Rat und Tat

An der Kölner Straße in Kierspe findet sich die Tagespflegeeinrichtung Rat und Tat, zu der aber auch ein ambulanter Pflegedienst gehört und bei der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt sind, die im hauswirtschaftlichen Bereich eingesetzt werden. „Von den insgesamt neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind acht geimpft“, sagt Inhaber Ralf Ullrich, der sich bei der Auflistung zu den Mitarbeitern zählt. Die nicht geimpfte Mitarbeiterin müsse sich alle 48 Stunden einem PoC-Test unterziehen. „Die Geimpften können sich freiwillig testen lassen. Gibt es jedoch Anzeichen für eine Erkältungskrankheit, müssen diese sich auch testen lassen“, so Ullrich.

Pflegedienst Christel Schmidt

Im Pflegedienst Christel Schmidt in Meinerzhagen arbeiten 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege. Davon sind, so wird mitgeteilt, zwei nicht geimpft. In der Hauswirtschaft und Betreuung würden elf Mitarbeiter beschäftigt, von denen drei nicht geimpft seien. Darüber hinaus seien noch acht Schülerinnen und Schüler beschäftigt, von denen nach Kenntnisstand der Einrichtungsleitung bei zweien der Impfstatus unklar sei, da sie zurzeit nicht in der Einrichtung arbeiten würden.

In der Tagespflege des Pflegedienstes in Meinerzhagen arbeiten acht Mitarbeiter, die jedoch alle geimpft seien. „Die Nichtgeimpften werden alle drei Tage getestet. Das ganze geimpfte Personal wird einmal die Woche getestet oder bei Symptomen“, teilt die Einrichtung auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung mit.

Wilhelm-Langemann-Haus

Im Meinerzhagener Wilhelm-Langemann-Haus arbeiten nach Angaben der Leitung 120 Beschäftigte, die mit den Bewohnern in Kontakt kommen. Die Quote der Durchgeimpften betrage bei ihnen „gut“ 75 Prozent. Von den Übrigen befänden sich einige noch im Impfprozess. „Schwankungen ergeben sich bei diesen Quoten auch dadurch, dass einige Mitarbeiter in Elternzeit sind, neue Kräfte hinzukommen oder weil externe Kräfte eingesetzt werden“, so die Antwort auf die Frage der MZ. Die Tests der Mitarbeitenden würden nach der jeweiligen Verordnungslage erfolgen. Ungeimpfte würden demnach mindestens zweimal wöchentlich getestet, Geimpfte einmal wöchentlich – jeweils kostenlos.

Pflegedienst Aurelia

Im Pflegedienst Aurelia sind bis auf eine Mitarbeiterin alle in der Pflege Tätigen vollständig geimpft. Geimpfte werden dort zwei Mal wöchentlich (Selbsttest) getestet und Ungeimpfte müssen jeden Tag einen Selbsttest machen, teilt Jochen Sting für den Pflegedienst mit.

APD

In der ambulant betreuten Demenz-WG „Leben in Meinerzhagen“ im Quartier der Generationen der Firma APD arbeiten 24 Pflegefach-, Pflegehilfs- und Betreuungskräfte. Die drei Demenz-Wohngemeinschaften sind mit 24 Mieterinnen und Mietern voll belegt. „Obwohl es Arbeitgebern derzeit noch grundsätzlich untersagt ist, Mitarbeitende nach ihrem Impfstatus zu befragen, ist die APD Ambulante Pflegedienste Meinerzhagen über den Impfstatus jeder und jedes Einzelnen vollumfänglich informiert. Wir führen dies auf das enge Vertrauensverhältnis zurück, das wir als Arbeitgeber zu unseren Mitarbeitenden aufgebaut haben. Diese Dialogbereitschaft möchten wir nicht durch die Bekanntgabe von Impfquoten gefährden“, heißt es in der Antwort der Unternehmensleitung.

Grundsätzlich, so wird weiter ausgeführt, würden alle Mitarbeiter seit Beginn der Corona-Pandemie täglich an einer Erkältungsvisite mit Fiebermessung und Symptom-Check teilnehmen. In der Pflege und Betreuung werde zwei Mal pro Woche mittels PoC-Schnelltest getestet. Ungeimpfte würden einem „besonders engmaschigen Corona-Monitoring“ unterzogen. „Wir richten uns momentan darauf ein, die Mitarbeitenden in Zukunft wieder täglich zu testen. Dazu haben wir unser Corona-Care-Team in Meinerzhagen kürzlich durch eine hausärztliche Schulung um weitere fünf Personen erweitert“, teilt APD mit.

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