Kooperation hat sich bewährt

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Insgesamt zwölf junge Menschen – auf dem Bild mit ihren Ausbildern und Mitarbeitern des Jugendzentrums – werden derzeit bei der Firma Backhaus ausgebildet. - Fotos: Becker

Kierspe - In einem Arbeitsverhältnis ist es so wie in in jeder anderen Beziehung. Man sollte sich gut kennen, um zu entscheiden, ob man zusammenpasst – vielleicht sogar für ein ganzes (Arbeits)Leben. Um das Kennenlernen zu vereinfachen, hat das Jugendzentrum vor mehr als einem Jahr eine Kooperation mit der Firma Backhaus geschlossen.

Von Johannes Becker

„Es ist einfach sinnvoll sich gut zu kennen, bevor man einen Vertrag für mindestens drei Jahre abschließt. Da hilft ein Praktikum auf jeden Fall“, erklärt Mikayil Erbasi, der nicht nur als Produktionsleiter tätig ist, sondern auch für die Ausbildung der Verfahrensmechaniker verantwortlich zeichnet. Die Auszubildenden, die gestern bei dem Pressetermin zugegen waren, können ihm nur zustimmen: „Die meisten von uns hatten keine genauen Vorstellungen von den Berufen und von dem Unternehmen erst recht nicht.“

Seit der Übernahme der Firma durch einen Einzelunternehmer ist die Zahl der Auszubildenden stark gestiegen. Derzeit befinden sich zwölf Azubis in dem Unternehmen – darunter drei, die den ersten Kontakt zur Firma der Kooperation verdanken.

„Die ersten Kontakte zu Backhaus haben wir durch den Stöbertag bekommen. Dabei kam der Gedanke auf, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Nun veranstalten wir jährlich einen Berufsorientierungstag, an dem Jugendliche, die regelmäßig das Jugendzentrum besuchen, von uns gezielt angesprochen und angemeldet werden. An diesem Tag lernen die Jugendlichen das Unternehmen kennen, können sich den Betrieb anschauen und mit den verschiedenen Ausbildern über die Berufsbilder sprechen. Außerdem besteht die Möglichkeit, ein zweiwöchiges Praktikum in den Osterferien zu vereinbaren“, erklärt Christian Schwanke vom Jugendzentrum.

„Natürlich ist ein solches Praktikum nicht der einzige Weg in unser Unternehmen, aber diese Jugendlichen wissen worauf sie sich einlassen und bekommen eine konkrete Vorstellung von der täglichen Arbeit“, so Silke Klippert, die nicht nur in der Personalabteilung arbeitet, sondern auch die kaufmännischen Auszubildenden betreut. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass Jugendliche kurz nach dem Ausbildungsstart wieder abgebrochen hatten, weil sie sich ihren Beruf ganz anders vorgestellt haben. Klippert: „Das wäre sicher nicht passiert, wenn die Auszubildenden zuvor ein Praktikum absolviert hätten.“

Ziel der Ausbildung bei Backhaus ist nicht nur der Wunsch, einer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, sondern vor allem, den Nachwuchs fürs eigene Unternehmen – in dem derzeit rund 160 Menschen beschäftigt sind – zu gewinnen. „Wenn Leistung und sonstige Eignung stimmen, ist es unser Plan, die Auszubildenden zu übernehmen. Allerdings können wir nicht drei Jahre in die Zukunft schauen. Doch wenn es die wirtschaftliche Lage zulässt, bekommen die Azubis eine Festanstellung“, erklärt Klippert. Dass das Praktikum noch andere Vorteile hat, macht der Technische Leiter Kai-Uwe Rippe klar: „Wer im Praktikum handwerkliches Geschick beweist, kann damit sicher auch eine etwas schlechtere Note ausgleichen. Wobei das von Berufsbild zu Berufsbild unterschiedlich ist.“

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