Tücken der Technik bei Nacht der offenen Kirchen

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Auch an die kleinen Besucher war gedacht worden. Die nämlich hatten viel Spaß beim Zubereiten von knusprigem Stockbrot. ▪

RÖNSAHL ▪ Ein Pfingstfest wie gemalt. Bilderbuchwetter mit sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein pur bis in die Abendstunden. Geheimnisvoll dringen die Strahlen des Lichts, das Dutzende von bunten Windlichtern spendeten, durch die weit geöffnete Eingangstür im Turm der Servatiuskirche aus dem Kircheninneren nach draußen...

Einladend wirken die vielen in bunten Lampions unterschiedlicher Form und Farbe versteckten Lichtquellen, die überall im Kirchenschiff aufgestellt sind. Sie stecken in den Fensternischen dicker Bruchsteinmauern und gewinnen sogar dem Gerüst, das dem Wiedereinbau der Orgel dient, einen zusätzlichen Verwendungszweck ab.

Keine Frage, den Mitarbeitern im Vorbereitungsteam in Rönsahl ist es abermals gelungen, öffentliches Interesse für die im Bereich der Evangelischen Landeskirche von Westfalen am Pfingstsonntag bereits zum fünften Mal angesagte Nacht der offenen Kirche zu wecken. Wohl wissend, dass die altehrwürdige Servatiuskirche mit ihren zahlreichen Kirchenschätzen und dem gerade auch an einem Tag wie diesem spürbaren besonderen Flair ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen braucht, ist die evangelische Kirchengemeinde in Rönsahl als eine von insgesamt zehn im hiesigen Kirchenkreis abermals mit von der Partie bei der Nacht der offenen Kirchentür.

In gewohnt liebevoller Weise hatte sich der Förderverein darum gekümmert, dass sich die Kirchengäste wohl fühlen konnten. Mit leckeren Snacks und den dazu passenden Getränken wurden die Besucher im Turmraum begrüßt. Später bestand die Gelegenheit, unter sachkundiger Führung das Interieur des alten Gotteshauses in Augenschein zu nehmen.

Wie sich im Laufe des Abends allerdings zeigen sollte, war Improvisationstalent diesmal in besonderer Weise gefragt: Denn die eigentlich als Kernpunkt des Programms vorgesehene Live- Übertragung der Konzertnacht unter dem Stichwort „Gottesklang“ im Jahr der Kirchenmusik 2012 aus den Kirchen in Höxter und Münster fiel buchstäblich ins Wasser. Trotz akribisch betriebener Vorbereitung und etlichen Versuchen gelang es nicht, die Tücken der Technik zu überlisten. Das Übertragungsgerät blieb stumm, der Bildschirm leer.

Was aber der guten Laune der Kirchengäste keinen Abbruch tat. Dafür hatte im Vorfeld auch schon Pastor Martin Spindler gesorgt. Der nämlich war mit improvisiertem Bischofsstab in die Rolle von „St. Servatius“, dem legendären Schutzpatron von Gemeinde und Kirche in Rönsahl, geschlüpft und hatte weitgehend Unbekanntes über den guten Mann zum Besten gegeben.

So stand einem trotzdem insgesamt unterhaltsamen Abend im Rahmen der Nacht der offenen Kirche nichts im Wege.

Rainer Crummenerl

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