Trompetensolo beeindruckt beim Kirchenkonzert

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Als Klangkörper von beeindruckender Ausstrahlungskraft präsentierten sich Figuralchor, Kammerorchester und Solisten der Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde Gummersbach beim Konzertabend in der Servatiuskirche.

RÖNSAHL ▪ Ermutigt durch den bei vielen Musikfreunden noch lange nachklingenden Eindruck, den die Aufführung des Weihnachtsoratoriums in der Servatiuskirche im Vorjahr hinterlassen hatte, war am Samstag an gleicher Stelle erneut ein großes Konzert mit Chor, Orchester und Solisten angesagt.

Dr. Christoph Luyken freute sich als Veranstalter der musikalischen Veranstaltungsreihe in der Servatiuskirche, konnten der Figuralchor und Solisten der Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde Gummersbach, das Kammerorchester Amis du Baroque, Organist Hans Wülfing und Solist Karsten Dobermann mit seiner Trompete zur Gestaltung eines außergewöhnlichen Konzertabends in Rönsahl gewonnen werden. Und zahlreiche Besucher wollten sich diesen musikalischen Leckerbissen nicht entgehen lassen.

Auf den Zeitpunkt am Vorabend des Ewigkeitssonntags, aber gleichzeitig als Einstimmung auf die beginnende Adventszeit, war das Programm abgestimmt. So hatten Chor und Orchester Wolfgang Amadeus Mozarts „Missa Brevis“ in C-Dur – ausgelegt als Messe für Sopran, Alt, Tenor und Bass – als Entree gewählt und trugen dabei dem Zeitgeist des 1776 in Salzburg entstandenen Werkes Rechnung. Das Mozart-Werk stellte hohe Anforderungen an die Interpreten, war es doch komplett in lateinischer Sprache zu singen. Auch die Begleitung durch die serenadenähnliche Violinmelodie, dabei unterlegt durch die kräftigen Stimmen von Pauke und Trompete sowie die eigenständig-solistische Präsenz der Orgel, forderte den Musikern einiges ab.

Von hoher künstlerischer Ausstrahlung getragen präsentierte sich auch die Choralkantate aus der Feder von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 bis 1847) nach dem von Georg Neumann 1641 getexteten und sehr bekannten Kirchenlied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Dabei verfehlten insbesondere die nuancenreich und sich teilweise scheinbar stimmlich überlagernden und dennoch melodisch ineinander fließenden Sentenzen nicht ihre Wirkung auf das Publikum, das die Interpreten mit entsprechendem Beifall belohnte. Den gab es erst recht für das beeindruckende Solo von Karsten Dobermann in Georg Philipp Telemanns „Trompetenkonzert f-Moll“ in den Sätzen „Allegro Largo e Piano und Vivace“. Besonders beachtlich dabei, dass dieser Part gänzlich ohne die natürliche Strahlkraft, die einem in D-Dur angelegten Trompeten-Solo in der Regel innewohnt, auskommen musste. Das deshalb vom Solisten hier in besonderem Maße geforderte hohe Maß an Virtuosität ließ diesen Teil des Konzerts deshalb zum absoluten Höhepunkt des Abends werden.

Den gedanklichen Übergang vom stillen Ewigkeitssonntag zur Adventszeit markierte die abschließend zu Gehör gebrachte Motette Joh. Christoph Friedrich Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ nach einem der bekanntesten Lieder aus der Feder von Philipp Nicolai. Mit dem Gebet „Dona nobis pacem“, ebenfalls in Mozart‘scher Vertonung, klang die Veranstaltung aus. ▪ cr

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