Löschwasserteich in Berken muss „ertüchtigt“ werden

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Der Löschwasserteich, der sich zwischen Berken und Hemecke befindet, enthält in Trockenzeiten nicht mehr genügend Wasser, um Löscharbeiten bei Gebäudebränden sicherzustellen.

Kierspe - Wenn es brennt, kommt es nicht nur auf jede Minute an, sondern oft genug auch auf jeden Liter Wasser. Doch gerade dieses steht im Kiersper Stadtgebiet nicht jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung.

Da einige Löschwasserteiche – vor allem in Trockenzeiten – nicht mehr genügend Wasser beinhalten, müssen Hilfskonstruktionen gefunden werden. Aber auch für die Anwohner hat das Konsequenzen, auch dann, wenn es nicht brennt.

Im Oktober 2015 geriet ein Bauernhaus in der Rönsahler Ortslage Dörscheln durch einen technischen Defekt in Brand. In unmittelbarer Nähe des Hofes befand sich zwar ein Löschwasserteich, doch sein Wasser reichte bei Weitem nicht aus, um den Brand zu löschen. Mit Löschfahrzeugen wurde damals ein Pendelverkehr zwischen der Einsatzstelle und dem Gerätehaus Rönsahl aufgebaut. Doch erst, als zwei Tankcontainer aus dem Oberbergischen Kreis angefordert wurden und einsatzbereit waren, konnte der Druck in den Schläuchen konstant gehalten werden. 

Bei dem Brand in Dörscheln vor fast zwei Jahren stellte die Wasserversorgung ein großes Problem dar, das mit der Verlegung von Schläuchen nicht gelöst werden konnte.

Dieser Einsatz zeigt, welche Bedeutung auch heute noch Löschwasserteiche gerade in den Außenbereichen haben. Doch nicht überall ist es nach MZ-Informationen mit diesen Entnahmestellen zum Besten bestellt. So reicht der Löschwasserteich, der sich zwischen Berken und Hemecke befindet nicht mehr aus, um die geforderten Wassermengen vorrätig zu halten – vor allem in Trockenzeiten. Ursache dafür ist, dass es sich bei dem künstlichen Wasserreservoir um einen sogenannten Himmelsteich handelt – also um einen Teich, der nicht über einen Wasserzulauf verfügt, sondern dessen Füllstand ausschließlich durch Regenwasser beeinflusst wird. Nähert man sich diesem, von Bäumen und Büschen beschatteten Gewässer, sieht man derzeit gleich, dass sich der Wasserstand deutlich unter der möglichen Marke befindet. 

Bauherr muss auf Umzug ins Wohnhaus warten

Wehrleiter Georg Würth kann auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung die dazugehörigen Zahlen liefern. „Statt der üblichen 95 Kubikmeter, die sich in dem Teich befinden sollten, sind dort in Trockenzeiten nur noch 70 bis 80 Kubikmeter Wasser vorhanden.“ Noch im vergangenen Jahr habe man aus diesem Grund in Berken eine Feuerwehrübung veranstaltet. Dabei habe man verschiedene Rohrleitung aufgebaut, zum einen zu dem besagten Teich, zum anderen zu dem weiter entfernten Teich, der sich an der städtischen Straße zwischen Haus Rhade und Romberg befindet. „Dazu setzen wir dann Fahrzeuge des Löschzugs 3 ein, die über die entsprechende Technik verfügen“, erklärt Würth. Demnach steht in dem Grenzdorf unter anderem ein Wagen, der im Fahren rund 600 Meter Schlauchleitung verlegen kann. 

Doch dem Märkischen Kreis reichen diese technischen Maßnahmen nicht aus. So wurde einem Bauherren die Baugenehmigung für sein neues Wohnhaus in Berken zwar erteilt, allerdings unter der Auflage, dass er dort erst einziehen darf, wenn der Löschwasserteich „ertüchtigt“ wird. Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises erklärt, dass sich hinter dieser Ertüchtigung nichts anderes verbirgt, als die Schaffung einer zusätzlichen Wasserzufuhr. „Die Stadt Kierspe hat uns zugesagt, dass dieser neue Zulauf noch in diesem Jahr geschaffen wird, dann steht auch dem Einzug der Bauherren in ihr neues Haus nichts im Wege“, sagt Klein. 

Doch auch an den anderen Löschteichen kommt noch Arbeit auf die Stadt zu. Würth: „Wir sind derzeit dabei, eine Prioritätenliste zu erstellen, nach der die Instandhaltung der Teiche erledigt werden sollen. Denn mit den Jahren verschlammen die Löschwasserteiche auch immer mehr und müssen dann ausgebaggert werden.“

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