Traurig, dass die Arbeit solch aktuellen Bezug hat

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Nach den Wahlen präsentierte sich der Vorstand von „Kinder von Tschernobyl“ in seiner alten Besetzung. ▪

KIERSPE ▪ Viel zu berichten, gab es auf der Mitgliederversammlung der „Kinder von Tschernobyl“. Die Vorsitzende Gisela Steinbach gab einen Rückblick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres und der Beisitzer Helmut Willnat informierte über Transporte in die Ukraine.

Über die Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr berichtete die Vorsitzende Gisela Steinbach. 55 Mitglieder zähle der Verein zurzeit. Im vergangenen Jahr habe er 46 Gäste nach Kierspe und Umgebung einladen. Erstmalig habe der Verein ein Linienbusunternehmen für das Abholen der Gäste genutzt. Erfreut zeigte sich Steinbach, dass in den Gastfamilien „alles rund“ gelaufen sei. Ein Kind habe jedoch einen Fahrradunfall gehabt und zwei Kinder seien im Affen- und Vogelpark von einem Affen gebissen worden. Achim und Hildegard Holz hätten mit einem Info- und Verkaufsstand im Januar und April beim Rewe-Markt und zudem im April noch auf dem Wochenmarkt auf die Arbeit des Vereins aufmerksam gemacht. Zudem sei der Verein auf zwei Weihnachtsmärkten vertreten gewesen.

Im vergangenen Mai habe der Vorstand mit Gasteltern Kiew besucht. Zurzeit ständen 27 Medikamentenkinder auf der Liste des Vereins „Kinder von Tschernobyl“. Diese seien im vergangenen Jahr alle vom Vorstand besucht worden. Ebenfalls sei die Familie Bostan aufgesucht worden, deren Situation sich soweit entspannt habe, als dass sie ihre Adoptivkinder wieder zurück erhalten haben. Auch die Probleme, die ihr Haus in Wischgorod betroffen hätten, seien nun gelöst und die Familie könne dort auch in Zukunft wohnen. Die Kindererholung habe im vergangenen Jahr ebenfalls stattgefunden, und sei vom Tschernobyl-Verein Eichenau bei München finanziert worden.

Auch auf die Frage, wie es 2011 weiter gehen wird, hatte sich Gisela Steinbach vorbereitet. So werde es 2011 wieder eine Einladung in Gastfamilien geben. Bisher seien 49 Einladungen ausgesprochen worden. Während des Aufenthaltes der Kinder soll es wieder eine Halbtagsbetreuung in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde geben. Die Kindererholung in den Karpaten werde 2011 wieder vom Kiersper Verein „Kinder von Tschernobyl“ finanziert. Der Vorstand plant auch in diesem Jahr wieder nach Wischgorod zu fahren. Dieses Mal begleitet ihn eine Gastfamilie aus Marienheide. Am 25. Jahrestag des GAU von Tschernobyl, 26. April, soll ein Infostand vor dem Rewe-Markt stehen, diese Aufgabe übernehmen Achim und Hildegard Holz.

Für die Packaktionen der Hilfsgüter würden noch helfende Hände benötigt. Interessenten können sich an Gisela Steinbach unter der Rufnummer (0 23 59) 90 31 73 wenden.

Im Anschluss an den Bericht der Vorsitzenden Gisela Steinbach berichtete Beisitzer Helmut Willnat über die Transporte in die Ukraine. Alles in allem seien etwa 17,5 Tonnen Hilfsgüter nach Bereginja und nach Wischgorod gebracht worden. 16 000 Kilogramm Textilien, Schuhe und Pampers, 460 Kilogramm Spielzeug, 22 Matratzen, drei Kinderbetten, 21 Fahrräder, elf Nähmaschinen sowie 15 Kinderwagen und weitere Güter seien auf den Weg gebracht worden. Aus Kostengründen und weil die Kraft der Helfer für drei Transporte auf Dauer nicht ausreiche, würden künftig nur noch zwei Fahrten organisiert. Probleme mit den Behörden und der Verzollung habe es auch im vergangenen Jahr wieder gegeben. Der nächste Transport nach Bila Zerkwa sei für Mai oder Juni geplant. Doch vorher heiße es für die Helfer die Ware an den Annahmeterminen entgegen zu nehmen, sie in mindestens zwei „Nachpackterminen“ zu sortieren, Fahrräder zu überprüfen, Großspielzeug zu verpacken und so weiter.

„Ich glaube, die Menschen in Deutschland wissen gar nicht, wie gut das Gute ist, das sie für uns tun“, drückte es Aleksandr Levtschenko aus Skwira gegenüber Helmut Willnat aus. „Es ist traurig und es macht zornig, dass unsere Arbeit durch den Unfall in Japan solch aktuelle Bedeutung bekommen hat“, bekräftigte Helmut Willnat. „Es ist empörend, dass die Gier nach Geld und wirtschaftlicher Erfolg die Sicherheitsbedenken beiseite schieben, und dass viele Menschen mit großem Leid dies alles bezahlen müssen.“

Bei den anschließenden Wahlen wurden Gisela Steinbach als Vorsitzende und Helmut Willnat als Beisitzer einstimmig wieder gewählt.

Gisela Steinbach informierte, dass sie Briefe für Freunde und Bekannte im April nach Wischgorod mitnehmen könne. Diese müssten bis zum 4. April bei ihr eingegangen sein.

Der Mitgliederversammlung endete mit dem Kassenbericht, vorgetragen von der Kassiererin Barbara Rittinghaus. Nach dem Bericht der Kassenprüfer erteilte die Versammlung dem Vorstand Entlastung. ▪ Gertrud Goldbach

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