Corona-Schutzmaßnahmen bei Beerdigungen

Kontakterfassung, Sitzplan und Kondolenzverbot bei Beerdigungen

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Die Kiersper Bestatterin Dorothea Hunsmann-Wende hat viele Veränderungen während der Corona-Pandemie umsetzen müssen.

Kierspe – „Am Grab den Angehörigen nicht in den Arm nehmen zu können, fällt vielen Menschen unglaublich schwer. Und viele fragen sich dann auch, ob die Herzlichkeit, die wir immer gelebt haben, jemals wiederkommt?“, beschreibt Dorothea Hunsmann-Wende Situationen, die sie immer wieder erlebt.

Die Kiersper Bestatterin hat in den vergangenen Monaten einen stetigen Wandel bei den Vorschriften rund um Beerdigungen und Trauerfeiern erleben müssen. Und auch, wenn in vielen Bereichen des täglichen Lebens die Normalität zurückgekehrt ist, bei Beerdigungen ist sie das noch lange nicht. 

Verschiedene Vorschriften

„Unschön war, dass es auf jedem Friedhof und in jeder Stadt andere Vorschriften gab. Überall wurden anderen Größen der Trauergemeinde angeordnet – und die eine Kommune kontrollierte das auch, andere nicht“, erzählt Hunsmann-Wende von ihren Erfahrungen. Mittlerweile sind die Beschränkungen in diesem Bereich aber auch gelockert, wobei die Zahl der Trauergäste in den Friedhofskapellen immer noch reglementiert ist. So dürfen derzeit in Kierspe 30 Trauernde in die Kapelle, in Rönsahl sind es zwölf und in Meinerzhagen sogar 60. Bei Betreten und Verlassen muss aber nach wie vor eine Maske getragen werden, am Platz aber nicht mehr. Vor der Kapelle dürfen weitere Mitglieder der Trauergemeinde die Feier verfolgen – mit Abstand und Maske. Bei der Zeremonie am Grab gibt es dann bis auf die Abstandsregeln keine Vorschriften mehr, wobei eben die Nähe beim Kondolieren auch fehlt. Hunsmann-Wende: „Das ist schon manches mal herzzerreißend.“

Möglich ist es den Angehörigen auch, sich im Bestattungsinstitut am offenen Sarg zu verabschieden. „Da sind aber nur zwei Besucher im Raum zugelassen – und darauf achten wir auch sehr“, so die Bestatterin. Sollte der Verstorbene allerdings an Covid-19 gestorben sein, bleibt der Sarg zu. Mittlerweile hat die Kiersperin aber auch im Umgang mit den Leichnamen, die mit dem Virus infiziert waren, ihre Erfahrungen gemacht. „Das war in der ersten Zeit nicht immer ganz leicht. Da mussten wir die Verstorbenen in antiseptische Tücher packen und es gab feste Zeitfenster in den Krematorien“, berichtet die Kiersperin.

Schutzkleidung war immer üblich

Grundsätzlich hat sich aber beim Umgang der Bestatter mit den Leichnamen nicht viel geändert – vor allem, weil es vor der Pandemie schon strenge Vorschriften gab. Hunsmann-Wende: „Wir haben schon immer Schutzkleidung getragen, nun ist eben noch die Maske dazugekommen.“ 

Viel Arbeit macht den Bestattern auch die Erfassung der Kontaktdaten der Trauernden, die in der Kapelle an der Beerdigungsfeier teilnehmen. In Meinerzhagen muss sogar ein „Sitzplan“ erstellt werden, aus dem ersichtlich ist, wer neben wem gesessen hat. „Die Kontaktdaten erfassen wir nicht in Listen, weil das unserer Meinung nach gegen die Datenschutz-Verordnung verstoßen würde. Die Trauernden füllen Zettel aus, die wir dann in einer Box aufbewahren. Nach vier Wochen wird dann alles vernichtet“, beschreibt Hunsmann-Wende das Prozedere. Kontaktdaten werden dann auch beim anschließenden Trauerkaffee erfasst, zu dem mittlerweile wieder bis zu 50 Personen zugelassen sind, wenn die Räume das zulassen, denn auch dort gelten nach wie vor die üblichen Abstandsregeln.

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