Toter Baum ein Heim für den Specht

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Eine kurze Vorbesprechung, bei der die Aufgaben verteilt werden, dann geht es auch schon los zum Heckenschnitt.

Kierspe - Die jahrzehntelange Arbeit der Ehrenamtlichen beim BUND zahlt sich aus. Die Artenvielfalt habe zugenommen, erläuterte Gudrun Barth anhand vieler Beispiele. Am Samstagmorgen trafen sich 13 Helfer bei schönem Wetter zum alljährlichen Heckenschnitt.

Den Kopfweiden am Kerspebach und den Erlen am Büchener Bach nahe der Eickener Mühle rückte Wilhelm Heweling mit der Motorsäge zu Leibe. Den Erlensaum hatte der Wupperverband gepflanzt, die Bäume halten einerseits das Ufer fest und bilden andererseits mit ihren ins Wasser wachsenden Wurzeln kleine Staubereiche. Davon war an diesem Morgen wenig zu sehen. Nach der langen Trockenheit führte der kleine Bach nur spärlich Wasser, stattdessen füllte das Laub der Bäume die Senke auf.

Die Anpflanzung und Pflege der Erlen ist eine Renaturierungsmaßnahme: Die Fließgeschwindigkeit des Wassers wird dadurch herabgesetzt, aus einer begradigten Rinne wurde wieder ein Bach mit abwechslungsreichen Ufern. Denn wenige Meter weiter wachsen zwischen den Erlen Weiden, Weißdorn, Pfaffenhütchen und zahlreiche andere Gehölze, die sich teilweise selbst angesiedelt haben. Zur Verbreitung der Samen tragen auch die Vögel bei, die dort nisten.

Eine andere Gruppe schnitt einige Abschnitte der Wildsträucher-Hecken, die Hegering und BUND gepflanzt hatten. Wichtig dabei: Die Zweige wurden wieder zurückgesetzt, die Früchte, die daran hängen, bleiben so noch eine Weile erhalten.

Wieder dabei waren einige Mitarbeiter der Heesfelder Mühle. Klaus Brunsmeier beschnitt die Obstbäume, die vereinzelt in die Hecken hineinwachsen. Die sehen nicht nur schön aus, sie sind auch wichtig für die Tierwelt. Denn im Frühling bieten die Blüten von Schlehen, Apfelbäumen, Wildpflaumen und Hundsrosen den Insekten Nahrung, während sich in der kalten Jahreszeit Tiere von den Früchten und Samen ernähren.

Beim Beschneiden gingen die Naturschützer mit Augenmaß vor und ließen gelegentlich auch abgestorbene Bäume stehen. Zwei querliegende Stämme dienen einem Eisvogel als Ansitzplatz und am Kerspebach hatte sich zur Freude von Gudrun Barth ein Buntspecht einen toten Ast erobert. Zum Schluss wurde der Astschnitt geschreddert und bei einem Teller heißer Suppe beendeten die Ehrenamtlichen die Herbstaktion.

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