Tonnenschwere Maschine füllt Lahme-Halle zum Großteil aus

Hier hängt die 55 Tonnen schwere Schließeinheit am Haken.

KIERSPE - Millimeterarbeit war gefordert, als die Spritz- und die Schließeinheit wieder zusammenmontiert wurden. Da kam es auf einen Zehntelmillimeter an. Die neue Maschine mit einer Schließkraft von 1300 Tonnen nimmt mit 12,50 Metern Länge, dazu noch verschiedene Peripheriegeräte wie ein Roboter und die Montage, einen Großteil der erst im vergangenen Jahr errichteten Halle des Kiersper Kunststoffverarbeiters Lahme ein.

Von Rolf Haase

Die Aufstellung musste gestern komplett ohne einen Hallenkran passieren, weil dieser noch fehlt. Doch Geschäftsführer Karsten Lahme, der die Arbeiten persönlich überwachte, konnte sich auf die beteiligten Spezialfirmen verlassen. Die Firma Kempmann aus Lüdenscheid war mit einem 90-Tonnen-Hydraulikkran auf dem Unternehmensgelände an der Waldheimstraße sowie außerdem einem 65-Tonnen-Boomtruck. Das war auch nötig, denn die Schließeinheit allein bringt 55 Tonnen auf die Waage und die Spritzeinheit auch immerhin 17 Tonnen.

Mit dem Boomtruck, der die beiden Maschinenteile an der Kopfseite an den Haken nahm, wurden diese vorsichtig längs durch die gesamte Halle an den vorgesehenen Standplatz geschoben. Dabei durfte kein Massegranulatkorn vor den Transportrollern liegen, das hätte die schwere Fuhre unweigerlich gestoppt. Doch alles klappte problemlos.

Die große Spritzgießmaschine von Kraus-Maffei ist erst wenige Jahre alt und konnte aus der Insolvenzmasse eines Mitbewerbers in Buchholz-Mendt im Westerwald gekauft werden. Dort wurde sie am Mittwoch abgebaut und auf insgesamt drei Lastzüge verladen. Darunter ein Schwertransport, der die Strecke über Gummersbach nach Kierspe nur in der Nacht zurücklegen durfte. „Die Verladung übernahm ein 160-Tonnen-Hydraulikkran“, berichtet Karsten Lahme, der ebenfalls in dieser Phase dabei war. Alle Lastwagen standen gestern Morgen pünktlich an der Waldheimstraße zum Abladen bereit. Die Montage der Einzelteile lag in den Händen des Meinerzhagener Industrieservice Peter Dango.

Die neue Maschine vergrößert das Spektrum im Unternehmens jetzt deutlich nach oben, bislang war bei 700 Tonnen Schließkraft Schluss. Verbunden mit dem Kauf ist die zudem die Verlagerung von insgesamt 19 Werkzeugen für Maschinen zwischen 50 und 1300 Tonnen Schließkraft des Kraftfahrzeugzulieferers Faurecia. Auf der großen Maschine wird künftig so ein Bauteil der Frontpartie für den Ford Fiesta gefertigt. Auch den Kühlergrill wird Lahme herstellen. Sämtliche Teile werden in das Just-in-Time-Lager für Ford nach Köln geliefert.

Für Lahme bedeutet der aktuelle Auftragsdeal, dass 20 bis 25 Arbeitsplätze entweder neu geschaffen oder langfristig gesichert werden können, was natürlich eine sehr positive Entwicklung darstellt und zur Standortsicherung beiträgt. Das Werkzeug für die große Maschine, das übrigens selbst auch noch mal 12,1 Tonnen wiegt, kommt in den nächsten Tagen. Nächste Woche soll der Probelauf erfolgen und die Produktion dann Ende September aufgenommen werden.

Gestern liefen parallel noch die Erdarbeiten für die Versorgung mit Strom, Druckluft und Kühlung. Die Elektroinstallationen führt die Firma Eichhoff durch.

Neben der großen Maschine wurde noch eine weitere mit einer Schließkraft von 550 Tonnen angeschafft, die bereits in der Produktionshalle steht.

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