800 Tonnen Streusalz warten auf Wintermonate

In der Lagerhalle des Kiersper Bauhofs lagern schon seit Juni wieder rund 800 Tonnen Streusalz. ▪ Archivfoto: J. Becker

KIERSPE ▪ Während sich andere in der Sonne aalen und ihren Urlaub am Strand genießen, kümmern sich die Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt Kierspe bereits seit Anfang Juni um die Planungen für den Winter. Denn nachdem so gut wie allen Städten und Gemeinden im Märkischen Kreis im vergangenen Jahr das Streusalz schon früh ausgegangen war, wollen sie in der kommenden kalten Jahreszeit besser vorbereitet sein.

975 Tonnen Salz, Splitt und Lavagranulat waren in Kierspe im Winter 2009/2010 gestreut worden. Schon im Dezember kam das letzte Salz auf die Straßen der Volmestadt, in den folgenden Monaten blieben nur noch Splitt und Lava. Und obwohl Birgit Eschrich immer wieder versuchte, Nachlieferungen an Salz zu bekommen, war nichts mehr zu machen. „Da wurden teils wirklich horrende Summen genommen“, erklärte sie. Der Preis hätte für eine Tonne Streusalz zwischen 300 und 400 Euro gelegen, normal seien 65 Euro pro Tonne. „Da haben wir uns dann enthalten.“

Ganz im Gegenteil dazu kauft Eschrich lieber, wenn der Preis möglichst niedrig ist. Darum ist die Halle am Bauhof auch schon voll: Rund 800 Tonnen Streusalz lagern dort bereits seit Anfang Juni und warten auf ihre Verwendung. Zu diesem Zeitpunkt lag der Preis nochmal um etwa 20 bis 30 Prozent niedriger als zur Winterdienstzeit.

Das weiße Gold, das in Kierspe im kommenden Winter für griffige Straßen und Wege sorgt, stammt aus Wesel. „Es gibt auch Zulieferer aus Marokko oder Italien. Die können durch günstige Arbeitskräfte durchaus mit den Preisen hier mithalten.“ Allerdings müsse das Salz dann verschifft werden, wobei es oft Wasser ziehe. „Dann verklumpen uns aber die Streumaschinen, das hat also keinen Sinn“, so Eschrich. Aus Wesel wird das Salz von einer speziellen Spedition des Verkäufers angeliefert. „Selbstabholung würde da nur stören, weil die Anbieter ja sehr viele Abnehmer beliefern.“

Insgesamt zehn Streumaschinen werden dann im Winter wieder in Kierspe im Einsatz sein: Sieben große für die Straßen und drei kleine für die Kleintrecker, die sich um die Gehwege kümmern. Und um beim ersten Schneefall dann umgehend handeln zu können, beschäftigen sich die Bauhofmitarbeiter bereits in den Sommermonaten mit den Planungen. Dabei geht es nicht nur um den Kauf von Streusalz, sondern auch um die Anpassung oder Umarbeitung von Streudiensten und die Planung zur Straßenräumung. Denn gerade aus dem vergangenen Winter mit den enormen Schneemassen, die große logistische Herausforderungen an die Bauhofsmitarbeiter stellten, dürften im Vorgriff auf den kommenden Winter eine gute Vorbereitung sein.

Für Birgit Eschrich ist es zudem kein komisches Gefühl, sich bereits bei 20 oder 30 Grad Celsius Gedanken über die Frostmonate zu machen. „Das ist bei uns reine Routine.“ Außerdem sei es viel angenehmer, über Schnee nachzudenken, wenn man noch Sommerkleidung tragen könne. „Da fängt man dann nicht gleich an zu frieren“, wusste Eschrich. ▪ isas

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