Tödliche Fleischköder: Peta setzt Belohnung aus

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Mühelos spüren Hunde Köder auf. Hundebesitzer sollten darauf achten, dass sie nie unbeaufsichtigt fressen. ▪

KIERSPE ▪ Nachdem Unbekannte an einem Wirtschaftsweg an der Schmiedestraße Fleischköder, gespickt mit spitzen Nägeln und Injektionsnadeln, auslegten, geht unter Hundehaltern die Angst um. Die Tierrechtsorganisation Peta setzt nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur Ermittlung und Überführung des Täters oder der Täter führen.

„Die Hunde in Kierspe schweben in akuter Lebensgefahr“, sagt Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei Peta. „Es ist äußerste Vorsicht geboten, damit keine Tiere durch die Köder zu Tode kommen. Die Täter müssen schnellstmöglich gefasst werden, damit Tierfreunde in Kierspe unbeschwert mit ihren Hunden spazieren gehen können. Die ausgelegten Köder können aber auch Kindern zum Verhängnis werden“, warnt sie weiter.

Da immer wieder präparierte Köder von Tierquälern ausgelegt würden, fordert Peta zudem eine bundesweite Meldepflicht für Anschläge dieser Art. Auf diese Weise würden sich diese registrieren und dokumentieren lassen – anschließend könne die Bevölkerung über die Gefahren informiert werden. Zudem werde festgehalten, wie häufig Tiere „Opfer dieser sadistischen Misshandlung“ werden, heißt es in einer Mitteilung der Tierschutzorganisation.

Auch in Kierspe hat es in der Vergangenheit immer mal wieder Vorfälle gegeben. Zuletzt vor einem Jahr. An den Wiesen unterhalb des Oppelner Weges wäre ein russischer Windhund beinahe gestorben. Immer wieder kursieren zudem Gerüchte über Köder mit Giftstoffen.

Peta macht darauf aufmerksam, dass ein vergifteter Hund schnellstmöglich tierärztlich behandelt werden müsse. Bereits bei einem Verdacht sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Fälle von grausamer Tierquälerei würden täglich in Deutschland aufgedeckt. Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte seien sich nach Auskunft der Tierrrechtsorganisation mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Die Tierschützer machen in ihrer Pressemitteilung auch auf eine Aussage des Aggressionsforschers Dr. Christoph Paulus von der Universität Saarland aufmerksam. Er habe herausgefunden, dass geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter vorher bereits Tiere gequält hätten.

„Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden“, mahnen die Tierschützer.

Zeugen, die Informationen zu diesem Vorfall an der Schmiedestraße beisteuern können, sollten sich telefonisch an die Polizei in Meinerzhagen, Rufnummer (0 23 54) 9 19 90, wenden. Bisher gibt es keine Verdächtigen. ▪ lm

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