Neuer Kirchenmusiker im ganzen Dekanat unterwegs

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Absprachen mit den örtlichen Pastoren und Pfarrern gehören auch zum Arbeitsfeld von Tobias Spenke – wie hier mit dem Kiersper Pastor Gregor Myrda.

Kierspe/Meinerzhagen - Einen neuen Kirchenmusiker hat das katholische Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid. Seit April dieses Jahres ist Tobias Spenke hier tätig. Seine Aufgaben unterscheiden sich von denen der bisherigen Kantoren wesentlich.

Das beginnt schon damit, dass seine „Chefs“ beim Generalvikariat Essen sitzen und nicht im Dekanat. Dort sind es die Referenten für Kirchenmusik Stefan Glaser, Dr. Herbert Fendrich und Dr. Michael Dornemann. Sie waren es, die im Dekanat Altena-Lüdenscheid in der Kirchenmusik einen neuen Weg beschreiten wollen und Tobias Spenke genau aus diesem Grund eingestellt haben.

„Es geht darum, offen zu sein für Dinge, die sich entwickeln und nicht in einer Struktur gefangen sind“, erklärte Tobias Spenke sein Aufgabengebiet. „So muss ich immer wieder Prioritäten ausloten, die in der Zukunft tragbar sind.“ Dazu gehören Chorprojekte, für die eine längerfristige Bindung nicht nötig ist.

Spenkes Aufgabe wird es auch sein, im gesamten Dekanat zu schauen, wo er junge Menschen findet, die er kostenlos an der Orgel, in Chören und auch an anderen Instrumenten coachen kann. Sie sollen von ihm auf spielerische Weise die Musik entdecken, um später ehrenamtliche in den Gemeinden tätig zu sein. „Hauptamtliche Kirchenmusiker wird es nicht mehr, oder bedeutend weniger geben“, so Spenke. Auf einem guten Weg ist Tobias Spenke schon: In den vier Monaten, in denen er im Kreisdekanat tätig ist, hat er bereits neun Orgelschüler gewinnen können, bis auf einen alle im Alter von 20 bis 35 Jahren. „Ich werde bei meiner Arbeit darauf achten, dass ich das ganze Dekanat gleichmäßig abdecke. Denn alle Pfarreien beobachten mich und registrieren, wo ich etwas anstoße und wo nicht.“ Tobias Spenke ist katholisch, gebürtig aus Dresden und 40 Jahre alt. Musik studiert hat er in Düsseldorf und Bremen. In Bremen erhielt er nach seinem Studium auch seine erste Anstellung, und zwar in einer evangelischen Gemeinde.

Florian Mayr (links) gehört zu den neuen Schülern, denen Tobias Spenke spielerisch die Orgel näher bringen wird.


Zwölf Jahre war er dort als Kirchenmusiker tätig, als in ihm der Wunsch aufkam, sich beruflich zu verändern. In Bremen hatte er schon viel in der Nachwuchsausbildung gearbeitet. Und genau diesen Bereich wollte er gerne ausbauen. Die Möglichkeit bot sich ihm im Bistum Essen. Eine Bleibe gefunden hat er dann im April in der ehemaligen Küsterwohnung in Kierspe, nahe der Kirche St. Josef. „Dabei werde ich, bei weit mehr als 1500 gefahrenen Kilometern im Monat, meine Hände mehr am Lenkrad meines Autos, als auf den Tasten der vielen Instrumente im Kreisdekanat haben oder Chören einen Einsatz geben“, bewertete er seine jetzige Aufgabe.

Den Ausgleich zu seiner Arbeit sucht Tobias Spenke beim Joggen oder beim Kochen. „Ich esse gerne und koche gerne. Eine bestimmte Küche bevorzuge ich aber nicht, ich lasse mich vom Angebot in den Supermärkten inspirieren“, gestand er. Auch freut er sich über den kleinen Garten an seinem Haus, der eher ein Zier- als ein Nutzgarten werden wird.

Nicht beruflich, sondern rein privat, singt er noch im Kammerchor „Capella Qurina“ in Neuss mit. Das ist ein Projektchor mit professionellen Sängern, die sich jeweils vor anstehenden Konzerten ein paar Mal treffen und dann Konzerte in Australien, Japan oder den Vereinigten Staaten von Amerika geben.

Ein Netzwerk für musikalisch Interessierte richtet er derzeit ein, das sei aber noch nicht fertiggestellt. Über eine Kontaktaufnahme freut sich Tobias Spenke. Das geht am einfachsten via E-Mail unter der Adresse tobias-spenke@bistum-essen.de.

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