Tierschutzverein Arche vermittelt Hund Luci

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Vor drei Jahren entschied sich Gerda Ackermann für die kleine Luci. Heute sind die beiden ein unzertrennliches Paar. ▪

KIERSPE ▪ Manch ein Tier hat ein schweres Schicksal zu tragen. Da ist es gut, wenn der Tierschutzverein eingreift und den Vierbeiner in bessere Hände vermittelt.

„Ich habe immer nur Schäferhunde gehabt und auch in meinem Elternhaus bin ich mit Schäferhunden aufgewachsen. Da wusste ich am Anfang wirklich nicht, ob ich einen kleinen Hund wollte“, erinnert sich Gerda Ackermann an die Zeit vor drei Jahren, als Luci zu ihr kam.

Von ihrer Nichte Ute Pillmayer, die im Vorstand des Tierschutzvereins Arche arbeitet, war die heute 67-Jährige gebeten worden, einen kleinen Hund in Pflege zu nehmen. Lange hat die Rentnerin überlegt. In den Jahren zuvor hatte sie bereits etliche Male Hunde aus schwierigen Verhältnissen aufgenommen, aber eben immer nur Schäferhunde. Insgesamt sieben dieser Tiere fanden so den Weg zu der Tierfreundin, die letztlich dann auch alle Schäferhunde bis zu deren Tod behielt – alle bis auf einen. Ein belgischer Schäferhund fand keinen rechten Draht zu Gerda Ackermann, zeigte sich aggressiv und machte durch dieses Verhalten deutlich, dass keine Beziehung auf Dauer entstehen würde. Aber selbst diesen Hund behielt die Kiersperin fast ein Jahr. Denn so lange dauerte es, bis sich ein geeignetes neues Heim für das große Tier gefunden hatte.

Doch all dies ist Geschichte. Jetzt hat Gerda Ackermann Luci und würde sie für kein Geld der Welt wieder hergeben. Sie erinnert sich noch genau an die erste Begegnung vor drei Jahre. Ute Pillmeier hatte sie mit zu der Familie genommen, bei der Luci damals lebte. „Der Hund zitterte und ließ alles unter sich gehen, als er uns sah. Doch später, als sie hier im Haus war, da hat sie so etwas nie wieder gemacht“, erinnert sich Ackermann.

Direkt mitgenommen hatte sie die damals vierjährige Hündin nicht: „Mein Sohn sollte sie sich erstmal ansehen. Da wir in einem Haus wohnen, sollte er mitentscheiden.“ Das tat dieser dann auch und brachte Luci von dem Besichtigungstermin gleich mit.

Wenn sich Gerda Ackermann an die ersten Wochen und Monate mit ihrem neuen Hund erinnert, dann kommen auch wieder die nicht so einfachen Situationen ins Gedächtnis: „Wochenlang ließ sich Luci gar nicht anfassen, ich vermute, dass die Kleine vorher auch so manchen Tritt einstecken musste.“ Bis heute hat der Hund ein gestörtes Verhältnis zu Männern und will seine „Chefin“ bis zum Letzten verteidigen. „Wenn wir Spazierengehen und uns ein anderer Hund begegnet, dann rastet Luci regelrecht aus“, so Ackermann. Außerdem suche sich das Tier seine Kontaktpersonen selbst aus. So hat sie im Laufe der Zeit ein gutes und enges Verhältnis zu dem fünfjährigen Enkel der Kiersperin entwickelt und geht mit dem Jungen auch gerne spazieren. Aber grundsätzlich weicht Luci Gerda Ackermann nicht von der Seite. „Ganz schlimm ist das, wenn ich mal ein paar Tage wegfahre. Dann springt sie mir zur Begrüßung in die Arme und legt ihren Kopf auf meine Schulter. An solchen Tagen lässt sie sich auch nicht mehr von mir trennen.“

Doch auch im Alltag sind die beiden eine Einheit. So ist der Stammplatz von Luci, wenn sich Frauchen zum Mittagsschlaf aufs Sofa legt, der Bauch ihrer Besitzerin. Doch nicht nur für Luci hat sich vieles zum Besseren entwickelt, auch Gerda Ackermann sagt heute: „Mir konnte gar nichts Besseres passieren, als dieser Hund.“

Außer den beiden freut sich auch Ute Pillmayer über das Gespann, denn, „es ist schon schwer, für einen Hund ein neues Heim zu finden. Die meisten wollen lieber einen Welpen.“

Neben der Suche nach einem neuen Heim, kommt auch rechtlich einiges auf den Tierschutzverein zu. So muss mit dem alten Besitzer ein Übernahmevertrag gemacht werden. Und vor der Vermittlung an ein neues Herrchen wird genau geschaut, wo der Hund hinkommt und wie viel Zeit für den neuen Hausbewohner zur Verfügung steht. „Da muss schon alles passen“, so Pillmayer.

Leicht ist es nie für die Mitglieder der Arche einen Hund aufzunehmen. Denn außer bei Ute Pillmeier gibt es in Kierspe keine Pflegestelle, die bereit ist, Hunde aufzunehmen.

„Ich würde gerne noch ein Tier nehmen, wenn dieses sich in einer Notlage befindet, aber das lässt Luci nicht zu“, ergänzt Gerda Ackermann. ▪ jobek

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