Hegeringleiter  informiert über richtiges Verhalten 

Für den Tierschutz: Hunde im Wald an die Leine nehmen

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Gerade in der sogenannten Brut- und Setzzeit sollten Hunde im Wald an der Leine geführt werden. Nicht nur, um Wildern zu verhindern, sondern auch, um zu vermeiden, dass freilaufende Hunde zu viel Unruhe unter den Waldtieren verbreiten.

Kierspe – Anschaulich berichtet Matthias Heveling von der großen Betoffenheit einer Kiersper Hundebesitzerin. Die Frau war im Heiratswäldchen unterwegs, als ihr nicht angeleinter Vierbeiner plötzlich losrannte – einem Reh hinterher.

Als der Hund das Wildtier dann tatsächlich erwischte, hatte dieses keine Chance. „Die Hundebesitzerin hat sich vorbildlich verhalten und die Polizei gerufen. Diese wiederum benachrichtigte den Revierjäger, der das Tier von seinem Leiden erlösen konnte“, erzählt Heveling.

Matthias Heveling ist seit mittlerweile zwölf Jahren Vorsitzender des Hegerings Kierspe-Rönsahl. In den vielen Jahren hat er so manche Geschichte über wildernde Hunde gehört. Deshalb ist es ihm ein Anliegen, die Besitzer der Vierbeiner darüber aufzuklären, welche Gefahr für die Wildtiere von den Hunden ausgeht.

Rehkitze sind oft langsamer als der Hund

„Grundsätzlich dürfen die Hunde frei laufen, solange sie im Einwirkungsbereich des Besitzers sind“, erklärt er, weist aber auch darauf hin, dass viele Hunde nicht mehr richtig gut hören würden, wenn sie erst einmal Witterung aufgenommen hätten. „Jetzt beginnt die sogenannte Brut- und Setzzeit, die Rehkitze werden dann Anfang bis Mitte Mai geboren“, erzählt der Jäger. 

Gerade diese Kitze würden immer wieder zum Opfer eines tierischen Wilderers. „Wenn Gefahr droht, dann ducken sich die Kitze erst mal weg und verhalten sich ganz ruhig. Kommt der Hund zu nahe, dann halten sie das nicht mehr aus und laufen weg – nur sind sie in diesem Alter noch nicht so schnell wie der Hund“, sagt Heveling.

Während die Rehe eher auf dem Feld und am Waldrand anzutreffen seien, gelte ähnliches für die Frischlinge im Wald. „Wenn dann aber die Bache in der Nähe ist, kann es gefährlich für den Hund und seinen Besitzer werden“, sagt Heveling.

Auf Wegen ist die Gefahr in eine solche Situation zu kommen, gering, doch es gibt nach Beobachtungen von Heveling auch viele Spaziergänger, die mitten durch den Wald gehen würden. „Grundsätzlich ist das auch erlaubt, so lange nicht durch Dickungen und Neuanpflanzungen gegangen wird. Dort nimmt die Gefahr, auf ein Wildschwein zu treffen, aber zu.

Lea Volkmann und Matthias Heveling informieren im Rahmen eines Stammtisches für Hundebesitzer über das richtige Verhalten in der Natur.

Wenn Matthias Heveling so erzählt, wird klar, warum die Tierheilpraktikerin ihn zum nächsten Hundebesitzerstammtisch eingeladen hat. Aber auch die Kiersperin ist mitten im Thema. Auch sie kann von Hundebesitzern berichten, die ihre Tiere laufen lassen, ohne diese wirklich kontrollieren zu können. „Ich weiß, wie schwierig es gerade jetzt ist, den Hund zurückzuhalten, wenn er erst einmal den Geruch des Wildes in der Nase hat“, erzählt Volkmann. Deshalb verwende sie in der Brut- und Setzzeit auch eine Flexi-Leine, wenn sie mit ihrem Vierbeiner unterwegs ist.

de ich den Hund auch lieber frei laufen lassen, aber das ist mir jetzt zu gefährlich.“ Auch sie habe schon einmal erleben müssen, wie ihr – zum Glück angeleinter – Hund vor einem Rehkitz gestanden habe. „Das hat so geschrien, das möchte ich nicht noch einmal erleben“, sagt sie.

Heveling macht aber auch noch einmal klar, dass es bei der Bitte, die Hunde auf den Wegen zu halten, nicht nur um das Wildern gehe: „Wenn der Hund frei durch den Wald läuft, bringt er viel Unruhe. Diese können Jungtiere nicht gut vertragen.“

Stammtisch für Hundebesitzer

Der nächste Hundebesitzerstammtisch von Lea Volkmann findet am Mittwoch, 8. Mai, ab 19 Uhr in der Jause von Gut Bremecke unter dem Titel „Mit dem Hund durch die Natur – wichtige Regeln in Wald und Feld“ statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Besucher – die bitte die eigenen Hunde zuhause lassen sollten – begrenzt. Anmeldungen werden von Lea Volkmann unter der Rufnummer 0151/10026754 oder per Mail unter info@leavolkmann.de entgegengenommen. Die Kosten für die Teilnahme betragen 25 Euro, darin sind aber auch schon das Abendessen (Fleisch vom Grill, Salate, Brot und alkoholfreie Getränke) enthalten.

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