Tiernothilfe ist ein „Saisongeschäft“

+
Bärbel Höll (rechts) und Ute Pillmayer kümmern sich um Tiere in Not. ▪

KIERSPE ▪ Es ist noch Ferienzeit – das bedeutet vor allem für den Tierschutzverein Arche Kierspe viel Arbeit, da besonders in dieser Zeit eine größere Anzahl von Tieren wie Hasen, Katzen, Hunde oder Meerschweinchen ausgesetzt werden.

Bärbel Höll und Ute Pillmayer sind zwei von insgesamt sechs aktiven Mitgliedern in dem Kiersper Tierschutzverein. Zu ihren Aufgaben gehört es, die gefundenen Tiere in Zusammenarbeit mit den im Umkreis ansässigen Tierärzten aufzupäppeln, um sie anschließend wieder zu vermitteln. „Besonders in der Ferienzeit werden mehr Tiere ausgesetzt als sonst“, erzählt Bärbel Höll, die schon lange Tierhilfe betreibt und im Jahre 2002 den Tierschutzverein Arche Kierspe gründete.

Allein in diesen Ferien wurden drei Hasen, ein Hund und eine Katze ausgesetzt. „Besonders gefährlich für die Tiere sind Krankheiten, wie Mageninfektionen oder Knochenbrüche. Aber auch die wilden Tiere, wie Füchse, stellen eine Gefahr für Haustiere dar“, so Ute Pillmayer.

Oft sind die Mitglieder des Vereins auf die Hilfe der Kiersper angewiesen, die auf herrenlose Tiere aufmerksam machen. Diese werden anschließend, wenn es gelingt sie einzufangen, auf Krankheiten untersucht und gegebenenfalls kastriert. „Die Tiere bleiben dann so lange bei uns, bis sie nach einer Quarantänezeit von zehn bis 15 Tagen vermittelt werden dürfen.

„Aber auch danach bleiben wir mit den Besitzerin in Kontakt, um über das Wohl der Tiere weiterhin informiert zu sein“, sagt Bärbel Höll. Besonders schön an dem überschaubaren Verein sei es, dass jeder von den Vorhaben und Taten des anderen erfahre. So sei es den sechs Mitgliedern möglich, über alle Notfälle informiert zu sein und helfen zu können. „Meine Tochter ist eher für die Nager zuständig und Ute Pillmayer und Susanne Haze für die Katzen“, berichtet Höll.

Doch ohne die Unterstützung von weiteren tierliebenden Menschen und Geschäften sei die Arbeit nicht zu leisten. So springe beispielsweise der Fressnapf immer wieder ein, wenn Futter benötigt werde.

Allein im vergangenen Jahr wurden 33 Katzen und 37 Hunde aufgefunden, von den letztgenannten konnten bei 19 Tieren die Besitzer ermittelt und die Vierbeiner zurückgegeben werden. „Das ist die größte Freude“, so Pillmayer.

Vor kurzem wurden zwei außergewöhnliche und exotische Tiere gefunden: Ein 1,20 Meter langer Leguan und eine Vogelspinne. „Für alle Tiere haben wir die passenden Leute, der Leguan kam nach Dortmund zu Tierfreunden, die sich besonders mit dieser Art auskennen. Durch diese Kontakte sind die Tiere schnell an Ort und Stelle“, erklärt Ute Pillmayer.

Auch besondere und außergewöhnliche Tiergeschichten gehören zum Nothilfealltag dazu. „Vor zwei Jahren fand ich vier angebrütete Enteneier, das Tier, das die gelegt hatte, war von einen Fuchs gefasst worden. Mit einer Brutmaschine gelang es mir, eine Laufente schlüpfen zu lassen. Lisa wächst nun mit uns auf, hört besser als ein Hund, ist sehr zahm und eine große Hilfe beim Unkraut jäten“, erzählt Bärbel Weber, die engen Kontakt zur Tiernothilfe hat.

Wie wichtig die Arbeit der Arche ist, zeigte sich erst wieder vor einigen Wochen, da wurden am Friedhof unter einem Busch vier Katzenjunge gefunden, von denen zwei bereits verstorben waren. Mit Hilfe der Anwohner und einer Katzenfalle gelang es, die zwei verwilderten Katzenkinder zu fangen. Der zwölf Wochen alte Kater Bonnie und seine Schwester Clyde sind nun entwurmt, gesund und suchen ein neues Zuhause. Wer Interesse an den beiden Tieren hat, kann sich an Bärbel Höll unter der Rufnummer (0 23 59) 36 28 oder Ute Pillmayer unter (0 23 59) 64 72 wenden.

Dass es den Kiersper Tierschützern nicht reicht, die Tiere zu vermitteln, sondern sie einigen „Notfällen“ lange verbunden bleiben, zeigt sich auch bei der Vorsitzenden Bärbel Höll, die vor Jahren einen Landseer-Rüden bei sich aufnahm. Heute sind sie und ihr Ben ein unzertrennliches Team. Außerdem beherbergt sie den Graupapagei Coco, der ebenfalls ausgesetzt wurde. Auch von diesem munter vor sich hin plappernden Tier könnte sie sich nicht mehr trennen. ▪ we

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare