Tiefbauer Kriesten siedelt in die Nachbarstadt um

Lars und Marc Kriesten sehen das Unternehmen Bernhard Kriesten GmbH Tief- und Straßenbau am neuen Standort im Gewerbegebiet Am Rottland in Meinerzhagen bestens aufgestellt für die Zukunft. ▪

KIERSPE ▪ Die Firma Kriesten verlässt ihren bisherigen Standort und siedelt nach Meinerzhagen ins Gewerbegebiet Am Rottland um. Dort wurde Anfang Mai die Immobilie des früheren Baustoffhandels Stellberg, der 2009 den Betrieb eingestellt hatte, übernommen.

Das neue Gelände ist aus Sicht der beiden Chefs des Tief- und Straßenbauunternehmens, Lars und Mark Kriesten, eine sinnvolle und auch notwendige Investition in die Zukunft, die der Firma weiterhin Expansionsmöglichkeiten sichert. Auf dem neuen Grundstück, das eine Fläche von 8500 Quadratmetern hat, steht eine Lagerhalle, die auch erhalten bleiben soll, während der Verwaltungstrakt abgerissen und dann neue Büros und Sozialräume in einem Anbau direkt vor Kopf der Halle errichtet werden sollen. „Wir wollen Anfang 2012 fertig sein und umziehen“, kündigen die Brüder Kriesten an. Das Gelände ist komplett ebenerdig und schon befestigt, sogar die Schüttgutboxen des ehemaligen Baustoffhandels können weitergenutzt werden, zählen sie die Vorteile auf.

„Natürlich haben wir zuerst in Kierspe nach einer Möglichkeit gesucht und waren bei der Stadt, doch gab es kein Industriegebiet, dass geeignete Voraussetzungen geboten hätte“, bedauern Lars und Mark Kriesten. Dabei wurde ebenfalls über das Gewerbegebiet Kierspehagen gesprochen. Das Gebiet Hammerwiesen schied ohnehin aus und viel mehr hat Kierspe derzeit in dieser Hinsicht nicht zu bieten. Aber dann wurden sie in der Nachbarstadt fündig, wo das anders aussieht. Von Vorteil sei zudem die Lage direkt an der Autobahn, weil die Baustellen für die Kunden in Lüdenscheid oder auch Hagen schneller erreichbar seien und zudem mit dem Gummersbacher und Olper Raum noch neue Märkte erschlossen werden könnten.

Der Tiefbauer ist seit seiner Gründung vor 36 Jahren kontinuierlich gewachsen. Sogar die Krise im Baugewerbe Ende der neunziger Jahre und weiter nach der Jahrtausendwende habe insgesamt doch verhältnismäßig gut überstanden werden können, wie die beiden Kriesten-Chefs betonen.

1975 wurde das Unternehmen vom Vater, dem Straßenbauermeister und Bautechniker Bernhard Kriesten und seiner Frau Doris, einer Bankkauffrau, mit zunächst nur einem Mitarbeiter ins Leben gerufen. Schnell orientierte sich der anfangs als Fuhrgeschäft gedachte Betrieb hin zu einem Dienstleister im Bereich Tiefbau. Noch im gleichen Jahr erfolgte die Eintragung in das Handelsregister als GmbH. Seitdem beschäftigt sich das Unternehmen mit umfassenden Aufgaben im Tief-, Straßen- und Kanalbau.

1979 erfolgte aus Platzgründen der Umzug in den Neubau an der Friedrich-Ebert-Straße 303 mit Verwaltung und Bauhof. In den 90er Jahren wurden die Lagerkapazitäten nochmals durch Zukauf eines Geländes der Bundesstraße 54 neben der Schraubenfabrik Hohage als zweitem Bauhof erweitert. 1999 wurde die Geschäftsleitung durch den Sohn des Inhabers, den Diplomingenieur Lars Kriesten, verstärkt. Es folgte eine konsequente Marktdurchdringung im Bereich des märkischen Südkreises und der anliegenden Städte und Gemeinden.

Als Firmengründer Bernhard Kriesten 2007 dann in den Ruhestand ging, trat gleichzeitig sein zweiter Sohn, der Diplomingenieur Mark Kriesten, mit in die Geschäftsleitung ein. Damit ist der Wechsel in die zweite Generation erfolgreich abgeschlossen.

Die Firma arbeitet für Kommunen, Stadtwerke, die Mark-E, die T-Com und andere Unternehmen. Die letzten größeren Projekte des Tief- und Straßenbauers waren der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Lüdenscheid 2010 oder auch in den letzten Jahren die Ortsentwässerungen von Schalksmühle und Halver. In Kierspe erneuerte Kriesten in einer Kooperation mit der Firma Selbach als Partner ab 2002 in einer Großbaumaßnahme die Bundesstraße 237 im Bereich der Kölner Straße vom Tannenbaum bis zur Kreuzung Wildenkuhlen.

Heute beschäftigt das Unternehmen rund 40 Mitarbeiter, zum Fuhrpark gehören 20 Lastwagen und Transporter sowie 15 Bagger plus Radlader, Raupen, Asphaltfräse und Asphaltfertiger. Immer mehr hatte sich gezeigt, dass eine Konzentration der beiden Bauhöfe an einem Standort sinnvoll wäre und auch die Halle und die Verwaltung größer sein dürften. Die Möglichkeiten am derzeitigen Standort dafür waren aber ausgeschöpft.

Auf dem alten Stellberg-Grundstück wird ein zweigeschossiger Neubau errichtet, der künftig dann die Verwaltung und den Sozialtrakt aufnehmen soll. Dafür wird das alte Verwaltungsgebäude abgerissen. In die 1000 Quadratmeter große Halle kommen Lager und Werkstatt. Mit dem neuen Standort sehen sich Lars und Mark Kriesten gut aufgestellt für die nächsten Jahrzehnte.

Die Immobilie in Kierspe steht ab dem kommenden Jahr nun zum Verkauf. ▪ Rolf Haase

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