Gesucht: Friedhof der Zukunft

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Die Neukonzeptionierung der Friedhöfe, zusätzliches Personal und die Digitalisierung der Gräberfelder sind Thema im Ausschuss für Umwelt und Bauen in der kommenden Woche.

Kierspe - Der Zustand der Friedhöfe, die Neugestaltung derselben und die anfallenden Arbeiten auf den Gräberfeldern beschäftigen nicht nur die vor einigen Jahren gegründete Arbeitsgruppe, sondern auch den Ausschuss für Umwelt und Bauen in der kommenden Woche.

Im Ausschuss für Umwelt und Bauen informiert die Verwaltung über die Planungen, die die Friedhöfe in Kierspe betreffen. Die Arbeitsgruppe hat einmütig festgestellt, dass die personelle Besetzung auf den Friedhöfen mit nur zwei Mitarbeitern insbesondere in den Sommermonaten nicht ausreichend ist.

Personal

Dazu teilt die Verwaltung mit, dass man mittlerweile reagiert habe. So seien dem Bauhof aus dem Beschäftigungsprogramm der Agentur für Arbeit zwei Mitarbeiter zugeteilt worden, von denen einer in der Vegetationszeit auf den beiden Friedhöfen für personelle Verstärkung sorgen solle. „Der Einsatz wird in den kommenden fünf Jahren nur geringfügige Kosten verursachen“, schreibt die Verwaltung in einer Vorlage.

Urnenwand

Nach Mitteilung der Verwaltung ist die Urnenwandanlage in Kierspe, die 2018 in Betrieb genommen wurde, mittlerweile bis auf eine Kammer belegt. Deshalb sei vorgesehen, in unmittelbarer Nähe der bestehenden Anlagen eine baugleiche Anlage noch in diesem Jahr zu errichten.

Urnenbestattung

„Die Arbeitsgruppe Friedhof ist wie die Verwaltung der Meinung, dass die Einrichtung von Urnenwandanlagen auf dem Friedhof Büscherweg schon aus optischen Gründen nicht unendlich weitergeführt werden kann“, teilt die Verwaltung den Ausschussmitgliedern mit. Daher solle nun ein neues System angeschafft werden, bei dem Röhren im Boden installiert würden, die jeweils zwei Urnen aufnehmen könnten. Das Urnenfeld werde dabei komplett hergerichtet und gärtnerisch gestaltet.

Bei einer Urnenbeisetzung werde die entsprechende Röhre geöffnet und die Urne darin beigesetzt. Die Pflege des Grabfeldes liege in der Verantwortung der Friedhofsverwaltung. Mit dieser Maßnahme wolle man der steigenden Nachfrage nach „pflegefreien“ Gräbern Rechnung tragen. In der Mitteilung heißt es: „Ein erster geeigneter Platz für die Aufnahme von 15 Röhren beziehungsweise maximal 30 Urnen ist gefunden. Die Einrichtung soll im Frühjahr 2020 erfolgen.“

Neues Dach

Die Friedhofskapelle des Friedhofs am Büscherweg muss ein neues Dach bekommen. Dazu sei, so die Verwaltung, das jetzige Dach schon begutachtet worden – als Basis für eine Ausschreibung. Zu den Kosten teilt die Verwaltung nichts mit, nach MZ-Informationen sollen diese bei rund 130 000 Euro liegen.

Die Friedhofskapelle in Kierspe soll ein neues Dach bekommen.

Neukonzeptionierung

Ursprünglich habe die Arbeitsgruppe die Idee gehabt, im Rahmen einer Bachelor-Arbeit Erkenntnisse zur Neukonzeptionierung der Friedhöfe zu erhalten, teilt die Verwaltung mit. Dazu habe es bislang aber so gut wie keine Rückmeldungen gegeben. Lediglich ein Dozent der Universität Geisenheim, der zugleich auch Leiter der städtischen Friedhöfe in Mannheim sei, habe sich geäußert.

Demnach sei das Thema zu komplex, zu umfangreich und zu zeitaufwendig, um im Rahmen einer Bachelor-Arbeit abgearbeitet zu werden. Nun wolle man die Kosten abfragen, die entstehen, wenn ein Planungsbüro diese Arbeit übernehme. In der Vorlage für den Ausschuss heißt es dazu: „Ein erster Kontakt zu dem in Iserlohn ansässigen Büro, welches gerade den Mehrgenerationenplatz im Baugebiet Östlich Rathaus geplant hat, besteht bereits. Das Büro kann Erfahrungen vorweisen, da bereits diverse Friedhofsplanungen durchgeführt wurden.“

Digitalisierung

Im Rahmen der Neukonzeptionierung der Friedhöfe sei auch das Thema Digitalisierung in der Arbeitsgruppe angesprochen worden. „Die Friedhöfe sind bisher noch nicht digital erfasst und es besteht daher auch keine direkte Verbindung zwischen den einzelnen Gräbern und der von der Stadt seit Jahren eingesetzten Software ,FRIEDA’. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Außerdem ist die Digitalisierung für die Neukonzeption zwingend. Auch hierzu bestehen erste Kontakte zu dem Iserlohner Planungsbüro“, teilt die Verwaltung mit.

Ausschuss

Die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Bauen findet am Dienstag, 3. März, ab 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses statt.

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