Gesamtschule: 996 Schüler und ihre Projektwünsche

Obwohl die Proben am Mittwoch noch am Anfang standen, wurden bereits die ersten Requisiten eingesetzt. Die Premiere des Stückes „Hans-Peter Pahahn“, das im Rahmen der Projektwoche an der Gesamtschule entsteht, findet am Samstag, 5. November, statt.

Kierspe - In der Gesamtschule riecht es in diesen Tagen ungewöhnlich – da mischt sich der Duft von Kartoffelpuffern mit dem von Kleber, Farbe und auch Schweiß. Es ist Projektwoche und nahezu 1000 Schüler sind dabei auch handwerklich und sportlich gefordert. Wobei der Kopf in keinem der Projekte zu kurz kommt.

Es war die Aufgabe von Mirjam Wirz die Wünsche von 996 Schülern zu berücksichtigen. An einem Vorstellungstag konnten die Gesamtschüler sich Projekte anschauen und dann drei auswählen. „Natürlich gelingt es nicht immer, den Erstwunsch zu berücksichtigen. Doch eines der drei ausgesuchten Projekte ist es dann doch für jeden geworden“, erklärt die Didaktische Leiterin.

Insgesamt stehen in dieser Woche 37 Projekte zur Auswahl – darunter natürlich auch wieder ein Theaterstück, das in diesem Jahr mindestens fünf Mal aufgeführt wird. „Hans-Peter Pahahn“ heißt das Stück, doch auch wenn der Name in die Irre führt, letztlich ist es Peter Pan, der Pate stand. Insgesamt stehen rund 40 Schüler auf der Bühne, 25 weitere sorgen für die Musik und bauen das Bühnenbild.

Sucht man bei der Projektwoche nach Kontinuität, landet man natürlich beim Theaterprojekt – aber auch immer in der Sporthalle, denn Badminton wird immer extrem stark nachgefragt. Um dem Rechnung zu tragen, wurden in diesem Jahr zwei Hallen für diesen Sport belegt. Deutlich einfacher ist die Raumsuche da bei Gruppen, die sich mit dem kleinen Hobbit beschäftigen, Gesellschaftsspiele spielen oder Freundschaftsbänder knüpfen.

Projektwoche in der Gesamtschule

Nichts davon geschieht einfach nur zur Unterhaltung. So sind die Freundschaftsbänder Teil des Peru-Projekts, bei dem sich die Schüler mit der Lebenswirklichkeit in dem südamerikanischen Land beschäftigen. Dazu gehört eben auch das Knüpfen – genauso wie der Bau einer typischen Slum-Hütte im Werkraum. Gleich nebenan werden ebenfalls Heimstätten gebaut, die allerdings ein ganzes Stück kleiner sind, da sie in den Gärten der Schüler als Insektenhotels dienen sollen.

Ein paar Türen weiter werden Rotkohl und Radieschen gekocht, um daraus Farbe zu gewinnen, mit denen dann Baumwoll-Textilien gefärbt werden. Aus einer anderen Klasse dröhnt Musik und es riecht nach körperlicher Anstrengung. Der Meinerzhagener Tanzlehrer Gernot Schmidt müht sich sichtlich, den Kindern Hip-Hop näher zu bringen.

Viel Freude hatten die Schüler beim Hip-Hop-Projekt. Geleitet wurde dieses von dem Meinerzhagener Tanzlehrer Gernot Schmidt.

Deutlich angenehmer der Geruch in den Schulküchen, in denen Cupcakes gebacken und Kartoffelpuffer zubereitet werden. Zahlreiche Schüler verlassen aber auch das Gebäude an der Otto-Ruhe-Straße, um mehr über die Integration von Flüchtlingen zu erfahren, sich eine Ausstellung über Anne Frank anzuschauen, den Weltladen zu besuchen oder dem Wasser im Rahmen von Wanderungen auf den Grund zu gehen.

Doch auch wenn insgesamt rund 1000 Schüler in Projektgruppen arbeiten – nicht alle Schüler sind dort aktiv. Die neunten Klassen absolvieren ein dreiwöchiges Betriebspraktikum, für die Zehner steht Berufsorientierung auf dem Stundenplan und die Schüler des Jahrgangs 13 sind auf Studienfahrten in Barcelona und in der Toskana.

Herbstfest der Gesamtschule

Im Rahmen eines Herbstfestes präsentieren die Schüler am Samstag, 5. November, von 14 bis 18 Uhr ihre Projekte der Öffentlichkeit. Dann wird auch die eine oder andere Köstlichkeit, die in der Woche entstanden ist, zum Kauf angeboten. An diesem Tag findet auch die Premiere des Theaterstückes statt – ab 18 Uhr im PZ. Wiederholt wird das Stück für alle Interessierten noch einmal am Mittwoch, 5. Oktober, ab 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen finden für die Grundschüler der Stadt und die fünften und sechsten Klassen der Gesamtschule statt.

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