Fritz Linde: „Ut oller Tied“ für heutige Leser

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Entweder nebeneinander oder von Zeile zu Zeile sind der Originaltext des Hiarkelmais“ und seine Übersetzung zu finden.

Kierspe - „Ne olle Geschichte ut oller Tied. Ieck well die vertellen, wat ieck dovon wejt“: Diese zwei und die vielen weiteren Passagen aus dem „Hiarkelmai“ Fritz Lindes wird bald niemand mehr verstehen, befürchtet Marlen Vedder.

„Ich fände es schade, wenn die alten Texte bald keiner mehr lesen kann.“ Das Mitglied des Heimatvereins kümmert sich im Fritz-Linde-Museum am Höferhof 23 um den Nachlass des Kiersper Heimatdichters. Sie hat sich in den vergangenen zwei Jahren die Zeit genommen, um das alte Werk des Autoren ins Hochdeutsche zu übersetzen. „Immer, wenn Zeit war, habe ich mich damit beschäftigt. Das war einfach nur Fleißarbeit, ich musste nur tippen.“

Das dieses Unterfangen aber doch nicht immer ein leichtes war, das stellte sich bereits nach einigen Stunden Arbeit heraus. Heißt es nun „schlaf du süße“ oder doch „schlaf du süß“. Trotz jahrzehntelanger Erfahrung mit dem Schaffen Fritz Lindes konnte Marlen Vedder ohne Hilfe ihr Vorhaben nicht umsetzen, das postum im Jahr 1937 erstmals veröffentliche Buch, das aus drei Werken Lindes besteht, für die Nachwelt verständlich machen.

Zwei Jahre lang hat Marlen Vedder (links) den „Hiarkelmai“ übersetzt. Hilfe bekam sie dabei unter anderem von Silvia Baukloh.

„Marlen hat das Projekt in Angriff genommen, doch wir haben sie bei den alten Begriffen unterstützt“, erklärt die Vorsitzende des Heimatvereins Silvia Baukloh, die Vedder zusammen mit Reinhard Distel und Christiane Busch zur Seite stand. Doch auch der „Expertenkreis“ war sich an einigen Stellen nicht immer sicher, wie diese korrekt zu übersetzen sind.

Um es den Lesern des nun erschienen Buches, das bis zum 31. März per Sammelbestellung angeschafft werden kann, hat sich Vedder ein besonderes Layout überlegt. „Links steht der Originaltext und rechts die Übersetzung. Bei Gedichten erfolgt der Wechsel Zeile für Zeile.“ Um auch eine Referenz zu der Ursprungsausgabe zu schaffen, habe man sich zudem für den Originaleinband aus den 1930er-Jahren entschieden. „Das Cover der Neuauflage von 1962 hat uns nicht so gefallen“, so Vedder.

„Das Buch erschient in Din A4, denn es soll etwas Besonderes sein. Zudem ist die Schriftgröße dann besser zu lesen“, ergänzt Baukloh, die darauf hinweist, dass es sich bei dem Werk um keinen Roman handele. „Es beinhaltet keine flüssigen Texte. Sondern es wurde Wort für Wort übersetzt, um dem heutigen Leser auch zu zeigen, wie früher speziell in und um Kierspe auf Plattdeutsch gesprochen wurde.“

Vorbestellung

Vorbestellt werden kann der neue „Hiarkelmai“ für 19,50 Euro unter den Rufnummern 02359/7584 oder 3617 sowie per E-Mail an silvia@baukloh.name oder marlen.vedder@t-online.de und in der Buchhandlung Timpe. Das Fritz-Linde-Museum ist am Dienstag von 15 bis 16 Uhr zur Besichtigung geöffnet ist. Von 16 bis 17 Uhr wird dort Plattdeutsch gelesen. Außerdem soll die Übersetzung vorgestellt werden.

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