Teure Brücke und keine Freude über Sperrung

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40 000 Euro soll die Sanierung der Brücke In der Grüne kosten. Doch auch danach könnten lediglich Pkw die Volme queren. Außerdem reiche die Maßnahme für gerade einmal 20 Jahre. ▪

KIERSPE ▪ Die regulären Tagesordnungspunkte der Ratssitzung am Dienstag waren schnell erledigt, da viele Anträge in die Fachausschüsse verwiesen wurden und anderes – schon gründlich in den Ausschüssen beraten – „durchgewunken“ werden konnten. Spannend wurde es aber dann noch einmal unter Mitteilungen und Anfragen.

Eigentlich wollte Peter-Christian Schröder von Pro Kierspe nur wissen, ob die nach seiner Meinung 1200 Anwohner der Volmestraße, die von einer Schließung der Straße im Rahmen der Veranstaltung „Autofreies Volmetal“ betroffen wären, bereits informiert seien. Vor allem interessierte Schröder, wie die Mobilität der Menschen sichergestellt werden könne, die an diesem Tag zur Arbeit müssten und denen keine Alternativroute zur Verfügung stehe.

Die Antwort der Verwaltung war für viele Ratsmitglieder nicht befriedigend. So teilte der Bürgermeister mit, dass es intensive Gespräche zwischen den beteiligten Städten Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Lüdenscheid gebe. Geplant werde der Tag vom Kreis, der auch eine Informationsveranstaltung am 28. Februar ab 18.30 Uhr im Rathaus anbiete. Diese richtet sich jedoch nicht in erster Linie an die Anwohner, sondern an Vereine und Einrichtungen, die das Programm des autofreien Sonntages mitgestalten wollen. „Die Anwohner, die unmittelbar betroffen sind, werden in der kommenden Woche schriftlich vom Kreis informiert. Sollte es danach noch Klärungsbedarf geben, dann werden wir eine Anwohnerinormationsveranstaltung im März anbieten“, erklärte Dorette Vormann-Berg gestern gegenüber der Meinerzhagener Zeitung.

In der Ratssitzung zeichnete sich aber ab, dass etliche Politiker mit der Informationspolitik des Kreises so nicht einverstanden waren. So sprach der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU Holger Scheel von einer „Frechheit“, wenn die Straße geschlossen werde und die Anwohner keine Möglichkeit hätten, ihr Grundstück mit dem Auto zu erreichen. Noch dazu, wenn dies „ohne Beteiligung der politischen Gremien vor Ort geschieht.“ So sah das auch Peter-Christian Schröder, der sich eine Diskussion in der nächsten Ratssitzung zu diesem Punkt wünschte – und prompt vom Bürgermeister dafür die Zusage erhielt.

Das Ende des öffentlichen Teils nutzte Bürgermeister Emde, um über den Stand der Dinge bei der Brücke In der Grüne zu berichten. Demnach hat der Gutachter, den der Kreis beauftragt hatte, errechnet, dass es rund 40 000 Euro kosten würde, die Brücke so weit instand zu setzen, dass sie während der kommenden 20 Jahre mit Personenwagen befahren werden könne.

Das hatte sich in einem Gespräch zwischen der Meinerzhagener Zeitung und dem Pressesprecher des Kreises in der vergangenen Woche noch ganz anders angehört. Da klang durch, dass der Gutachter eine preiswerte Lösung gefunden habe. In naher Zukunft soll es nun ein Gespräch zwischen den Anwohnern, dem Kreis, der Bezirksregierung und der Stadt geben. Bürgermeister Emde nutzte die Gelegenheit, um noch einmal klar zu stellen, dass die Brücke zu 50 Prozent im Besitz einer Privatperson und zur anderen Hälfte im Besitz des Landes sei und somit die Stadt keine Kosten tragen müsse.

Vorsichtig optimistisch zeigte sich Emde beim Verkauf des ehemaligen Dornseifermarktes. Dort gebe es im Mai eine Gerichtsverhandlung, die eventuell den Weg zum Verkauf des Grundstückes frei mache. ▪ Johannes Becker

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