Feuerwehrchef: „Kierspe ist glimpflich davongekommen“

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Auch am Tag nach dem Sturm blieb die K2 noch gesperrt, um den Forstunternehmen die Möglichkeit zu geben, die Schäden, die ein Befahren der Straße unmöglich machen, zu beseitigen.

Kierspe - „Kierspe ist noch einmal glimpflich davon gekommen“, zog Georg Würth, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, ein vergleichsweise positives Fazit – ohne dabei die Opfer, unter denen auch zwei Feuerwehrmänner in Sundern und Bad Salzungen (Thüringen) waren, des Sturms Friederike zu vergessen.

Wichtig sei, dass alle gesund und munter von den Einsätzen zurückgekommen sind und auch sonst niemand in Kierspe zu Schaden gekommen sei, sagte der Feuerwehrchef einen Tag nach Friederike. Gleichzeitig betonte er, dass sich die Technik im Stab außergewöhnliche Einsätze – dieses Einsatzzentrum befindet sich im Gerätehaus Stadtmitte – bezahlt gemacht haben.

Zusammen mit Hendrik Baukloh und Michael Brück habe er jederzeit mithilfe des Einsatzlagesystems verfolgen können, wo sich die Fahrzeuge befinden und wer (namentlich) im Einsatz ist. Denn dies sei vorher festgelegt worden.

Und man habe alles steuern können, wer beispielsweise eine Pause einlegen sollte, oder dass stets jemand mit Sägeschein auf einem Fahrzeug ist. Schutzkleidung und Kettensägen befinden sich in den Feuerwehrfahrzeugen, Ablaufpläne, wie vorzugehen ist, seien vorhanden und die neuralgischen Punkte der Wehr natürlich bekannt – und alles mit der Kreisleitstelle abgestimmt.

„Aber ab Windstärke 6 wird nicht mehr gesägt“, erklärt Georg Würth, „nur, wenn Menschen in Not sind.“ Das Risiko sei dann einfach zu groß. Das galt am Donnerstag auch für die Kreisstraße 2, auf der nicht nur einer, sondern bis zu 20 Bäume schräg standen und drohten, auf die Straße zu stürzen. Dann müssten Unternehmen mit entsprechendem Gerät ran, meinte der Feuerwehrchef.

Gleiches galt für die Verbindungsstraßen zwischen Berken und Hemecke sowie Beckinghausen und Hamecke, wo zu viele Bäume schräg standen, in einem Bereich an einem Abhang – die Straßen wurden gesperrt. Um 16.15 Uhr gab die Kreisleitstelle dann sozusagen Entwarnung, „der Sturm sei durch“.

In der Einsatzzentrale ging es dann an die Nacharbeit und ans Aufräumen, wobei gleichzeitig natürlich eine erste Manöverkritik durchgeführt wurde. Konkreter wird der Sturm-Tag am 17. und 18. Februar aufgearbeitet, wenn sich die Führungskräfte der Kiersper Feuerwehr zur Besprechung treffen.

Nach 14 Einsätzen, bei denen stets Kettensägen zum Einsatz kamen, konnten Würth, Brück und Baukloh irgendwann nach 17 Uhr die Einsatzzentrale im Gerätehaus schließen. Und der Feuerwehrchef durfte sich auf den Freitagnachmittag freuen, um beim Treffen der Kiersper Kinderwehr sieben neue Mitglieder und deren Eltern zu begrüßen.

Dabei konnte Georg Würth ihnen auch erzählen, dass die Kinderwehr ein eigenes, vom Land bezuschusstes Fahrzeug erhält. „Es ist bestellt und wird vermutlich im April oder Mai geliefert.“

Die Dachdecker haben eine Reihe von Dächern, die der Sturm teils abgedeckt hat, zu reparieren.

Das Sturmtief Friederike bescherte auch den Dachdeckern reichlich Arbeit und dies bis in die Dunkelheit, wie Hans Josef Otto gegenüber der MZ erklärte. Rund 60 Schäden wurden alleine dem Kiersper Dachdeckermeister gemeldet – von einzelnen wenigen Dachpfannen, die der Sturm weggeblasen hat, bis zu größeren Flächen von 40 bis 50 Dachpfannen.

Dagegen blieb es in den heimischen Autowerkstätten ruhig. Lediglich drei Sturmschäden habe es gegeben, erklärte Helga Arnhold vom Autohaus Knabe, dass sich alles in Grenzen halte. Bei Hagel-Ereignissen gebe es viel mehr Schäden.

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