Im Tatort vor der Kamera

Arnd Pickhardt bei einem Auftritt mit seiner Amateur-Theatergruppe „Lampenfieber“.

KIERSPE ▪ Einen Kindheitstraum konnte sich der gebürtige Kiersper Arnd Pickhardt mit gleich mehreren Auftritt in der beliebten Krimi-Reihe Tatort verwirklichen.

Ein Mann lungert vor einer Tankstelle herum. Dann betritt der Unbekannte das Ladenlokal und geht zur Kasse. Auf einmal zielt er mit einer Pistole auf den Kassierer, der erschrocken sofort die Hände hoch hält.

So beginnt die Tatort-Folge „Tödlicher Einsatz“ mit Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), und der in Kierspe aufgewachsene Arnd Pickhardt, spielt den überfallenen Tankstellenwart. Schon seit sechs Jahren fragen Nachbarn und Bekannte Gretel Pickhardt immer wieder, wann denn ihr Sohn wieder im Fernsehen zu sehen sei. Freitag (21.45 Uhr, ARD) ist es wieder soweit.

Seit 2005 bewirbt sich Arnd Pickhardt, der mit seiner Frau bei Karlsruhe lebt, um Komparsenrollen bei Filmproduktionen. Schon vier Einsätze bei den Tatort-Folgen aus Friedrichshafen kann der ehemalige Kiersper vorweisen. Mit etwas Glück, aber auch viel Können wurden die Auftritte von Arnd Pickhardt in den TV-Krimis immer größer. Mit der Rolle des Tankwarts kam der Karlsruher vor zwei Jahren zu seiner ersten Sprechrolle. Dies gelang nur, weil sich Pickhardt in mehreren Casting-Runden, auch gegen professionell ausgebildete Schauspieler durchsetzen konnte. Der 51-Jährige ist in diesem Metier aber auch kein unbeschriebenes Blatt. Schon seit 1988 spielt Arnd Pickhardt regelmäßig im Ensemble der Amateur-Theatergruppe „Lampenfieber“ aus Ettlingen mit. Dort spielt er auch häufig zusammen mit seiner Frau Patricia.

Über sein Engagement bei den verschiedenen Tatort-Produktionen der ARD kam der Karlsruher auch zu weiteren Komparsenrollen in Filmen wie „Die Nonne und der Kommissar“ oder „Die Staatsanwältin“. Sein schauspielerisches Können hatte die Filmemacher dabei auch in einem improvisierten Casting schnell überzeugt.

„Schon als Kind habe ich davon geträumt, mal in einem Tatort mitzuspielen“, sagt der Amateur-Schauspieler, dessen Wunsch in den letzten Jahren gleich mehrfach erfüllt wurde. Für den Dreh, des heute wiederholten Tatorts, wurde übrigens eine komplette Tankstelle für die Öffentlichkeit gesperrt, erzählt Pickhardt, nicht ohne etwas Stolz. Die Faszination macht für ihn dabei auch das große „Drumherum“ mit Kameraleuten, der Lichttechnik, Masken- und Kostümbildnern aus.

Den Stolz empfindet auch seine Mutter Gretel Pickhardt, die in Kierspe lebt. Zum ihrem 76. Geburtstag besuchte sie ihren Sohn in der vergangenen Woche in Karlsruhe. Dort arbeitet Arnd Pickhardt als Wirtschafts-Ingenieur beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Derzeit halten sich die Rollenangebote in Grenzen, denn Arnd Pickhardt war durch einen Hausbau selbst sehr beschäftigt. „Ich hege aber die Hoffnung auf neue Angebote, denn die kennen mich ja jetzt“, blickt Arnd Pickhardt positiv gestimmt in seine Zukunft beim Film. ▪ ds

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare