Tanz, Gesang und ein neuer Unterrichtszweig

KIERSPE ▪ Dicht gedrängt saßen Eltern und Kinder in der Aula der Freien Schule. Die Ersatzschule in freier Trägerschaft hatte am Samstag zum Tag der offenen Tür eingeladen. Im Rahmen einer gut einstündigen Präsentation zeigten Kinder und Jugendliche Elemente aus ihrem Unterricht.

Man habe nicht eigens für diese Vorführung geprobt, hob eine Lehrerin hervor. Was die Kinder zeigten, sei ganz normales Unterrichtsgeschehen. Fünf Klassen, nämlich die Jahrgänge eins bis zehn, beteiligten sich an der Aufführung. Den Anfang machen die Jüngsten. Die Klassen eins und zwei führten Sprechspiele aus dem Deutsch- und Mathematikunterricht vor und sangen ein französisches Lied. Die dritten und vierten Jahrgänge präsentierten ein Gedicht von James Krüss und sangen und tanzten das Lied von Sascha, während die Fünft- und Sechstklässler aus ihren Erdkundeaufsätzen vorlasen.

Das neu konzipierte Berufskolleg Agrarwirtschaft und Umwelt wurde an diesem Tag natürlich auch vorgestellt. Dieser Unterrichtszweig soll nach den Sommerferien starten und die Schüler innerhalb von zwei Jahren zur Allgemeinen Fachhochschulreife führen. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben für Berufskollegs werden die Schüler im ersten Jahr an drei Tagen pro Woche schulbegleitend ein Praktikum in einem „grünen“ Beruf absolvieren. Im zweiten Jahr findet dann ausschließlich Unterricht statt. Voraussetzung ist der Realschulabschluss, allerdings müssen die künftigen Schüler des Berufskollegs nur eine Fremdsprache lernen.

Den Fachunterricht wird Barbara Messing erteilen. Die Ingenieurin für Landschafts- und Freiraumplanung und Berufsschullehrerin ist „seit dieser Woche“ Mitglied des Lehrerkollegiums der Freien Schule. Vorläufig mit einer halben Stelle beschäftigt, unterrichtet sie in diesem Schuljahr in der Sekundarstufe eins. Ab dem neuen Schuljahr wird sie dann hauptsächlich im Berufskolleg eingesetzt.

Das neue Angebot ist in erster Linie für die eigenen Schüler gedacht. In welchem Umfang man sich auch für Interessenten aus anderen Schulen öffnen werde, sei noch nicht entschieden. In jedem Fall wird das Berufskolleg „eine kleine Einrichtung“ bleiben; Geschäftsführer Heiko Kositzki rechnet mit 20 bis 25 Schülern pro Klasse. Eng verzahnt mit der Schule soll das Berufskolleg in einem neuen Anbau untergebracht werden, ab März sollen die Bauarbeiten losgehen.

Seit anderthalb Jahren beschäftigt sich die Schulleitung mit dem neuen Projekt, ein volles Jahr habe es gedauert, bis die Genehmigung der Bezirksregierung da war, sagte Heiko Kositzki.

Für Eltern, die überlegen, ob sie ihr Kind im ersten Schuljahr anmelden wollen, spielen solch weitreichende Überlegungen vorerst noch keine Rolle. Zur Attraktivität der Schule trägt das neue Angebot aber sicher bei.

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