In Tansania ticken die Uhren viel langsamer

Heinrich Pauls von der Gruppe der Sportabzeichenanwärter erklärte Steffi und Daniel Kroppach das Sponsoring und die damit zusammen kommenden Gelder für ihre Arbeit in Afrika.

KIERSPE ▪ Seit 110 Jahren gibt es nun die Freie evangelische Gemeinde in Kierspe. Obwohl es kein rundes Jubiläum war, gefeiert wurde trotzdem. Ein gemeinsamer Gottesdienst leitete den Tag ein, der mit einem gemeinsamen Mittagessen weiterging, abgelöst wurde von den Bläsern, die alte Schoten spielten bis hin zu einem Nachmittag mit afrikanischen Spielen für die Kinder.

Außerdem stand der Sonntag unter dem Thema „Tansania“, weil die Gemeinde Daniel und Steffi Kroppach mit ihren Kindern zu Besuch hatte, die in diesem afrikanischen Land leben und jetzt für ein Jahr in Deutschland zu Besuch sind.

Wie es Daniel und Steffi Kroppach in Tansania bislang ergangen ist, berichteten sie der Gemeinde im Gottesdienst. Auf die Frage von Iris Lemmer, worin der Unterschied zwischen Afrika und Deutschland liege, antworteten beide: „Wenn Mango und Ananas einen Appel und ein Ei kosten, ein Appel und ein Ei aber unerschwinglich sind oder dass der Gemeindechor mit 150 Dezibel es mit einem Düsenjet aufnehmen kann.“ Fleisch gibt es dort nicht jeden Tag, alle Frauen müssen dort Röcke tragen und der rote Staub ist dort überall, dass die Kleidung bald nicht mehr sauber wird.

„In Tansania ticken die Uhren anders“, erläuterte Daniel Kroppach in seiner Predigt sein Leben in Afrika. „Und manchmal sogar gar nicht. Was in Deutschland Minuten dauert, dauert dort oft Wochen.“ So ist er auch in seiner Arbeit oft ungeduldig geworden.

Zu seinen Aufgaben gehört es, in Dörfern in der Nähe der Stadt Geita Frauen und Männern zu helfen. Die Hilfe sieht so aus, das zum Beispiel die Frauen jede Woche etwas von ihrem Einkommen sparen, sie zusammen das Geld anlegen und auch anderen Frauen Geld leihen. „So lernen die Frauen, mit dem Geld umzugehen und zu arbeiten“, berichtete Daniel Kroppach. Auch für die Männer betreuen die Kroppachs Projekte, zum Beispiel ein Gartenprojekt.

Auch die Kiersper Gemeinde unterstützt die Familie Kroppach in ihrer Arbeit. Zurzeit bereiten sich über 70 Teilnehmer auf das Sportabzeichen vor und werden dabei von Gemeindemitgliedern gesponsert. Die dabei zusammen kommenden Beträge erhält die Familie Kroppach.

Nach dem Gottesdienst trafen sich die Gemeindemitglieder zu einem gemeinsamen Mittagessen. Bei den Spielen für die Kinder hatte sich Steffi Kroppach Spiele mit afrikanischen Elementen ausgedacht. So sollten die Kinder zum Beispiel bei einer Aufgabe Reis und Getreidekörner aussortieren oder in einer anderen Aufgabe Kinder auf ihrem Rücken tragen.

Die Bläsergruppe spielte „alte Schoten“, außerdem stand gemeinsames Singen auf dem Programm. Bis in den späten Nachmittag hinein verbrachte die Gemeinde ihren Jubiläumstag gemeinsam und ließ sich in persönlichen Gesprächen ausführlich von der Arbeit von Steffi und Daniel Kroppach berichten. ▪ GeG

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