"Tag der Ölspur": Feuerwehr Kierspe fast ununterbrochen im Einsatz

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Außerhalb der Dienstzeiten des Bauhofs muss die freiwillige Feuerwehr ausrücken, um Ölspuren selbst zu beseitigen oder, bei längeren Spuren, Spezialreinigungsfahrzeuge anzufordern. Solche Bagatelleinsätze gibt es manchmal dreimal am Tag und dann keine in drei Wochen.

Kierspe - [Update] Einen regelrechten "Tag der Ölspur" erlebte die Feuerwehr Kierspe am Mittwoch.

Schon früh morgens ging der Melder, weil es zwischen Lüdenscheid und Rönsahl Straßenverunreinigungen gab. Diese Aufgabe wurde jedoch dem Bauhof anvertraut, es kam ein spezielles Reinigungsfahrzeug zum Einsatz. Am Mittwochnachmittag wurde die Feuerwehr erneut gerufen. Nach Angaben der Polizei hatte eine Anwohnerin kurz nach 16.30 Uhr Ölflecken hinter einem Haus an der Straße Haunerbusch gemeldet.

Nicht einmal zwei Stunden später waren die Wehrfahrzeuge schon wieder unterwegs. Diesmal war eine Ölspur im Bereich der Kreuzung Wildenkuhlen gemeldet worden. Diese erstreckte sich von der Kölner Straße über die Friederich-Ebert-Straße bis hin zur Thingslindestraße. Die Einsatzkräfte – in diesem Fall die Polizei – konnten jedoch die „schimmernde Fährte“ verfolgen und den Verursacher der Ölspur finden.

Der wiederum gab gegenüber der Polizei an, sich genau an seine Route erinnern zu können. Er habe glaubhaft darlegen können, nicht auf der Thingslindestraße gefahren zu sein, meinten die Beamten. Dafür müsse wohl ein anderer Autofahrer verantwortlich sein, meinte der Fahrer.

Einsatzkräfte verfolgen Spur - und finden Verursacher 

Den Polizisten fiel aber auf, dass dort eine weitere Ölspur vor einem Grundstück eines Hauses endete, an dem gerade auf der Umlage schwere Baumaschinen zum Einsatz kommen. Im Tagesverlauf hatte es dort nach ersten Ermittlungen eine Materiallieferung gegeben – möglicherweise war das Lieferfahrzeug Verursacher der Ölspur.

Da glücklicherweise die ausgelaufene Menge eher gering war, konnte das zunächst gerufene Reinigungsfahrzeug wieder abbestellt werden. Und dort, wo es notwenig war, kam natürlich der Klassiker zum Einsatz: Bioversal ist eine Substanz, welche die Kiersper Feuerwehr regelmäßig zur Neutralisierung von Betriebsmitteln auf dem Asphalt verwendet.

Auch der Bauhof muss raus

Aber nicht nur die Feuerwehr, sondern auch die Mitarbeiter des Bauhofs müssen raus, wenn tagsüber – zu den Dienstzeiten – eine Ölspur gemeldet wird. Die Möglichkeiten sind jedoch für den städtischen Bauhof begrenzt. „Kleinere Flecken können sie natürlich beseitigen“, erklärt Oliver Knuf, Leiter des Sachgebiet Ordnung und Umwelt sowie Soziales und Familie.

Bei längeren Ölspuren würden dann Spezialunternehmen gerufen. Die verfügen über Spezialfahrzeuge, die mit Hilfe eines Nassreinigungsverfahrens die Öl und andere ausgelaufene Betriebsmittel beseitigen. Die Stadt Kierspe hat entsprechende Verträge mit den Firmen Lobbe (Iserlohn) und Metras (Drolshagen). Während Lobbe insbesondere auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen – der Straßenbaulastträger ist nicht die Stadt, aber Straßen.NRW unterhält keine Einsatzgruppe für derartige Fälle – zum Einsatz komme, ruft man bei derartigen Verschmutzungen auf städtischen Straßen die Drolshagener Firma, „weil sie schneller hier ist“.

Ähnlich verfahre auch die Feuerwehr, die dann außerhalb der „Bauhof-Arbeitszeiten“ alarmiert wird. Kürzere Ölspuren werden dann mit dem genannten Bindemittel Bioversal abgebunden. Dabei gehe es primär nicht um die Umweltgefährdung, erklärt der Umweltamtsleiter, sondern um die Beseitigung der Gefahren (schmierig, glatt). Das Bindemittel neutralisiere Öl, Benzin und werde in den Kläranlagen abgebaut. Kostenneutral können solche Ölspureinsätze nur abgearbeitet werden, wenn der Verursacher ermittelt und haftbar gemacht werden kann.

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