Tablet macht Schule: Das Ende der Kreidezeit

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Wolfgang Opitz (Mitte), Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, und Dominik Rode (rechts), Vorstand der Sparkassenstiftung, besuchten die Tablet-Klasse im fünften Jahrgang.

Kierspe - Tablet statt Tafel: Das Ende der Kreidezeit scheint an der Gesamtschule eingeläutet zu sein. Eine fünfte Klasse und der gesamte elfte Jahrgang arbeitet mit Tablets. 135 Schüler lernen inzwischen schon digital. Schulleiter Johannes Heintges möchte, dass ab 2020 alle Kinder Tablet-PCs benutzen.

Von Matthias Clever

„Die Erfindung des Internets ist so revolutionär, wie die Erfindung des Buchdrucks. Der Umgang mit dem Computer ist so elementar wie lesen, schreiben, rechnen“, sagte Heintges in einem Gespräch mit Wolfgang Opitz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, und Dominik Rode, Vorstand der Sparkassenstiftung. Mit 12 000 Euro hatte die Sparkassenstiftung die Digitalisierung der Schule unterstützt. Daher schauten sich die beiden vor Ort an, wie das Lernen mit den Tablets klappt.

„Über die Stiftung fördern wir seit 20 Jahren Maßnahmen, die nachhaltig das Leben vor Ort bereichern. Da mit dem Geld in der Schule die Infrastruktur mit W-Lan und Beamern aufgebaut werden konnte, haben wir uns für die Unterstützung dieses Projektes entschieden“, erklärte Wolfgang Opitz.

Neue Aufgaben durch „digitales Zeitalter“

Die Gesellschaft sei derzeit in einem großen Wandel, daher sei es wichtig, dass Kinder und Jugendliche auf die neuen Herausforderungen des „digitalen Zeitalters“ gut vorbereitet seien. In der immer schnelllebigeren Zeit ständen die Kinder heute auch vor anderen Herausforderungen als noch vor zehn Jahren, machte Johannes Heintges deutlich. „Wissen ist durch das Internet immer und überall zugänglich – daher steht vor allem die Vermittlung von Kompetenzen im Fokus.“ So sollen die Schüler beispielsweise lernen zu lernen, Wissen zu filtern und etwa Präsentationen zu erstellen und diese zu halten. Selbstverständlich werde aber dennoch Wissen vermittelt. Dies könne durch technische Unterstützung sogar besser geschehen als bisher. Heintges: „Durch die Bearbeitung beispielsweise von Mathe-Aufgaben am Tablet werten die entsprechenden Lernprogramme die jeweiligen Stärken und Schwächen der Schüler aus – dadurch wird erkannt, wo besonderer Lernbedarf besteht.“

Durch den Tablet-Einsatz ist auch die Anzahl von Kopien zurückgegangen. „Früher haben wir mit Tageslichtprojektoren und kopierten Arbeitsblättern gearbeitet – heute zeigen wir in den bereits ausgerüsteten Klassen viel über den Beamer“, sagte Jan Przybyla, Medienkoordinator der Schule. Die Umstellung auf Tablets ist für die Eltern aber nicht ganz billig. Rund 150 Euro kostet ein Gerät. „Früher mussten wir spezielle Taschenrechner haben, die kosteten damals 45 Mark – im Vergleich ist das etwa genau so viel“, meinte Wolfgang Opitz. Eltern, die sich diese Investition nicht leisten können, bekommen aber Unterstützung durch den Förderverein oder gegebenenfalls von der Arge.

Medienkompetenz soll erlangt werden

Damit die Schüler nicht über das Internet der Schule jugendgefährdende Inhalte konsumieren oder illegale Downloads stattfinden, wird ein Filter eingesetzt sowie die Datenströme mit den individuellen Nummern der Geräte gespeichert. Außerdem setzt die Schule auf Aufklärung. Heintges: „Die Schüler sollen Medienkompetenz erlangen.“

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