Ohne Führerschein unter Drogeneinfluss aufgefahren

Kierspe/Meinerzhagen - Als „wie eine Szene aus einem Film“ beschrieb eine 49-Jährige gestern im Amtsgericht Meinerzhagen, was sie am Nachmittag des 10. Mai auf der Friedrich-Ebert-Straße in Kierspe beobachtet hatte. An dem Tag waren die Frau und ihr Mann mit ihren Motorrädern unterwegs. Der Mann voran, die Frau hinterher. An der Kreuzung Friedrich-Ebert-/Schmiedestraße ordnete sich ein Mercedes-Fahrer wie zum Abbiegen am Mittelstreifen ein.

Der Ehemann fuhr daraufhin rechts am Wagen vorbei. Plötzlich nahm der Mercedes die Verfolgung des Motorrads auf. Mehrfach habe der Wagen eine Vollbremsung gemacht, sei dann auf die Gegenfahrbahn, um von der Seite auf das Motorrad zuzufahren. Über das Headset in den Helmen schlug die Frau ihrem Mann vor, in die nächste Bushaltebucht einzubiegen. Das tat der Mann auch. Der Mercedes preschte am Motorrad vorbei, übersah ein vor ihm abbiegendes Auto und fuhr hinten auf.

Die Fahrt katapultierte den Mercedes-Fahrer auf die Anklagebank des Amtsgerichts Meinerzhagen. Dort wurde der 34-Jährige gestern zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt. Zudem verhängte der Richter eine Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis von neun Monaten. „Was passiert ist, hätte nie passieren dürfen“, räumte der Angeklagte die Tatvorwürfe nuschelnd ein. Als das Motorrad rechts an ihm vorbeigefahren sei, habe ihn das aufgeregt. Er sei hinterher, um dem Fahrer einen Schrecken einzujagen. Umfahren habe er ihn aber nicht wollen. Den Wagen, auf den er aufgefahren sei, habe er gar nicht wahrgenommen: „Ich hatte das Motorrad im Blick.“

Neben der Motorradfahrerin war auch die Geschädigte vom Auffahrunfall als Zeugin geladen. Sie sagte aus, vor dem Zusammenstoß über den Rückspiegel gesehen zu haben, dass der Angeklagte heftige Lenkbewegungen vollführte. Dann habe es auch schon geknallt. Verletzt worden war durch den Aufprall niemand. Das Fahrzeug der Frau hatte allerdings Totalschaden erlitten. Nachdem der 34-Jährige das Kennzeichen seines Fahrzeugs quer über die Straße geschossen hätte, sei er zu ihr gekommen. Nach ihrem Befinden habe er sich nicht erkundigt.

Stattdessen habe er sie gefragt, ob sie seinen Wagen von der Straße fahren könnte. Grund dafür war die Tatsache, dass der Angeklagte noch nie einen Führerschein besessen hat. Damit stand gestern zusätzlich zur fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs auch noch ein Fahren ohne Fahrerlaubnis zur Verhandlung. Doch damit noch nicht genug. Eine Probe bei der Polizei hatte einen hohen Anteil an Drogen im Blut des Mannes nachgewiesen. Der Kiersper gab gestern an, am Morgen Cannabis konsumiert zu haben. Bislang hatte der Angeklagte keine Eintragungen im Vorstrafenregister.

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