ARD-Mediathek/SWR Fernsehen

„Spätzle arrabbiata“: Tom Montaperto aus dem MK spielt Mafioso in TV-Serie

Kiersper Schauspieler Tom Montaperto
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Ab Samstag ist Tom Montaperto in der Mediathek der ARD zu finden. Ab 13. Mai dann auch im Programm des SWR

Mit seinen extrem kurz geschnittenen Haaren und seinem stark tätowierten Arm macht Tom Montaperto eher den Eindruck eines kleinen Fischs bei der Mafia als den eines Ehemannes und dreifachen Vaters. Doch tatsächlich ist er beides – wie sicher so viele auch bei der Mafia.

Kierspe - Mit dem Unterschied, dass der Mafioso für den Kiersper nur eine Rolle ist. Ab Samstag, 1. Mai, ist er in der Rolle eines Mitglieds der italienischen Mafia bei „Spätzle arrabbiata“ in der ARD-Mediathek zu sehen, ab dem 13. Mai dann im Fernsehprogramm des SWR.

StadtKierspe
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohner16.119 (31. Dez. 2019)

„Spätzle arrabbiata“: Tom Montaperto aus dem MK spielt Mafioso in SWR-Serie

Wenn der 45-Jährige nicht gerade für die Mafia Geld im Schwabenland eintreibt und dabei gefilmt wird, dann arbeitet er bei einem Meinerzhagener Unternehmen an einer Presse.

Von der Schauspielerei leben? „Ach, das können nur ganz wenige, da muss man schon eine Hauptrolle in einer Serie haben, ansonsten ist die Konkurrenz viel zu groß“, sagt der Kiersper. „Aber ich war nie davon besessen, berühmt zu werden, mein Glück dreht sich um meine Familie“, da ist sich Tom Montaperto sicher.

Tom Montaperto in „Spätzle arrabbiata“ (SWR): In Attendorn aufgewachsen

Aufgewachsen ist der Schauspieler in Attendorn. Der Weg nach Kierspe, dem Heimatort seiner Frau, führte über Köln. Anfang der 2000er-Jahre war er nach Köln gezogen, wollte mal raus aus dem kleinbürgerlichen Idyll des Sauerlandes. Dort wohnte er mit einem Schauspieler gemeinsam in einer Wohngemeinschaft. Montaperto: „Den Mitbewohner habe ich dann schon mal zum Vorsprechen gefahren – und irgendwann bin ich selber mal mitgegangen.“

Die Rolle eines tschechischen Killers in der Serie „Anwälte der Toten“ hat 2006 Montaperto bekommen und nicht sein Mitbewohner. Über die Frage nach der Stimmung, die danach in der WG herrschte, geht er mit einem Lächeln hinweg.
„Damals habe ich Blut geleckt“, erzählt er. Es folgten Schauspielunterricht bei der Theaterschauspielerin Laura Tassi und weitere Rollen. Bei „Alarm für Cobra 11“ war er gleich dreimal dabei – immer in verschiedenen Rollen. Aber auch bei „Unter uns“ und „Alles was zählt“ hatte er Auftritte.

Tom Montaperto aus dem MK spielt Mafioso in SWR-Serie: Vier Tage vor der Kamera

Da diese sporadischen Engagements zwar der Seele guttun, den Kontostand aber nicht nachhaltig beeinflussen, hat er immer gearbeitet, seit mittlerweile acht Jahren bei dem Meinerzhagener Unternehmen, bei dem er auch heute beschäftigt ist.

„Ich weiß immer Wochen im Voraus wann ich drehe – und habe das Glück, dass mein Arbeitgeber viel Verständnis für meine Leidenschaft hat“, erzählt er. Für die Rolle des Mafiosos in „Spätzle arrabiata oder eine Hand wäscht die andere“ stand er vier Tage vor der Kamera.

Tom Montaperto in „Spätzle arrabbiata“: Höhepunkt seiner schauspielerischen Tätigkeit

Das war aber schon 2019. Dass die Serie erst jetzt ausgestrahlt wird, liegt vor allem an der Corona-Pandemie, berichtet Montaperto. Doch die Dreharbeiten sind ihm noch gut in Erinnerung. „Das war vom Team und der Atmosphäre das Beste, was ich bisher erlebt habe“, berichtet Montaperto, „in der Serie steckt viel drin, vor allem viel Liebe aller Beteiligten.“

Seine Rolle in „Spätzle arrabiata“ ist zeitlich begrenzt – und endet mit seinem Tod, so viel sei verraten – und noch ein bisschen mehr: „Ich spiele einen Geldeintreiber der Mafia, der den Hauptpersonen das Leben schwer macht. Mein Tod in der Serie ist aber eine Schlüsselszene, denn danach kommen weitere Mafiamitglieder, die nach mir suchen.“

Für den Kiersper ist die Rolle auch der vorläufige Höhepunkt seiner schauspielerischen Tätigkeit. Denn nicht nur die Dreharbeiten wurden durch die Corona-Pandemie verzögert, sie bremste auch die schauspielerischen Ambitionen von Tom Montaperto aus. „Wir wurden alle von Corona ziemlich lahmgelegt. Doch die, die ausschließlich von der Schauspielerei leben, trifft das noch viel härter als mich“, sagt er. Momentan würden einige sogenannter E-Castings laufen, bei denen sich die Bewerber nur am Rechner vorstellen können. Montaperto: „Da sind aber zwei bis drei Projekte dabei, die was werden könnten.“ Welche, darüber dürfe er selbstverständlich nicht sprechen.

Maske verdeckt Tätowierungen

Schaut man sich die Fotos an, mit denen sich der Kiersper auf der Homepage der Agentur, die ihm vertritt, dann fallen sofort die Tätowierungen an seinem Arm auf, von denen durch eine geschickte Maske auf dem Foto, das er der Meinerzagener Zeitung zur Verfügung stellt, nichts zu sehen ist. „Früher war das ein absolutes Tabu für Schauspieler, das hat sich aber sehr gewandelt. Ich werde dadurch allerdings vor allem für die Rolle von Bösewichtern gecastet.“

Zum Schluss des Gesprächs mit der MZ erzählt er noch von einem Projekt ganz in der Nähe – und zeigt damit, dass ihm die Schauspielerei mehr am Herzen liegt als der Wunsch, damit viel Geld zu verdienen. „Wenn Corona mal vorbei ist, dann inszeniere ich mit und für die Arche Lüdenscheid ein Theaterstück, in dem dann Über-80-Jährige die Rollen übernehmen. Das Geld, das wir durch die Aufführungen einnehmen, soll jedenfalls der Arbeit der Arche zugutekommen.“

Kontakt

Wer mehr über den 45-jährigen Kiersper Schauspieler Tom Montaperto erfahren möchte, kann sich auf der Homepage der Agentur „Leon Actors“, die ihn vertritt, unter www.leon-actors.com/tom-montaperto umschauen.

„Spätzle arrabbiata“

Ab 1. Mai in der ARD Mediathek und ab 13. Mai im SWR Fernsehen ist die Serie „Spätzle arrabbiata oder eine Hand wäscht die andere“ zu sehen. Dort treten Adam Bousdoukos und Giovanni Funiati als ungleiches Brüderpaar auf. Zum Inhalt: Zwei Brüder im Kreuzfeuer zwischen kalabrischer und schwäbischer Mafia: In der neuen SWR Serie „Spätzle arrabbiata oder eine Hand wäscht die andere“ verteidigen Adam Bousdoukos und Giovanni Funiati als ungleiche Brüder Familie und Existenz. In den sechs Folgen spielen außerdem Giovanna Nodari, Teresa Rizos, Christina Hecke und Patrick von Blume. Die Serie ist eine Produktion der Polyphon Pictures für den SWR, inszeniert von Peter Evers nach den Drehbüchern von Peter Koller und Klaus Burck. Online startet das neue Format am 1. Mai in der ARD Mediathek, das SWR Fernsehen folgt ab Christi Himmelfahrt, 13. Mai, an drei Abenden mit jeweils einer Doppelfolge.

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