Swing und Klassik begeistern Zuhörer

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Johanna Franz (Violine), Julia Habiger-Prause (Piano) und Sebastian Escobar (Cello) begeisterten als Alma Mahler Trio das Publikum. ▪

KIERSPE ▪ „Musik ist Trumpf“ so lautete das Motto des zweieinhalbstündigen Konzertprogramms am Samstagabend im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule und dem machten die mitwirkenden Musiker alle Ehre. Nach der Begrüßung durch die beiden Moderatorinnen Nora und Frederieke, eröffnete das Orchester Emil Franz den ersten musikalischen Block mit dem Titelsong des Programms von Heinz Gietz.

Beim Streifzug durch sein Repertoire der letzten 10 Jahre begeisterten die Musiker mit schnellen Tempi und luftigen Trillern in der Ouvertüre zur Oper „Ein Italiener in Algier“ von Gioacchino Rossini. Souverän meisterten die Klarinettisten den Geigenpart und sorgten gemeinsam mit den anderen Bläsern für die Klangfülle eines ganzen Sinfonieorchesters. Gefühlvoll und schwermütig kam der Auftakt zu „Papillon“ von Jerry Goldsmith daher, bei dem das musikalische Thema durch verschiedene Tonarten variiert wurde und Akkordeonspieler Hans Fritz als Solist glänzte.

Mit dem Alma Mahler Klaviertrio betraten drei junge Musiker die Bühne, die sich beim Musikstudium in Detmold kennen lernten. Erst seit 2010 in dieser Besetzung zusammen, brachten Johanna Franz (Violine), Julia Habiger-Prause (Piano) und Sebastian Escobar (Violoncello) das Klaviertrio in G-moll, Opus 3 von Ernest Chausson zu Gehör.

Einfühlsam bei der leichten Melancholie des „Assez lent“ und rhythmisch prägnant, spannte das Trio in beeindruckender Weise den Bogen zwischen Spannung und Entspannung des ausdrucksvollen Musikstücks. Mit begeistertem Applaus bedankte sich das Publikum für den hochkarätigen Auftritt.

Jazzig ging es danach mit dem Emil Franz Orchester weiter. Mit „Sweet Georgia Brown“ von Ben Bernie und „Skokiaan“ von August Msarurgwa standen zwei gefühlvolle Jazz-Standards auf dem Programm, in denen als Solisten Udo Rieb (Klarinette), Elisabeth und Katharina Franz (Saxophon) überzeugten. Eine erneute Kostprobe ihres herausragenden Könnens auf der Geige gab Johanna Franz bei der rumänischen Volksweise „Hora de Concert“ von Hans Fritz.

Bereits in der Pause, in der sich die Zuschauer mit Erfrischungen versorgten und über die Carreras Leukämie-Stiftung informierten, waren viele anerkennende Stimmen über das hohe Niveau des Konzerts zu hören.

Eltern-Kinder-Orchester

mit von der Partie

Auch das 30-köpfige Eltern-Kinder-Orchester Rönsahl feiert bereits im nächsten Jahr sein zehnjähriges Bestehen. „Gegründet wurde es vom Ehepaar Franz, damit Alt und Jung beim gemeinsamen Musizieren Spaß miteinander haben“, erklärten die beiden Moderatorinnen. Und dass das der Fall ist, stellte das Ensemble anschließend wirkungsvoll unter Beweis. Mit der zehnstimmigen Jazz-Komposition „Pleased to meet you“ von Stef Minnebo, den „Caribbean Impressions“ von Steve Hagedorn und dem Abba-Potpourri von André Waignein brachten Kinder und Erwachsene das Publikum richtig in Schwung.

Für einen ganz besonderen Ohrenschmaus sorgten die Brüder Roman (Piano) und Julian Wasserfuhr (Trompete und Flügelhorn). Jenseits des Mainstream Jazz, verzauberten sie das Publikum mit ihren gefühlvollen, unter die Haut gehenden Klängen. Leicht und zugleich melancholisch kamen die beiden Stücke von ihrer CD „Remember Chet“ daher. Erst einen Tag alt die bislang noch namenlose Eigenkomposition, die ihrem verstorbenen Hund Theo gewidmet war. Vom Kiersper Publikum wurden die beiden Newcomer der Jazzszene begeistert gefeiert.

Im letzten musikalischen Block swingte das Orchester Emil Franz noch einmal mit Jazz-Standards wie „Birdland“ von Joe Zawinul, „Misty“ von Johnny Burke oder „In the Mood“ von Glenn Miller. Neben Johanna Franz und Julian Wasserfuhr, überzeugten dabei auch mehrere Bläser als Solisten. Erst nach zwei Zugaben entließ das begeisterte Publikum die mitreißenden Musiker nach ihrem hochkarätigen Konzert von der Bühne. ▪ msh

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