„Superzwei“ und „Klangwerk“ beenden Aktionswoche

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Das Comedy-Duo „Superzwei“ beendete die ökumenische Aktionswoche „Christsein in Kierspe“.

Kierspe - Die Aktionswoche „Christsein in Kierspe“ ist zu Ende. Unter dem Motto „Normaler als Du denkst“, fanden in der vergangenen Woche viele verschiedene Veranstaltungen statt, die im Zeichen der Ökumene von der Freien evangelischen Gemeinde Kierspe, der katholischen Kirchengemeinde St. Josef, der Evangelischen Kirchengemeinden in Kierspe und Rönsahl und der Landeskirchlichen Gemeinschaft Vollme veranstaltet wurde (die MZ berichtete). Ihren Abschluss fand die Woche mit dem hessischen Kabarettduo „Superzwei“ am Samstagabend. Zuvor, am Freitagabend, stand die Band „Klangwerk“ für ein Jugendkonzert auf der Bühne.

Lachen und staunen, staunen und lachen brachte das Kabarettduo „Superzwei“ am Samstag im PZ der Gesamtschule schelmisch unter einen Hut. Zum Abschluss der ökumenischen Woche traten die beiden Kirchenkabarettisten aus Hessen vor gut besuchtem Haus auf.

Ihr charmanter Musikblödsinn, mit dem sie bestens unterhielten, hatte aber durchaus auch Tiefgang. So unbekümmert und professionell sie zur Heiterkeit ihrer sich prächtig amüsierenden Zuhörer auch herumblödelten, so ernst und glaubwürdig kam ihr Glaubensbekenntnis rüber.

In skurrilen Verkleidungen und schrägen Figuren kredenzten Volker Schmidt-Bäumler, Grundschullehrer aus Weinheim, und Jakob Friedrichs – als „Berufsjugendlicher“ für die Jugendarbeit der Andreasgemeinde in Eschborn-Niederhöchstadt zuständig – ihrem lachenden Publikum ein „paradiesisches“ Programm.

"Klangwerk" und "Superzwei" zum Abschluss der ökumenischen Aktionswoche

Auf Gottes Bodenpersonal, kirchliches Leben, die Frohe Botschaft („Ihr alle werdet eines Tages Hessen sein!“), allzu Menschliches und die kleinen/großen Schwächen, die jeder hat, waren gut gewürzte Comedyhäppchen gemünzt. Mit dem „Zuggerschnäggsche“ erhielten die angehenden Hessen eine Gratis-Lektion im Dialekt obenauf.

„Paradies und das“ lautete das Motto des bissig-amüsanten, herrlich schrägen Programms. In unterschiedlichsten Musikstilen waren die beiden Musiker und Comedians, die die Nation seit 1987 mit Lust und Laune bespaßen, zu Hause. Auf Gitarren und „Ökumene“, sprich einer „Mischung aus Gitarre und Ukulele“ waren sie sich selbst spieltechnisch versierte Begleiter in Sachen Gesang.

Mal zogen sie rockige Seiten auf, mal gingen sie mit Kinderlied, Laterne und eingespieltem Kinderchor auf Pointenfang. Hitverdächtige Songs aus der eigenen Feder, die leicht und eingängig ins Ohr gingen, und aberwitzige Szenen bildeten die Basis des kurzweiligen, unterhaltsamen Programms.

Keine Scheu hatten die Barden, dem kirchlichen Leben kräftig auf die Finger zu klopfen, spärliche Kollekten mit dicken, vom abgezweigten Geld finanzierten Wagen „eifriger“ Gemeindemitglieder zusammenzubringen und die Bibel bei der Sonntagspredigt mächtig durcheinander zu wirbeln.

Zur Höchstform lief da Kirchenvorstandsmitglied Helga, zum Predigen verdonnert, bei ihrer zwerchfellerschütternden Predigtvorbereitung auf. David und Mose fanden sich darin als Brüder wieder. Der Pharao setzte den Israeliten in der Arche Noah hinterher und versteckte seine Armee in einem hölzernen Pferd – und die Paradiesschlange starb an Schneewittchens vergiftetem Apfel. Toppen konnte das biblische Durcheinander eigentlich nur der Vielfraß im aufblasbaren Kostüm.

Jugendkonzert mit Klangwerk

„Bei jedem Song zwei Schritte nach vorn!“ Aus der Reserve lockte die Band „Klangwerk“ aus Bayreuth ihre jungen Zuhörer am Freitagabend im Bürgerzentrum mit fetziger Musik und guter Laune. Im Rahmen der Aktionswoche „Christsein in Kierspe“ holte die fünfköpfige Formation – bestehend aus Daniel Söll (Keyboard), Johannes Friedrich (Bass), Christian Schwarz (Schlagzeug), Lukas Frank (E-Gitarre) und Thomas Göttlicher (Akustikgitarre und Gesang) – die Jugendlichen mit tiefgründigen Texten und rockigen Klängen raus aus dem Alltag.

Mehr als 100 Besucher feierten mit den Musikern aus Bayern ein mitreißendes Konzert mit handgemachter Musik für Herz und Verstand. Songs von ihrem ersten Album „Tausend Gesichter“, mit dem sie seit eineinhalb Jahren durch die Lande touren, und brandneue Titel brachte die christliche Band zum Jugendkonzert vor Ort mit.

Mit lustigen Warm-up-Spielen, Tanz und Animation „quer durch die Bibel“ und Videos von und mit Jugendlichen aus Kierspe bereiteten die Jugendreferenten Andrea Bahr und Tim Rosenthal, federführend für die Ausrichtung des Konzerts verantwortlich, der Band den Boden. Auf Fragen wie „Was magst du an Kierspe?“ oder „Was wünschst du dir für Kierspe?“ gingen Jugendliche im Video ein.

„Dass die Leute mehr zusammenrücken“ oder „mehr Ausgehmöglichkeiten für alle Altersgruppen“ standen dabei auf der Wunschliste ganz oben. Neben Andrea Bahr und Tim Rosenthal waren Laura Schönwies, Martin Ramel und ein großes Helferteam in die reibungslose Organisation der Jugendveranstaltung eingebunden.

Von Anfang an setzten die „Klangwerk(er)“ auf ein herzliches Gemeinschaftsgefühl und Publikumsnähe. Wo immer es ging, banden sie die jungen Zuhörer in ihre Songs ein. Mal rockig, mal sanft begeisterten die Bayreuther mit ihrem eingängigen, griffigen Deutschpop, der spritzig, ehrlich und authentisch rüberkam. Spieltechnisch und musikalisch verstanden die fünf Jungs aus Bayern ihr Metier.

Aus der Distanz, „Von Oben“, warfen sie einen Blick auf sich und ihr Leben. „Tausend Gesichter“ zogen vorüber. Drängend geriet der Hilfeschrei „Hol mich da raus“. Gemeint war in diesem Lied ein Leben ohne Sinn. Unmittelbar auf die Bibel nahm der Song „Alles hat seine Zeit“, dessen Text die alttestamentarische Bibelstelle Prediger 3, 1-11 zum Vorbild hat, Bezug. Mehrere Zugaben gönnte die Band ihrem begeisterten Publikum, darunter die Live-Premiere „Musik für die Augen“.

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