Rönsahl feiert Heimkehr der restaurierten Orgel

+
Über welches Kleinod die Servatiuskirche in Rönsahl mit ihrer historischen Orgel verfügt, das machte Kantor Frank Stinder bei der Übergabe und Einweihung des Instruments deutlich. ▪

RÖNSAHL ▪ Eigentlich fehlte am Samstagabend in der Servatiuskirche nur noch der „rote Teppich“. Feierlich und erwartungsfroh die Stimmung unter den zahlreichen Kirchenbesuchern, darunter eine Reihe von geladenen Ehrengästen, die aus besonderem Anlass an diesem Abend ins anfangs nur spärlich beleuchtete Gotteshaus gekommen waren.

Vom fleißigen Helferteam aus den Reihen des Förderkreises für die evangelische Kirchengemeinde in Rönsahl wirkungsvoll an passender Stelle drapiert, tauchten etliche Lampions in dezenten Farben das Kirchenschiff in ein anheimelndes Licht und sorgten zusätzlich fürs passende Ambiente. Denn schließlich stand ein Ereignis nicht alltäglicher Art ins Haus, eines, auf das sich die Gemeinde und darüber hinaus vor allem zahlreiche Freunde, denen das denkmalgeschützte Gotteshaus als solches und insbesondere deren besonderes Kleinod, die historische Kleine-Orgel aus dem Jahre 1768, ans Herz gewachsen ist, seit langem gefreut hatte: Die Rückkehr der „Königin der Instrumente“, die nach knapp zweijähriger grundlegender Sanierung an diesem Abend erstmals wieder ihre Stimme zum Lobe Gottes und zur Freude der Gemeinde erklingen lassen sollte.

In monatelanger Vorbereitung war – wie mehrfach berichtet – von Mitarbeitern des Orgelbaubetriebes Hubert Fasen aus Oberbettingen in der Vulkaneifel auf diesen Tag hingearbeitet worden. Umso mehr freuten sich alle Beteiligten, dass die Zeit des Improvisierens und des Wartens auf die Heimkehr der Orgel am Samstagabend nun endgültig vorbei war.

Kirchmeister Traugott Zentz hatte die Moderation des Abends übernommen und kleidete die Freude und den Dank der Gemeinde für vielerlei erfahrene ideelle und vor allem auch finanzielle Mithilfe durch etliche Institutionen und zahlreiche private Geldgeber, durch die das große Vorhaben für die kleine Kirchengemeinde erst möglich gemacht wurde, in passende Worte. – Für den Kirchenkreis als einen der Haupt-Sponsoren ergriff Superintendent Klaus Majoress das Wort und stellte dabei fest, dass Gottes Botschaft den Menschen in besonderer Weise auch durch die Musik erreiche, dass die Orgel somit ein Werkzeug Gottes sei. „Dass Gottes gute Botschaft auf diese Weise zum Leuchten kommt und hineinstrahlt in das Leben der Gemeinde, das wünsche ich Ihnen“, so der Kirchenmann abschließend.

Ortsbürgermeister Horst Becker übermittelte Grußworte von Rat und Verwaltung und dankte in persönlich gehaltenen Worten Martin Ahlhaus und allen, die den Mut hatten, dieses „ für unser kleines Dorf große Werk“ anzugehen und zum Erfolg zu führen und damit dafür gesorgt haben, dass „wir und unser Dorf nunmehr über ein weiteres Klein(e)od verfügen.“

Anhand von ausführlichen Bilddokumentationen ging Orgelbaumeister Hubert Fasen anschließend im Detail auf die durchgeführten Sanierungsarbeiten am zuvor „an Herz und Nieren“ erkrankten Patienten ein und erläuterte dessen Genesungsprozess in anschaulichen Worten. Zwischendurch und vor allem in Anschluss an die offiziellen Grußworte kam dann die eigentliche Hauptsache des Abends, nämlich die Orgel selbst, zu ihrem Recht.

Schnell zeigte sich, dass die Verantwortlichen mit dem Engagement des Organisten und Kantors Frank Stinder aus Reichshof einen ausgewiesenen Fachmann gewinnen konnten, der sich auf das Spielen insbesondere historischer Instrumente versteht und das im Laufe des Abends in vielfacher Weise zum Ausdruck bringen konnte.

Wie ausdrucksstark, mit welchem außerordentlichen Wohlklang und in welch zuvor kaum für möglich gehaltenen stimmlichen Vielfalt die Kleine-Orgel nun wieder erklingen kann, das verbreitete große Freude und wurde mit verdientem und lang anhaltendem Applaus der begeisterten Zuhörer in der Kirche belohnt.

Bliebe noch zu erwähnen, dass die Kirchengemeinde aus Anlass der Orgelrestaurierung ein Buch herausgegeben hat, das in anschaulicher Weise über die Geschichte der historischen Kleine-Orgel wie gleichermaßen auch über die Geschichte der Orts- und Kirchengemeinde in Wort und Bild berichtet und ab sofort gekauft werden kann. ▪ cr

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare