Suche nach neuem Gerätehausstandort

Zum Brand bei Firma Rohde kam es im Juli.

KIERSPE - „Es war ein ganz normales Jahr mit wenigen größeren Einsätzen“, zieht Stadtbrandmeister Georg Würth ein Fazit von 2013 und nennt die konkreten Zahlen: „Wir hatten insgesamt 270 bis 280 Einsätze, wobei die im Rahmen des Unwetters am 20. Juni nicht alle einzeln erfasst sind.“

Ein umfangreicherer Einsatz neben dem Sturmschaden, bei dem das Dach des Genossenschaftsgebäudes an der B 54 abgedeckt wurde und eine Vielzahl von Bäumen umstürzte, war im Juli der Industriebrand bei Rohde Kunststoffverarbeitung an der Waldheimstraße in Folge eines Kurzschlusses. Sonst gab es nur noch im Oktober das Alte Amtshaus, wo in der Etage der Volkshochschule ein Schwelbrand entstand und es zu einem Großeinsatz von Feuerwehren aus dem gesamten Umkreis kam, sowie im August den tödlichen Unfall in Mühlen-Schmidthausen. Das Auto war aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baumstumpf geprallt.

In der Feuerwehr veränderte sich im vergangenen Jahr einiges: Nicht nur, dass alle Einsatzfahrzeuge mit Digitalfunk ausgerüstet wurden, wobei der Probebetrieb, wie Würth informiert, bislang noch nicht angelaufen ist. Rönsahl erhielt ein neues Einsatzfahrzeug, ein LF KatS, das für Großschadenslagen sowie Katastrophen ausgerüstet ist und Wasser über größere Strecken fördern kann. Es vermag 600 Meter Schlauch im Fahren zu verlegen und verfügt über zwei Pumpen. „Die Stadt nutzte eine Bundesausschreibung über knapp 200 Fahrzeuge und erhielt von den Herstellern MAN und Lentner günstigere Konditionen. Die Kosten reduzierten sich so auf unter 200 000 Euro“, berichtet der Wehrchef.

Sämtliche Fahrzeuge mit Digitalfunk ausgerüstet

Außerdem gelang es 2013, die beiden Standorte des Löschzuges 4 zu sichern: So konnten die Grundstücksfragen in Vollme geklärt und durch Eigenleistung in Neuenhaus ein neues Gerätehaus errichtet werden, das die modernen größeren Fahrzeuge aufnehmen kann. Geschaffen werden können dadurch in diesem Jahr im alten Hallenteil jetzt noch Umkleidemöglichkeiten und Sozialräume, die bislang fehlten. Bis auf kleine Arbeiten wie die Asphaltierung und den Außenputz, so Würth, ist die Maßnahme abgeschlossen.

Der Brandschutzbedarfsplan befindet sich derzeit in Aufstellung und liegt im Entwurf gegenwärtig den Zügen zur Stellungnahme vor, er soll im ersten Quartal die politischen Gremien passieren. Enthalten ist zwar weiterhin als Ziel auch die Beschaffung einer Drehleiter, aber nicht während der Laufzeit des Konzepts. „Es geht darum, was im Rahmen der Gefahrenabwehr zu tun ist und welche Investitionen für die Kommune in den nächsten fünf Jahren anstehen. Zur Sicherung der Tagesverfügbarkeit der Mannschaften wird die Fusion der Einheiten Wehestraße und Stadtmitte zu einer Innenstadteinheit an einem neuen Standort angestrebt. Nach der ersten Prüfung sind zwischen der ehemaligen Firma Kriesten an der Fritz-Linde-Straße und dem städtischen Grundstück an der Dr. Hans-Wernscheid-Straße zurzeit drei bis vier denkbare Standorte übriggeblieben“, macht Würth aufmerksam. Mit der Familie Bremicker soll in dieser Woche noch einmal über den von der Feuerwehr favorisierten sogenannten 1a-Standort auf deren Wiesen gesprochen werden.

Intensive Gedanken über die Nachwuchssicherung

Auch vor diesem Hintergrund beschäftigt die Wehrleitung intensiv die Nachwuchssicherung: Über die Jugendfeuerwehr und die Kinderfeuerwehr hinaus soll ebenfalls darüber nachgedacht werden, wie zu erreichen ist, dass Feuerwehrleute in Zukunft der Wehr erhalten bleiben. Würth: „Vielerorts ist zu beobachten, dass die Aktiven ab einem bestimmten Alter andere Interessen entwickeln und aufhören. Natürlich steht die feuerwehrtechnische Ausbildung im Mittelpunkt, doch muss genauso an der Bindung zur Wehr, beispielsweise durch neue Angebote in den Bereichen Freizeit und Familie, gearbeitet werden.“

Von Rolf Haase

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