Streitbares Bäuerlein wird morgen 70 Jahre alt

Streitbar: Dieter Grafe, hier beim Bauernstreik, wird morgen 70 Jahre alt.

KIERSPE ▪ Er ist im Rat bekannt dafür, Klartext zu sprechen: Dieter Grafe feiert morgen seinen 70. Geburtstag. Der Kommunalpolitiker der Unabhängigen Wählergemeinschaft, der seit der letzten Wahl im Jahr 2009 zudem zweiter ehrenamtlicher Bürgermeister ist, engagiert sich schon seit vielen Jahren für die Interessen der Stadt Kierspe und ihrer Bürger. Bei seiner Arbeit lässt er sich weniger von parteipolitischem Kalkül leiten als davon, was nach seiner Überzeugung wirklich das Beste ist. Das hat ihm immer wieder Sympathien und viel Beifall eingebracht.

Aber Grafe war lange auch ein überaus streitbarer Vertreter der heimischen Milchbauern und wusste dabei stets seine guten Kontakte in die Waagschale zu werfen. Er war Orts- und seit 2004 zudem Kreisvorsitzender des Landwirtschaftsverbandes. In diesen Aufgaben ging er auf. Man könnte ihn daher als Lobbyisten bezeichnen und liegt damit nicht einmal falsch, doch dazu steht er. Das gilt, nicht zu vergessen, ebenfalls für seine Rolle als langjähriger Vorsitzender des Turnvereins Berkenbaum. So vertrat er im Rat und in den Ausschüssen immer mit Vehemenz den Sport.

Der Jubilar trat 1989 der UWG bei, deren Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament er von 1995 an bis heute ist. 1990 zog er erstmals in den Rat ein und gehört diesem bis heute an. Dabei arbeitete er in zahlreichen Ausschüssen mit wie dem Hauptausschuss, dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung, dem Bau- und Umweltausschuss und dem Sport- und Jugendausschuss.

TVB-Vorsitzender ist Grafe ebenfalls seit 1990. Als solcher konnte er vor allem mit den erfolgsverwöhnten Prellballern schon zahlreiche Deutsche Meisterschaften in den verschiedenen Klassen feiern und 2004 auch das hundertjährige Bestehen des Vereins. In seiner Funktion als Landwirtschaftsvertreter nahm er genauso nie ein Blatt vor den Mund wie oft auch im kommunalpolitischen Raum, wenn es um Kiersper Belange ging. Schon lange macht er sich besonders für die so dringende Verkehrsentlastung für die an der Friedrich-Ebert- und Kölner Straße wohnenden Menschen durch eine Umgehungsstraße stark, weil beide extrem stark frequentiert sind. Den kommunalen Haushalt nahm er stets kritisch unter die Lupe, seit 2009 als Kreistagsabgeordneter auch in Lüdenscheid. Gegen die umstrittene neue Notfalldienstregelung der Kassenärztlichen Vereinigung wetterte Grafe im vergangenen Jahr ebenfalls, wenn auch, wie er gewiss bedauert, nicht erfolgreich. Und Bürgermeister Frank Emde konnte sich immer auf Rückendeckung durch ihn und die gesamte Wählergemeinschaft verlassen.

Weh tat Dieter Grafe 2010 der Abschied von seinen landwirtschaftlichen Ämtern aus Altersgründen, wenn sein Sohn Reiner als Landwirt und inzwischen zudem stellvertretender Ortsvorsitzender auch in seine Fußstapfen tritt. Seine Frau Gisela, sein Sohn und dessen Familie mit Schwiegertochter Sylvia und Enkel Florian sowie seine Tochter Petra werden morgen ganz bestimmt zu den ersten Gratulanten zählen. ▪ rh

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