Straßenerneuerung in Kierspe kein heißes Pflaster

Risse und Löcher in der Deckschicht werden in Kierspe verfüllt, damit nicht der Untergrund beschädigt wird. - Symbolfoto: Clever

Kierspe - Tiefe Schlaglöcher und zahllose Risse: Viele Kommunen bauen lieber neue Straßen, anstatt diese zu reparieren. Das hat für die Städte und Gemeinden einen großen Vorteil: Anwohner müssen zehntausende Euro mitbezahlen. Die Stadt Kierspe nimmt einen anderen Weg.

Von Matthias Clever

Sanieren statt neu bauen: Für das kommende Jahr rechnet Kämmerer Olaf Stelse mit 355.000 Euro, die die Stadt für Straßensanierungen einplant. Dabei werden lediglich Teile der Deckschicht abgefräst und anschließend neuer Asphalt aufgebracht. „Mit diesem Verfahren haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagt Karsten Seil, Sachgebietsleiter Tiefbau und damit für Straßenbau zuständig.

Es werden vier Zentimeter abgefräst und dann neu aufgebracht, bevor Oberflächenwasser durch Schlaglöcher in den Unterbau zieht und etwa durch Frost die unteren Schichten zerstört werden und somit die Straßen komplett neu gebaut werden müssen.

Bürger sollen nicht bezahlen

Verglichen mit einem Haus, wird das Dach repariert, bevor die Feuchtigkeit ins Innere zieht und schlimmere Schäden verursacht. Auch wenn es paradox klingt und die Gesamtkosten höher sind, machen andere Kommunen aber genau das.

Denn: Unterm Strich zahlen die Städte und Gemeinden dadurch weniger, da die Kommunen einen großen Kostenteil auf Bürger abwälzen. Wird nämlich eine Straße nur oberflächlich instand gesetzt, zahlt die Stadt. Bei einer Erneuerung müssen sich Anwohner beteiligen.

„Das wollen wir vermeiden“, erklärt Kerstin Steinhaus-Derksen, Sachgebietsleiterin Finanzen. Nur in wenigen Fällen sollen die Kiersper an Kosten beteiligt werden. Nämlich nur dann, wenn der Unterbau so kaputt ist, dass es keine andere Möglichkeit gibt.

Auch aus baulicher Sicht mache es von Seiten der Stadt auch wenig Sinn, die Straße verkommen zu lassen. „Die Deckschicht muss, je nach Nutzung der Straße, durchschnittlich nach 15 Jahren erneuert werden. Da ist es egal, ob die Straße komplett neu gebaut worden ist oder nur die obersten vier Zentimeter neu sind“, sagt Karsten Seil.

Daher werde bei den oberen Zentimetern auch von einer Verschleißschicht gesprochen. Wichtig sei, dass Straßen bei kleinen Rissen und Löchern saniert werden. Dafür hat die Stadt 75.000 Euro pro Jahr in den Haushalt eingestellt. Außerdem gibt die Kommune alle zwei Jahre rund 60.000 Euro für die Unterhaltung von Wirtschaftswegen aus. Auch an diesen Kosten werden Bürger nicht beteiligt.

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