Strandbadverein in Rönsahl seit 1932 aktiv

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Die Mitglieder des Arbeitskreises Heimatkunde informierten sich über die Geschichte des Strandbads.

Rönsahl - Die lange Geschichte des Strandbads in Rönsahl war jetzt Thema beim monatlichen Treffen des Arbeitskreises Heimatkunde in der Historischen Brennerei.

Der Strandbadverein Rönsahl kümmert sich mit Unterbrechungen bereits seit 1932 um die Unterhaltung des Freibades im Dorf. Die Vereinsmitglieder haben einen eigenen Ruf, der sich bis heute erhalten hat. Diese und viele weitere Fakten rund um die Geschichte des Strandbades bekamen Interessierte am Montagabend von Ellen Becker beim monatlichen Treffen des Arbeitskreises Heimatkunde in der Historischen Brennerei in Rönsahl präsentiert.

Protokollbuch der Gründerzeit noch vorhanden

Aus dem noch vorhandenen Protokollbuch der Gründerzeit ging hervor, dass der Verkehrsverein Rönsahl am 12. Februar 1932 die Gründung eines neuen Vereins „zum Zweck der Errichtung eines Freibads“ beschloss, was dann sogleich in die Tat umgesetzt wurde. In den Vorstand wurden gewählt: Dr. Dolheine, Karl Sure und Karl Ackermann.

Grundstück kostete 1200 Reichsmark

Am 1. April 1932 ging das Grundstück für die Anlage aus dem Besitz der Erben Buchholz für 1200 Reichsmark an den Verein „Strandbad Rönsahl“ über. Alle Vereinsmitglieder wurden verpflichtet, sich an den Bauarbeiten zu beteiligen. Der Mitgliedsbeitrag betrug zehn Reichsmark beziehungsweise 30 Stunden Arbeit.

Bau von Umkleidekabinen

Im Herbst 1932 wurde von der Sparkasse gegen Bürgschaft ein Darlehn von 300 Reichsmark gewährt. Im Jahr darauf fand ein Stiftungsfest statt, um weitere Gelder aus einer Verlosung einzubringen. Man beschloss den Bau von Umkleidekabinen und das Aufstellen von Bänken.

"Pläster naat" als Vereinsruf

Ansonsten fehlten aber weiter finanzielle Mittel, um an der Vollendung des Freibads arbeiten zu können, so dass auf der Jahreshauptversammlung 1934 ein Winterfest geplant wurde. Auf dieser Versammlung wurde dann auch der Vereinsruf „Pläster naat“ ersonnen, der sich bis heute gehalten hat. Im Sommer 1937 wurde mit dem Bau eines Blockhauses, in dem die Umkleidekabinen untergebracht wurden, begonnen, und auch die Fertigstellung der gesamten Anlage schritt voran.

Anlage verfällt in der Nachkriegszeit

Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg und dessen Folgen verfiel die Freibadanlage in der Kriegs- und Nachkriegszeit. 1957 dachten die Rönsahler über einen Neuanfang nach. Diesen gab es aber erst 1970, als sich auf Initiative von Horst Becker ein neuer Vorstand um die Modernisierung der Strandbad-Anlage in Rönsahl zu kümmern begann.

Mitglieder finanzieren die Unterhaltung

Bis 1975 war der Strandbad-verein noch als gemeinnützig anerkannt, danach wurde die Freizeitanlage privatisiert. Finanziert wird die Unterhaltung des Bades durch die Mitglieder des Vereins. So hat, wer in Rönsahl schwimmen möchte, die Möglichkeit Mitglied für eine Saison im Strandbadverein zu werden. Für den Mitgliedsbeitrag von 15 Euro kann die Anlage bei Interesse dann täglich mit der gesamten Familie genutzt werden.

Aussagefähiges Bildmaterial

Aussagefähiges – im Laufe vieler Jahre entstandenes und von Ellen Becker sowie aus dem Zuhörerkreis mit entsprechenden Anmerkungen kommentiertes – Bildmaterial ließ die Anwesenden des Arbeitskreises teilhaben an den Bemühungen um die Instandhaltung der Strandbadanlage in Rönsahl.

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