Kiersperin gerät in unglückliche Situation

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Symbolbild

Kierspe - Es sei wieder so ein Fall, in dem jemand in die Strafbarkeit gerutscht ist, ohne dass das so gewollt sei, eröffnete der Richter im Amtsgericht Lüdenscheid die Strafsitzung. Auf der Anklagebank eine Kiersperin.

Offenbar war es ihr Mann gewesen, der federführend ein Unternehmen geleitet hatte. Die Angeklagte hatte sich jedoch aus Liebe zum Gatten formal als Arbeitgeberin eintragen lassen. Das fiel ihr nun schwer auf die Füße. Denn: Über ein paar Monate hinweg waren Arbeitnehmeranteile von Angestellten nicht an die Krankenkassen abgeführt worden.

Mehr als 6500 Euro offener Forderungen waren letztlich zusammengekommen. Dafür war der 36-Jährigen im Sommer ein Strafbefehl von 120 Tagessätzen zu je 40 Euro ins Haus geflattert. Damit nicht einverstanden, legte die Angeklagte mithilfe eines Anwalts Einspruch ein. Letztlich mit Erfolg. Den Vorwürfen widersprach die Kiersperin nicht. Allerdings war ihr die Strafe zu hoch.

Der Richter senkte zunächst, an die aktuellen Einkommensverhältnisse angepasst, die Höhe des Tagessatzes von 40 auf 30 Euro. Und auch bei der Anzahl der Tagessätze gab es eine Verringerung von 120 auf 90. Der Richter begründete diese Entscheidung mit dem bislang straffrei geführten Leben der Frau, die in eine „unglückliche Situation“ geraten war und den Kopf für ihren Mann hinhalten musste.

Die nun ausgeurteilten 2700 Euro Strafe akzeptierte die Kiersperin sofort. Da auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft auf die Einlegung von Rechtsmitteln verzichtete, wurde das Urteil umgehend rechtskräftig.

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