Stöberladen-Team braucht dringend Verstärkung

Spielzeug, Besteck und Modelleisenbahnen gesucht

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Andreas Götze (People International), Egon Müller (Ladenteam) und Dietmar Schwarze (PI, von links) werben um Spenden, Mitarbeiter und Käufer.

Kierspe - Während die Volmetalbahn Kierspe links liegen lässt und nur in Meinerzhagen und Oberbrügge hält, hat die Volmetalbahn des Stöberladens an der Kölner Straße einen festen Haltepunkt. Und mit jeder Runde, die die Modelleisenbahn im Schaufenster dreht, macht sie Werbung für den Laden – und damit für humanitäre Projekte in Zentralasien und Thüringen.

Mit seinen fast 80 Jahren passt Egon Müller perfekt in den Laden an der Kölner Straße. Viele der angebotenen Antiquitäten, historischen Spielzeuge und Bücher kennt er noch als Neuware. Eigentlich wollte sich der Kiersper längst zurückziehen aus dem Geschäft mit den alten Dingen. Doch der Laden und vor allem die damit verbundene Aufgabe lässt Müller nicht los. Immer noch ist er auf Flohmärkten anzutreffen, um mit dem Verkauf gespendeter Waren, Geld für die Projekte einzunehmen, die ihm am Herzen liegen. Und wenn zu wenig Personal im Laden ist, dann steht der fast 80-Jährige bereit. „Wie lange das noch geht, weiß ich nicht, aber so lange ich noch kann, will ich es gerne tun“, sagt Müller.

Als vor einiger Zeit ein Kiersper seinen Dachboden aufräumte und einiges an den Laden spendete, war auch eine Modelleisenbahn dabei. Da erwachte das Herz von Müller. Er kaufte einen der roten Modell-Schienenbusse, die in früheren Zeiten im Volmetal im Original unterwegs waren. Und Karl-Heinz Klitscher, der das Laden-Team einmal geleitet hat, stellte Fotografien von markanten Punkten der Strecke dazu. So entstand die kleine Volmetalbahn in dem Ladenlokal.

Müller: „Das Interesse an der Eisenbahn ist groß. Deshalb bitten wir auch darum, weiteren Spielzeug an uns zu spenden. Neben Modelleisenbahnen freuen wir uns auch über Spielzeugdampfmaschinen, Dampffahrzeuge, alte Modellautos, Blechspielzeug und Schachspiele. Aber auch Klappzylinder gehen gut.“ Was gar nicht geht, sind nach seinen Worten Röhrenfernseher, Schreibmaschinen, Tintenstrahldrucker, Schallplatten und CD’s. Aber am besten sei es, vor einer Spende kurz mit dem Laden-Team Kontakt aufzunehmen. Dann könne auch gleich vereinbart werden, welche Waren wie ihren Weg an die Kölner Straße finden. Da wird dann auch gerne mal ein alter Sekretär abgeholt oder Besteck aus der Zeit der Großeltern. Ein Sekretär zieht gerade viele Blicke auf sich. Als er in dem Laden ankam, hatte damit keiner gerechnet. Doch letztlich konnte Dietmar Schwarze unter Beweis stellen, dass er nicht nur eine christliche überkonfessionelle Hilfsorganisation leiten kann, sondern auch noch sein Basis-Wissen als Tischler beherrscht. Schwarze leitet ansonsten People International Deutschland – und PI, wie die Mitarbeiter selbst sagen, ist einer der großen Empfänger des Geldes, das mit dem Verkauf im Stöberladen erwirtschaftet wird.

PI auf Projekte in Zentralasien spezialisiert

Die Hilfsorganisation ist auf Projekte in Zentralasien spezialisiert. Die PI-Leute helfen Kindern mit Behinderung in Kasachstan oder unterstützen Selbsthilfe-Projekte in Afghanistan, Kasachstan, Kaukasus oder Tadjikistan. Gerade ist der PI-Mitarbeiter Andreas Götze zu Gast in Kierspe.

Der Thüringer hat zuletzt viele Monate in Kirgisien gearbeitet. Seine Hauptaufgabe war die Digitalisierung der Bibel in den Sprachen, die in Zentralasien gesprochen werden. Natürlich wurde dann auch gleich eine App fürs Smartphone entwickelt, mit der sich die jeweilige Fassung der Heiligen Schrift herunterladen lässt. Warum das aus PI-Sicht so wichtig ist, erklärt Götze so: „In den meisten dieser Länder gibt es einen starken islamischen Einfluss. So ist es beispielsweise seit einiger Zeit in Usbekistan erlaubt, eine Bibel zu besitzen, gleichzeitig wurde die Auflage der Bibeln, die dort verteilt werden durften, auf 3000 Stück begrenzt. Da ist den Christen in diesen Ländern eine Bibel eine echte Hilfe.“

Ein Teil des Geldes, das in Kierspe mit dem Verkauf des Trödels verdient wird, geht übrigens in die Heimat von Götze nach Thüringen. Dort befindet sich auf dem Hof einer ehemaligen LPG die Familienkommunität Siloah, deren Jugendarbeit mit dem Geld aus dem Sauerland unterstützt wird.

Damit das auch zukünftig noch gelingen kann, werden neue Mitarbeiter für den Laden gesucht. Müller: „Da kann sich jeder so einbringen, wie es ihm seine Zeit erlaubt. Gerne an jedem Öffnungstag, vielleicht aber auch nur einmal die Woche zwei Stunden vormittags oder drei Stunden nachmittags.“

Sorgen bereitet Dietmar Schwarze und Egon Müller auch, dass Doris Kämper nicht nur das Büro von People International verlässt, sondern auch die Leitung des Ladens abgibt. Kämper verlässt im Herbst ihre sauerländische Heimat, um in der Missionsarbeit in Südafrika tätig zu werden. „Da wäre es schon sehr wichtig, dass wir einen Nachfolger finden, der bereit ist, die Verantwortung für den Stöberladen zu übernehmen – natürlich mit unserer Unterstützung“, erklärt Schwarze.

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