Stimmungsvolle Krippenspiele in Christuskirche und St. Josef

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Szene aus der Aufführung in der evangelischen Christuskirche: Die Hirten erreichen schließlich den Stall und finden dort einen Platz an der Krippe.

Kierspe - Heiligabend ohne ein Krippenspiel in der Kirche – da würde vielen Kindern, aber auch Erwachsenen etwas fehlen.

So finden regelmäßig jedes Jahr Aufführungen in der evangelischen Christuskirche und in der katholischen Kirche St. Josef statt. Und auch diesmal zeigten die Kinder in beiden Gotteshäusern tolle darstellerische Leistungen.

„Ein Platz an der Krippe“ hieß es beim Krippenspiel in der Christuskirche. Schon als Maria und Josef nach langer Suche endlich eine Herberge finden, wird ihr Wirt von einem anderen Wirt kritisiert. „Es sind eh schon zu viele hier“, hält dieser ihm entgegen. „Am liebsten würde ich noch einen Zaun um diese ganze Stadt ziehen. Die sind noch nicht einmal registriert. Die breiten sich hier aus, nehmen uns die Arbeitsplätze weg und und und...“, polemisiert der Wirt und seine Argumente erinnern an viele, die auch heute oft geäußert werden.

Doch sein gastfreundlicher Gegenpart lässt sich nicht beirren und rügt seinen Gegenüber wegen seiner schlechten Willkommenskultur. Klar lässt sich erkennen, dass der Autor Luca D’Ortona zusammen mit Jutta Betzendörfer-Fröhlich in diesem Stück die Ereignisse der Flüchtlingskrise mit der Situation von Maria und Josef vergleicht und verarbeitet.

Das Spiel zeigt die Hirten und die Könige, die schließlich den Stall erreichen und dort einen Platz an der Krippe finden. Das Charakteristische an dem Stil des jungen Autors ist, dass er witzige Passagen einflechtet, die den Bezug zur heutigen Zeit herstellen. So stellen die drei Weisen beispielsweise fest, dass ihr „Navi“ den Weg genauer anzeigt als der Stern am Himmel.

Doch das Stück endet hier noch nicht. Nach dem Chorlied der Kinder kommen Menschen aus der heutigen Zeit dazu und berichten, aus welchem Grund auch für sie ein Platz an der Krippe ist. Zwei Kinder, zwei Jugendliche, eine Mutter, eine ältere Frau kommen nach vorne. Schließlich berichtet ein Flüchtling aus Eritrea von seiner Flucht nach Deutschland, sagt, dass er Gott dafür dankt, dass er hier ist und hier aufgenommen wurde. Doch ein Platz an der Krippe ist noch frei: „Der ist für sie, oder für sie, oder für sie?“, werden die Gottesdienstbesucher angesprochen und so zum Nachdenken gebracht.

In der katholischen Kirche St. Josef geht es sehr musikalisch zu. Von der Handlung her ist das dortige Krippenspiel auch traditionell aufgebaut, doch es hat die Form eines Singspiels. Kurt Buckting und Petra Kurzawski haben dafür die Weihnachtsgeschichte umgeschrieben und mit neuen, modernen Liedern aufgelockert.

Die Herberge ist nur in Form eines Rahmens dargestellt, das Licht im wärmenden Lagerfeuer flackert lebhaft. Die Erzählerin Tabea liest den Kindern und Erwachsenen die Rahmenhandlung der Weihnachtsgeschichte vor, während die Kinder einzelne Szenen daraus spielen. Maria und Josef haben einen weiten Weg zu gehen, der sie durch den ganzen Kirchenraum führt. Die drei Weisen werden diesmal nicht von Kindern, sondern von Erwachsenen dargestellt.

„Unsere Weihnachtsgeschichte ist nun vorbei“, endet das Krippenspiel, vorgelesen von Tabea. „Doch die Geschichte von Weihnachten ist nicht vorbei. Gottes Sohn ist wirklich für uns alle auf die Welt gekommen, um zu zeigen, wie sehr er uns liebt und wie sehr wir mit ihm verbunden sind.“

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