UWG Kierspe: Das Geld soll in Kierspe bleiben

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Die UWG möchte, dass es auch in Kierspe Stadtgutscheine gibt, mit denen der heimische Einzelhandel gestärkt wird. Zur Vorstellung ihrer Idee waren die UWG-Mitglieder Sophia Beste (links), Steffen Wieland und Christian Teschner (rechts) ins Geschäft von Petra Schürmann gekommen.

Kierspe - Mit Gutscheinen, die in Kierspe gekauft werden und nur in Kiersper Geschäften eingelöst werden können, möchte die UWG dafür sorgen, dass das Geld in Kierspe bleibt, der heimische Einzelhandel gestärkt wird und Arbeitsplätze nicht verloren gehen.

Nein, das Rad neu erfinden möchten die Mitglieder der UWG Kierspe nicht. Doch sie möchten, dass das, was anderswo erfolgreich läuft, auch in Kierspe möglich wird. Die Rede ist von sogenannten Stadtgutscheinen. Diese sollen in Kierspe verkauft werden und nur bei Kiersper Unternehmen eingelöst werden können. „So können wir die unterstützen, die noch da sind“, sagt Steffen Wieland von der UWG. Und das sind gar nicht so wenige. Rund 100 potenzielle Akzeptanzstellen haben die Unabhängigen in der Volmestadt ausgemacht – und da sind nicht einmal die Handwerker dabei.

Zur Vorstellung ihres Antrags an den Rat zur „Schaffung eines Stadtgutscheins“ in Kierspe“ haben sie einen Ort gesucht, an dem man sich bestens mit Gutscheinen auskennt. „Wir haben sehr viel mit Gutscheinen zu tun, zum einen mit unseren eigenen, zum anderen mit denen von Fleurop“, erklärt Petra Schürmann, Inhaberin des Fachgeschäfts Blumen Varnhorn an der Kölner Straße. Sehr gute Erfahrungen habe man damit gemacht und möchte keinesfalls darauf verzichten. Mit dem Antrag soll die Stadtverwaltung verpflichtet werden zu prüfen, wie die Einrichtung eines Gutscheinsystems in Kierspe umgesetzt werden kann. „Ob die Stadt das dann selbst macht oder die Aufgabe an den Stadtmarketingverein weitergibt, muss man sehen“, sagt Wieland.

Die Gutscheine sollen ein Element sein, mit dem ein weiterer Leerstand verhindert werden soll. Wieland: „Durch den immer stärker und facettenreicher werdenden Online-Handel wird der Einzelhandel stark beeinflusst.“ „Deshalb soll mit dem Gutschein, der in Kierspe erworben werden kann, bei allen teilnehmenden Geschäften, Vereinen und Dienstleistern bezahlt werden können“, erläutert UWG-Mitglied Christian Teschner. Letztlich hoffen die Unabhängigen, dass mit einem solchen Gutschein die Kaufkraft in Kierspe gesteigert werden kann. „Denn das Geld bleibt in Kierspe“, macht Wieland den Grundgedanken deutlich.

Sophia Beste, UWG, ergänzt: „Solch ein Gutschein ist nicht nur als privates Geschenk für Freunde und Familien interessant, sondern auch als Jubiläumsgeschenk für langjährige Vereinsmitglieder, als Dankeschön für ehrenamtlich Tätige oder als Zuwendung vom Arbeitgeber.“

Gerade in dem letzten Punkt sieht auch Teschner Potenzial, dürfe doch der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern Waren im Wert von 44 Euro steuerfrei zukommen lassen. Teschner: „Das wäre eine echte Alternative zu Amazon-Gutscheinen, die gerne verschenkt werden.“

Die Politiker verweisen auf die Nachbarstädte Halver und Meinerzhagen, wo man schon länger Gutscheine erwerben kann, die dann nur innerhalb der eigenen Stadtgrenzen eingelöst werden können. Und das wohl sehr erfolgreich, wie Wieland unterstreicht: „Allein in Halver wurden so innerhalb eines Jahres Stadtgutscheine im Wert von 40 000 Euro verkauft.“

Von den Nachbarkommunen Meinerzhagen und Halver könne man sich auch den Vertrieb abschauen, der dort nicht nur über die Stadtverwaltung laufe, sondern auch über die Banken und Sparkassen im Ort.

Gutscheine in den Nachbarstädten Halver und Meinerzhagen

Bei den Vorschlägen für Gutscheine orientieren sich die Mitglieder der Kiersper UWG an den Nachbarkommunen, die sich für unterschiedliche „Systeme“ entschieden haben. So gibt es in Halver sogenannte „Stapelgutscheine“, die gedruckt werden und mit Sicherheitsmerkmalen gegen Fälschung geschützt sind. Die Ausgabe der Papiergutscheine werde von der Stadt organisiert. In Meinerzhagen setzt man auf Online-Gutscheine, die über eine App und ein Treuhandsystem funktionieren. Während bei den Papiergutscheinen Druckkosten anfallen, sind es bei den Online-Gutscheinen monatliche Kosten und Kosten für die Einrichtung. Belastungen für den Kiersper Haushalt sieht die Unabhängige Wählergemeinschaft nicht, da sich das Bezahlsystem in den Nachbarstädten nach Informationen der Unabhängigen selbst trage.

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