Chance nutzen für eine optimale Verkehrslösung

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Von der UWG stellen Vorsitzender Clemens Wieland und der Verkehrsplaner Rüdiger Däumer einen aktuellen Ratsantrag zur Verkehrssituation auf der B 54 vor. ▪

KIERSPE ▪ „Wir sollten die historische Chance nutzen, die sich jetzt durch die Regionale 2013 ergibt, und neben der Umsetzung des Freizeitparks auch den Orsteingangsbereich verkehrlich optimal umgestalten“, fordern UWG-Vorsitzender Clemens Wieland und Rüdiger Däumer, der sich als ausgebildeter Verkehrsplaner einige fachliche Gedanken zu den Problemen in diesem Bereich und möglichen Lösungen gemacht hat. Die UWG stellt einen entsprechenden Ratsantrag.

Dabei betonen die beiden nochmals ausdrücklich, wie günstig es ist, dass für die Beseitigung der Industriebrachen und Altlasten sowie auch für die vermutlich in einigen Jahren ohnehin anstehende Volmerevitalisierung und für die Umgestaltung des Bereichs zu einer naturbelassenen Grünfläche jetzt gebündelt hohe Landesmittel fließen und so ein deutliche Wohnumfeldverbesserung an dieser Stelle erreicht werden kann. Dies soll genutzt werden, um auch verkehrlich etwas zu bewegen. Auslöser waren nicht zuletzt, wie die beiden hervorheben, die Probleme der Anwohner aus dem Bereich, zum neuen Zentralen Omnibusbahnhof durch das gefährliche Nadelöhr des Eisenbahnviaduktes zu gelangen.

„Im südöstlichen Ortseingangsbereich von Kierspe münden die Feldstraße und die Straße Am Berg auf die B 54. Zu finden sind hier auch zwei Bushaltestellen in Form von Busbuchten. Es fehlt jedoch die notwendige Überquerungsanlage für die Nutzer des Busverkehrs“, wird von Däumer zur Situation informiert. Die Verwaltung soll daher beauftragt werden, sich mit dem verantwortlichen Baulastträger, dem Landesbetrieb Straßenbau NRW, in Verbindung zu setzen und neben dem Bau einer Querungshilfe eine Gesamtlösung für diesen Bereich einfordern.

„Die Gesamtlösung sollte das sichere Erreichen der Bushaltestellen für die Anwohner von Feldstraße, Am Berg und Volmestraße ermöglichen, die angemessene bauliche Gestaltung der Ortseinfahrt als grundsätzliches Ziel verfolgen, neben der sicheren Erreichbarkeit der Anwohner auch die gesicherte Erreichbarkeit des geplanten Freizeitparks für alle Kiersper Bürger mit dem vorhandenen Linienverkehr gewährleisten und sich zudem als Randbedingung in einem zukünftigen Gestaltungswettbewerb des geplanten Freizeitparks wiederfinden“, so Däumer weiter.

Die Planung des Freizeitparks im Ortsteil Bahnhof stehe kurz bevor, die notwendigen Randbedingungen dafür würden jetzt festgelegt. Durch diese Projektidee der Regionale ergäben sich neue Möglichkeiten, die aus Sicht der UWG jetzt genutzt werden müssten.

„Intuitiv befindet man sich in diesem Bereich der B 54 außerhalb der Ortslage. Wer das gelbe Schild für die geschlossene Ortschaft übersieht, fährt in der Regel zu schnell. Es fehlt die grundsätzlich notwendige Querungshilfe. Neben der gesicherten Führung von Anwohnern der Anliegerstraßen sowie der sicheren Führung anderer Nutzer des Freizeitparks würde diese die Fahrbahn optisch einengen und die Ortseingangssituation unterstreichen“, erläutert Däumer.

Ortseingänge hätten im Straßenraum eine besondere Bedeutung. Sie zeigten dem Autofahrer, dass er an dieser Stelle seine Geschwindigkeit reduzieren muss. Ab hier treffe er verstärkt auf andere Verkehrsteilnehmer, die ebenfalls den Straßenraum nutzen. Daher sollte der Ortseingang durch entsprechende bauliche Elemente gut erkennbar sein. Grundsätzlich sollten letztlich alle Ortseingangsbereiche in Kierspe entsprechend baulich gestaltet werden. Die sogenannte „selbsterklärende Straße“, eine Straße, an der jeder Autofahrer anhand der Straßenumgebung intuitiv erkennt, wie er sich im Straßenraum zu verhalten hat, sei anzustreben und raube dann zudem auch der ungeliebten Radarfalle die Existenzgrundlage.

„Im weiteren Verlauf der B 54 auf Höhe der Feldstraße wird künftig die Volme verlegt. Hier könnte zusätzlicher nutzbarer Straßenraum für Gestaltungsmaßnahmen geschaffen werden. Sollte es gelingen, diesen Teil von Kierspe entsprechend positiv zu verändern, bestünde auch keine Notwendigkeit mehr für die Anwohner und Schulkinder der Feldstraße den Busbahnhof über einen extrem engen und gefährlichen Fußweg unter dem Viadukt her erreichen zu müssen. Sie könnten dann mit Hilfe von Querungshilfen beziehungsweise eines zusätzlichen Gehweges an der östlichen Seite der Bundesstraße die Bushaltestellen im Bereich der Straße Am Berg sicher erreichen oder auch durch den Freizeitpark zur Windfuhr und weiter zur Kölner Straße gelangen und so ebenfalls das Viadukt umgehen.

„Es bieten sich also zusätzlich viele Chancen für diesen Teil von Kierspe, die jetzt genutzt werden müssen“, fasst Däumer nochmals zusammen.

Rolf Haase

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