Statiker soll Konzept für den Turm entwickeln

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Schauten sich die Situation vor Ort an: Dorette Vormann-Berg für die Untere Denkmalbehörde, Dirk Honke, Architekt des Kreiskirchenamtes, und Baukirchmeister Udo Billhardt (r.). ▪

KIERSPE ▪ Es ist nach wie vor kein schönes Bild, das sich dem Kirchenbesucher bietet, wenn er die steilen Stiegen in die Spitze des Turmes der Margarethenkirche gestiegen ist.

Ganz oben, wo der Dachstuhl des Zwiebelturms auf dem Zwischenboden lagert, sind die Balken – dort, wo der sogenannte Kraftschluss erfolgen soll – verfault. Jahrelang blieb das unbemerkt, da auf dem Zwischenboden eine rund 20 Zentimeter starke Lehmschicht aufgetragen war. Zu welchem Zweck dies geschah, da sind sich selbst die Experten nicht sicher. Die einen vermuten Schallschutzgründe, die anderen sehen darin einen Feuerschutz.

Mit den Jahren muss dieser Lehm feucht geworden sein und so die Balken geschädigt haben. Mittlerweile hat Baukirchmeister Udo Billhardt mit Helfern einen großen Teil der Balken freigelegt.

Gemeinsam mit Dorette Vormann-Berg als Vertreterin der Unteren Denkmalbehörde und Dirk Honke, Architekt beim Kreiskirchenamt, schaute sich Billhardt die Situation noch einmal vor Ort an, um das weitere Vorgehen zu planen.

Bereits vor zwei Jahren hatte der Bauausschuss der Kirchengemeinde Handlungsbedarf erkannt. In der Folge waren Eichen im Kirchenwald gefällt und zu Balken und Brettern verarbeitet worden, die nun trocknen und auf ihren Einsatz warten. „Allein mit den Brettern könnten wir die doppelte Menge des vorhandenen Bodens belegen“, freut sich der Baukirchmeister.

Doch bevor ein Handwerksbetrieb neue Balken und eine neue Decke einziehen kann, muss ein Konzept erarbeitet werden, in dem die notwendigen Arbeitsschritte geplant werden sollen.

„Während der Sanierungsarbeiten muss der Turm von einer Konstruktion gestützt werden. Denn wenn Balken entnommen und ersetzt werden, dann wäre der Turm einem Sturm schutzlos ausgeliefert“, erklärt Honke.

Nun will der Architekt Kontakt zu einem Statiker aufnehmen, der sich bei einem Ortstermin Anfang Juni ein Bild von dem Schaden machen soll und im Anschluss das noch fehlende Konzept erarbeiten soll. „Ich hoffe, dass wir dann auch schnell anfangen können“, so Billhardt, der möglichst schnell Angebote von Zimmereibetrieben einholen möchte, um den Turm wieder zu stabilisieren. Auch wenn zurzeit keine Gefahr von dem Turm ausgeht, wie es Honke formulierte.

Zu den Kosten wollten weder der Architekt noch der Baukirchmeister etwas sagen. Allerdings seien in der Vergangenheit schon mal Zimmereinbetriebe um ihre Einschätzung gebeten worden. Und die ersten Schätzungen lagen bereits jenseits von 100 000 Euro. ▪ Johannes Becker

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