Evangelische Gemeinden

In Kierspe gibt es sonntags nur noch einen Gottesdienst - das sind die Gründe

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Stellten die neuen Gottesdienstzeiten vor: die Pfarrer Reiner Fröhlich (links) und George Freiwat sowie die Presbyterinnen Heidi Schwarze (2. von links) und Gisela Paulick.

Kierspe - Eine Gemeinde – ein Gottesdienst. So die Kurzform dessen, was das Zukunfsteam der Evangelischen Kirchengemeinde erarbeitet hat – ab Pfingsten sollen Taten folgen. Nicht als Sparmaßnahme soll die Änderung verstanden werden, sondern als Stärkung des Zusammenhalts.

Wir wollen unsere Kräfte bündeln, um mehr Ausstrahlungskraft zu gewinnen“, sagt Pfarrer Reiner Fröhlich. Gemeint ist damit, dass die Menschen, die derzeit die Gottesdienste in Margarethen- und Christuskirche getrennt besuchen, stärker zueinanderfinden. Deshalb wird es in Zukunft nur noch einen evangelischen Gottesdienst in Kierspe geben – abwechselnd in den Kirchen der beiden Stadtteile.

Fröhlich, der gemeinsam mit seinem Kollegen George Freiwat und den beiden Presbyterinnen Gisela Paulick und Heidi Schwarze die Pläne erläutert, ist es wichtig, zu betonen, dass diese Entscheidung weder finanzielle noch personelle Hintergründe habe. Vielmehr sei sie Resultat der Treffen des sogenannten Zukunftsteams.

„Wir haben festgestellt, dass vieles parallel läuft, wobei die Gruppen und Akteure oft gar nicht so genau wissen, was die anderen machen. In Zukunft soll es nicht mehr heißen, ,die da unten am Bahnhof’ oder ,die da oben im Dorf’. Da fehlt an einigen Stellen noch das Zusammengehörigkeitsgefühl“, formuliert es Fröhlich. Und Freiwat ergänzt: „An manchen Stellen ist immer noch die Trennung von Bahnhof und Dorf spürbar, das ist auf Dauer nicht gut.“ Er sagt aber auch: „Wir werden auf Dauer weniger, da ist ein Zusammenwachsen sinnvoll.“

Jedoch sollen keinesfalls Strukturen zerschlagen werden, die sinnvollerweise an verschiedenen Standorten stattfinden. Bezogen ist dies vor allem auf die Alten- und Jugendarbeit der Gemeinde. Fröhlich: „Das sind meist Menschen, die zu Fuß kommen, da wollen wir die Wege nicht länger machen.“

Die beiden Pfarrer verheimlichen aber auch nicht, dass es mit diesen Änderungen leichter sein könnte, auf Anforderungen der Zukunft zu reagieren. Gemeint sind damit der Wegfall einer Pfarrstelle oder eine sich verschärfende finanzielle Situation. Freiwat: „Derzeit gibt es dafür aber keine Hinweise. Die Gemeinde ist mit rund 5200 Mitgliedern groß genug für zwei Pfarrstellen und die finanzielle Ausstattung ist so, dass wir uns beide Kirchen leisten können.“

Bereits jetzt einen Schritt weitergehen und sich von einer der beiden Kirchen zu trennen, sehen weder Pfarrer noch Presbyterium als sinnvoll an. „Ich denke, die Gemeinde ist noch nicht so weit, nur noch eine Kirche zu nutzten“, sagt Paulick, die betont, dass auch jedes Gebäude seinen Charme habe und unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten biete.

Neben der Bündelung der Ressourcen hoffen die Pfarrer aber auch aufgrund der Zahl der Gottesdienstbesucher auf eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. Fröhlich: „Es ist schon ein Unterschied, ob in zwei Kirchen die Gläubigen sitzen – oder alle gemeinsam in einer Kirche.“

Regelrecht freudig sehen die beiden Pfarrer der Situation entgegen, dass es nun auch Gottesdienste geben wird, in denen beide in einem Gottesdienst ihren Dienst verrichten. „Das kennen wir nicht, wenn einer von uns in der anderen Kirche den Gottesdienst hält, dann meist, um den anderen zu vertreten“, erzählt Freiwat.

Dieser Vertretungsregelung ist es auch geschuldet, dass die Gottesdienste derzeit zu sehr unterschiedlichen Zeiten starten – so beginnt der Gottesdienst in der Christuskirche bereits um 9.30 Uhr, in der Margarethenkirche startet er erst um 11 Uhr. Zukünftig (ab Pfingsten) beginnen die Gottesdienste immer um 10.30 Uhr.

Natürlich gibt es keine Regel ohne Ausnahme: Am Heiligen Abend werden aufgrund der vielen Besucher auch weiterhin jeweils zwei Gottesdienste parallel stattfinden – der erste (vor allem für Familien mit jungen Kindern) um 15 Uhr und der zweite um 17 Uhr.

Gottesdienste

Ab Pfingsten findet nur noch ein Gottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde statt – immer im Wechsel in der Margarethen- und in der Christuskirche. Damit es nicht zur Verwechslungen kommt, startet die Margarethenkirche jeden Monat am ersten Sonntag. Am zweiten Sonntag findet dann der 3-G-Gottesdienst in der Christuskirche statt. Am dritten Sonntag läuten die Glocken dann wieder zum Gottesdienst im Dorf. Eine Besonderheit stellt der vierte Sonntag im Monat dar. Dann findet wie geplant der „reguläre“ Gottesdienst in der Christuskirche statt. Aber dann gibt es ab 11 Uhr auch einen sogenannten King-Size-Gottesdienst in der Margarethenkirche, wobei sich dieses Angebot in erster Linie an junge Familien richtet. In den Monaten mit einem fünften Sonntag gehen die Gläubigen dem Turnus folgend in die Margarethenkirche. Der Enjoy-Jesus-Gottesdienst findet auch weiterhin am ersten Sonntag im Monat ab 18 Uhr in der Margarethenkirche statt.

Ausnahmen

Am Heiligen Abend finden ab 15 und 17 Uhr in beiden Kirchen Gottesdienste statt. In Zukunft findet am 1. Weihnachtsfeiertag der Gottesdienst immer in der Christuskirche statt, am 2. Feiertag in der Margarethenkirche. Gründonnerstag und Ostersonntag ist die Margarethenkirche „geöffnet“, am Karfreitag und Ostermontag die Christuskirche. Himmelfahrt wird in der Margarethenkirche gefeiert, Pfingstsonntag in der Christuskirche und Pfingstmontag in der Margarethenkirche. Der Erntedankgottesdienst findet in der Margarethenkirche statt, Silvester treffen sich die Gläubigen in der Christuskirche und an Neujahr in der Margarethenkirche. Alle Regelungen treten ab Pfingsten in Kraft.

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