Städtische Dächer stehen nicht mehr zur Verfügung

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Auf dem Dach der Sporthalle wird mit einer Photovoltaikanlage von den Stadtwerken Strom erzeugt. Auf dem Rathausdach wird der Betrieb wohl nicht zum Zuge kommen. Dort baut ein privater Investor eine Anlage auf. ▪

KIERSPE ▪ Die Stadtwerke setzen bei der Energiegewinnung auch künftig auf die Sonnenenergie. So wurden bereits das Dach der neuen Sporthalle, das Dach des Hallenbades und auch die Bedachung des Bauhofes mit Photovoltaikanlagen belegt. Weitere städtische Gebäude stehen dem stadteigenen Betrieb aber wohl nicht mehr zur Verfügung – trotz eines Beschlusses im Vorstand der Stadtwerke.

Hat doch die Stadtverwaltung mittlerweile einen Teil der restlichen Dachflächen an einen anderen Investor vergeben.

Nach Informationen der Meinerzhagener Zeitung soll diese Entscheidung nicht nur bei der Stadtwerke-Führung für Unmut gesorgt haben, sondern auch bei den Parteien.

Heinz-Hermann Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke, wollte zwar einen offenen Streit nicht bestätigen, doch er machte deutlich, dass er mit der Entscheidung der Stadt nicht glücklich sei. „Wir müssen in Gesprächen mit der Stadt klären, welche städtischen Gebäude noch zur Verfügung stehen. Zur Not gibt es ja auch noch weitere Gebäude in der Stadt, auch wenn diese sich nicht im städtischen Eigentum befinden. Die Stadtwerke werden aber auf jeden Fall auch in Zukunft weitere Photovoltaikanlagen errichten lassen und betreiben.“

Dieses Statement ergänzte er im Gespräch mit der MZ damit, dass man eine „möglichst friedliche“ Regelung anstrebe: „Unsere Hand ist weit ausgestreckt in Richtung Stadt.“ Bedenken von Dritten gehen bei dieser Konstellation dahin, dass die Stadt letztlich weniger Gewinn aus ihren Dachflächen ziehen würde, wenn ein anderer Investor zum Zuge käme.

Von Problemen mit den Stadtwerken will der erste Beigeordnete Olaf Stelse in Vertretung des Bürgermeisters nichts wissen: „Als die Stadtwerke bei der Ausrüstung des Sporthallendaches zu viele Module gekauft hatten, hat die Stadt die Dächer auf dem Bauhof und Hallenbad zur Verfügung gestellt. Danach ist es zu Überschneidungen gekommen. Während bei den Stadtwerken überlegt wurde, auch weitere Dachflächen nutzen zu wollen, hatte die Stadt mit einem Investor verhandelt, der dann auch den Zuschlag bekommen hat. So werden die Stadtwerke beispielsweise auf dem Rathausdach nicht mehr zum Zuge kommen.“

Diekmann erklärte, dass es aber ja nicht nur um Gebäude in der Innenstadt gehe. „Auch in Rönsahl verfügt die Stadt über Dachflächen. Dort müssen wir jetzt prüfen, ob sich diese für Photovoltaikanlagen eignen.“ Er endete schließlich mit einem Satz, der deutlich machen sollte, dass Stadt und Stadtwerke besser an einem Strang zögen: „Es wäre schön, wenn die Tochter der notleidenden Mutter helfen könnte.“ ▪ Johannes Becker

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