Statt Reng-teng-teng nur ein leises Surren

Stadtwerke unterstützen Gesamtschule mit Kauf eines Elektrorollers

Präsentierten den neuen Elektroroller, auf dem die Gesamtschüler erste Fahrpraxis sammeln können: Stadtwerke-Prokurist Christian Lombardi, Lehrer Eugen Marewski, der stellvertretende Schulleiter Stefan Müller, Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Marx Voswinkel und Stadtwerke-Geschäftsführer Volker Neumann.
+
Präsentierten den neuen Elektroroller, auf dem die Gesamtschüler erste Fahrpraxis sammeln können: Stadtwerke-Prokurist Christian Lombardi, Lehrer Eugen Marewski, der stellvertretende Schulleiter Stefan Müller, Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Marx Voswinkel und Stadtwerke-Geschäftsführer Volker Neumann.

In den öffentlichen Verkehrsraum darf der neue Elektro-Roller der Gesamtschule nicht fahren, dazu fehlt ihm das Kennzeichen. Doch das Gefährt muss auch nicht auf die Straße, denn der Schulhof ist groß genug, damit die Schüler alle Übungen, mit denen sie mehr Sicherheit für den Straßenverkehr gewinnen, auch absolvieren können. 

Kierspe - „Kurse zur Erlangung der sogenannten Prüfbescheinigung bieten wir an der Gesamtschule schon seit Jahrzehnten an. Anhand der Listen über die genutzten Fahrzeuge kann ich den Schulungs- und Prüfungsbetrieb bis in die 1980er-Jahre zurückverfolgen“, erzählt Lehrer Eugen Marewski, der seit Jahren für diesen Kurs zuständig ist.

Er war es auch, der sich sehr wünschte, dass die Schüler nicht nur auf Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor das Fahren lernen, sondern auch einem Elektroroller. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen auch solche Roller kennenlernen und damit an das Thema Elektromobilität herangeführt werden“, sagt Marewski.

Derzeit werden im Schulbetrieb zwei Roller mit Verbrenner eingesetzt – und nun eben auch noch einer mit Elektromotor. Mit seinem agilen Motor und dem Retrodesign sei das neue Gefährt sehr gut bei den Jugendlichen angekommen, freut sich der Lehrer.

Dass die Jugendlichen mit dem neuen Roller über den Übungsparcours fahren können, Achten drehen und Zielbremsungen üben, verdanken sie den Stadtwerken Kierspe. An diese hatte sich Marewski gewandt und um Unterstützung beim Kauf des mehr als 2000 Euro teuren Zweirads gebeten.

„Als die Anfrage Anfang des vergangenen Jahres kam, waren wir sehr angetan davon, dass sich die Gesamtschule mit dem Thema Elektromobilität beschäftigt. Das passt auch zu einem Energieversorger. Da gab es keine Diskussion, wir haben die gesamte Summe für den Kauf übernommen“, erzählt Marc Voswinkel, Aufsichtsratsvorsitzender bei den Stadtwerken. Und Stadtwerke-Prokurist Christian Lombardi sagt: „Elektromobilität ist unser Thema. Wir haben in den vergangenen Jahren einige Ladesäulen in Kierspe installiert und wollen auch noch weitere aufstellen. Da passt so ein Elektroroller sehr gut ins Konzept.

Die Prüfbescheinigung, die von den Jugendlichen gerne als Mofa-Führerschein bezeichnet wird, beinhaltet neben einer Theorieprüfung auch zwei Fahrstunden, wobei das fahrerische Geschick nicht vom Tüv, der die theoretische Prüfung abnimmt, kontrolliert wird. Diesen Part übernehmen die „Fahrlehrer“, an der Gesamtschule also Lehrer Eugen Marewski. „Wir richten uns bei den praktischen Aufgaben nach den Vorgaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates“, erzählt dieser, der die Schüler auch auf die Theorieprüfung vorbereitet.

In den vergangenen Jahren hätten immer rund zehn Schüler pro Halbjahr das Angebot wahrgenommen. Das sei in den Anfangsjahren noch anders gewesen. „Heute warten viele lieber noch ein Jahr, denn mit 16 können sie einen Führerschein machen, mit dem Zweiräder gefahren werden dürfen, die eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde erreichen“, so Marewski. Mit der Prüfbescheinigung ist bei 25 km/h Schluss.

Wurden anfangs noch „echte“ Mofas gekauft, die mit ihren Zweitaktmotoren den unvergesslichen Sound hervorriefen, sind nun seit Jahren Roller im Einsatz. Und nun kommt der E-Roller dazu. Geräuschmäßig sicher eine deutliche Verbesserung. War es anfangs das schon erwähnte charakteristische Reng-teng-teng, klangen die Roller mit Verbrennungsmaschine doch gerne wie eine Kettensäge an der Belastungsgrenze. Von dem neuen Roller ist nur ein leises Surren zu hören, mit dem die Fußgänger und Radfahrer vor dem ansonsten lautlosen Zweirad gewarnt werden.

Ursprünglich sollte der neue Elektroroller bereits im vergangenen Jahr auf dem Schulhof der Gesamtschule seine Runden drehen. Doch die Corona-Pandemie sorgte nicht nur für Distanzunterricht, sondern auch für eine Zwangspause beim Mofa-Unterricht der Gesamtschule. Doch mit dem Schulstart vor einigen Wochen kann auch dieser Unterricht fortgeführt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare